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Mönchthum.
dem er die Einöde nur zweimal im Jahreverliess, um seine Gattin zu besuchen(Socr. H. e. IV 23). Sein Beispiel undseine Wirksamkeit muss grossen Anklanggefunden haben. Denn gegen Ende des4. Jahrh. belief sich die Zahl der Mönchein dieser Gegend auf 5000 ( Rufin. Hist,monach. c. 30; Pallad. H. Laus. c. 7—18).Ein halbes Jahrhundert später ist von un-gefähr 50 Klöstern daselbst die Rede ( Soz.H. e. VI 31). Makarius der Aegypter oderder Grosse (f 390) gilt als der erste, der diesketische Wüste zu seinem Aufenthalt er-wählte, und von der Verbreitung des Mönch-thums in dieser Gegend zeugt der Umstand,dass auf dem Berg Pherme allein un-gefähr 500 Mönche lebten (Rufin. c. 28;Pallad. c. 19, 23). Makarius der Alexan-driner oder der Jüngere hatte Zellen andrei verschiedenen Orten, in der sketischenund libyschen Wüste und auf dem nitri-schen Gebirge. Da er aber Presbyter derGegend in Libyen war, die man wegender Menge der Mönchszellen KsXXi'a nannte,wird er am meisten an diesem Orte ver-weilt haben (Ruf. c. 29; Pall. c. 20). Be-züglich der Stärke der einzelnen Klösterseien noch folgende Angaben vom Endedes 4. Jahrh. erwähnt. Dieselben mögenzum Theil freilich etwas übertrieben undebenso wenig buchstäblich zu nehmen sein,als manche andere Bemerkungen der frag-lichen Gewährsmänner. Aber auch so ge-fasst, vermögen sie immerhin noch fürdas rasche und beträchtliche AVachsthumdes Mönchthums Zeugniss abzulegen. DieZahl der Mönche im Kloster Tabennesusbelief sich hiernach damals auf 1300, dieGesammtzahl der Mönche von der Regel desPachomius auf etwa 4000. Das Kloster Pa-nopolis zählte 300 Mönche, die sich mitden verschiedensten Arbeiten beschäftig-ten; das zu ihm gehörige Frauenkloster aufdem andern Ufer des Nils hatte 400 Bewoh-nerinnen. In der Thebais finden wir denAbt Ammonas mit ungefähr 3000 Mönchen,Apollonius mit 500, Kopres mit 50, Dios-kur mit 100, Isidor mit 1000. Der Pres-byter Serapion führt in der Gegend vonArsinoe die Aufsicht über 10000 Mönche,die in mehreren Klöstern wohnen (Pallad.c. 38—39. 48—52. 54. 68. 71. 76; vgl. Ruf.c. 3. 7. 9. 20). In der Stadt Oxyrynchusbefanden sich 10000 Mönche und 20000Jungfrauen, bezw. Nonnen (Ruf. c. 5).Ein nicht näher bezeichnetes Kloster inder Thebais endlich hatte mehr als 5000Mönche (Cass. De instit. IV 1). Vgl. Sulp.Sev. Dial. I 23. Ueber die Glaubwiirdig-k ß it des Rufin und Palladius bezw. ihreQuelle s. Zeitschr. f. K.-Gesch. VH (1855)163-198.
Der Ursprung des Alönchthums ist, wie
das Vorstehende zeigt, im Christenthum zusuchen. Die auf Grund der bezüglichen Aus-sprüche des Herrn und der Apostel sich bil-dende Ascese führte unter dem Einfluss derZeitverhältnisse zum Eremiten- und Ana-choretenthum, und dieses entwickelte sich,,da der Mensch nicht bloss für sich, son-dern auch für den Nächsten leben soll,,zum Cönobitenthum. Dass es sich poverhält, ist auch fast allgemein aner-kannt. Doch blieb der Sachverhalt, na-mentlich in der neuesten Zeit, nicht un-bestritten. Weingarten sprach in seinerzuerst in der ,Zeitschr. f. K.-Gesch.‘ (Bd. I1876) erschienenen Abhandlung über den,Ursprung des Mönchthums 1 (1877), sowiein dem Art. ,Mönchthum 1 in Herzogs Real.-Encykl. für prot. Theol. und Kirche X(1882) 758 ff. die Ansicht aus, das christ-liche M. sei nichts Anderes als eine Ver-pflanzung des Mönchswesens, das mit demSerapisdienst in Aegypten verbunden war(vgl. Brun et- de Presle Memoire sur leSerapeum de Memphis, in den Memoire»presentes ä l’Acad. des Inscr. et belles-lettres I, t. II, 1852, und die Abhandlungin den Notices et Extraits des Manuscritsde la Biblioth. imperiale t. XVIII 264 bis349), auf christlichen Boden; Hilgenfeld(Zeitschr. für Wissenschaft. Theol. 1878,.149) wollte dasselbe aus dem Buddhismus,Keim (Aus dem Urcliristenthum I 1878,215 ff.) aus dem Neuplatonismus ableiten,und es ist richtig, dass das Heidenthumwie auch das Judenthum eine äusserlichmehr oder weniger verwandte Ascese auf-zuweisen hat. Gleichwol ist es verfehlt,wie auch Schaff (Jahrb. f. deutsche Theol.1861, 555 ff.) anerkannt hat, das christ-liche M. aus den in Betracht kommendenErscheinungen in der Heidenwelt ableitenzu wollen. Der Gegensatz zwischen demchristlichen und dem ägyptisch-heidnischenM. ist noch grösser als die Aehnlichkeit(vgl. Keim a. a. O. 214). Die Serapis-Mönche, um nur an Eines zu erinnern,führten die Lebensweise der sog. Reclusi,während das christliche M. nicht, wie mannach jener Hypothese erwarten sollte, durchdiese repräsentirt wurde, sondern durchAnachoreten oder Eremiten. Die Verbrei-tung des Buddhismus nach Aegypten, derAViege des christlichen Mönchthums, istnicht nachweisbar (Keim 215), und ein-zelne Züge, welche vlas M. mit dem Neu-platonismus gemein hat, beweisen nochnicht, dass jenes aus diesem hervorge-gangen ist. Die hier in erster Linie zubefragenden christlichen Schriften verlegenden Ursprung des Mönchthums ganz un-zweideutig auf christlichen Boden, und eskommt hier namentlich die Vita Antoniiin Betracht, die für den Historiker selbst