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Zweiter Band. I - Z.
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Mönchthum.

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dann noch einen bedeutenden Werth be-hauptet, wenn sie ja nicht, wie Weingartenwill, von Athanasius herrühren sollte, dasie in allen Fällen noch im dritten Vierteldes 4. Jahrh. entstanden ist. Die Schriftzeugt in doppelter Beziehung gegen Wein-garten. Sie steht vor Allem der Annahmeeines ausserchristlichen Ursprungs des.Mönchthums entgegen, und sodann weistsie der Lebensweise eine frühere Entstehungzu, als Weingarten anzunehmen geneigt ist,indem sie Antonius schon am Anfang des4. Jahrh. ein Eremitenleben führen undbald hernach einen Anachoretenverein grün-den lässt, während jener behauptet, dasM. sei erst in den Jahren 360—370 ent-standen. Indessen scheitert diese Ansichtauch noch an anderen Punkten. Athanasiusspricht in zweifellos echten Schriften (AdDracont. c. 8. 9; Apol. ad Const. imperat.•c. 28; De fuga c. 24; De morte Arii c. 1;Hist. Arian. c. 70) bald nach der Mitte des4. Jahrh. von Mönchen, und wenn manje glauben wollte, dass die bezüglichenStellen nicht besonders in Betracht kom-men, weil die Erwähnung nur eine selteneund gelegenheitliche sei, so fällt dagegenum so mehr ins Gewicht, dass er nichtbloss Mönche, sondern bereits auch Klösterkennt (Hist. Arian. c. 72; Ep. ad Drac. c. 7.Auch Apol. c. Arian. c. 67 kommt hierohne Zweifel in Betracht. Mag auch dasWort povrj im 4. Jahrh. noch selten zurBezeichnung des Klosters gebraucht wor-den sein, so ist es doch wahrscheinlichdort in diesem Sinne zu fassen, da diep.ovT| jedenfalls ein Aufenthaltsort von Mön-chen war, wie denn zwei Mönche, die ihrangehörten, sogar mit Hamen angeführtwerden). Auch die rasche und weite Ver-breitung, die dem M. zu Theil wurde, istjener Anschauung nicht günstig. Denn-es ist kaum denkbar, dass eine Lebens-weise, die auf heidnischem Boden erwach-sen war, nach ihrer Annahme durch ein-zelne Christen allenthalben sofort so star-ken Anklang gefunden haben sollte. DassEusebius des Mönchthums nicht gedenkt,-mag allerdings einigermassen auffallen.Allein sein Schweigen beweist nur, dass■die Institution zu seiner Zeit noch in denAnfängen begriffen und noch nicht so weitentwickelt war, dass er ihr einen Platzin seiner Kirchengeschichte glaubte an-weisen zu sollen. Ueberdies ist die Be-hauptung nicht einmal richtig, dass er vonder neuen Lebensweise noch gar nichts ge-wusst habe; denn er findet ja in denTherapeuten der pseudophiionischen SchriftDe vita contemplativa, xäv jk'ov x<üv t.v/v,]i(7jv daxrjTÖiv <5 k evi p.aXi<jxa dzptßea-axa dar-gestellt (H. e. II 17), und er kennt somitwenigstens die Anachoreten, wenn nicht

gar auch die Cönobiten, obwol er wederden einen noch den andern Hamen ge-braucht. Die Weingarten’sche Hypotheseist desshalb mit Recht fast allgemein ab-gelehnt worden. Vgl. ausser Hilgenfeld undKeim noch Gass in ,Zeitschr. f. K.-G.‘ 1878,254—275; Bestmann Gesch. der christl.Sitte I (1880) 127 ff., II (1884) 483 ff.

Während das M. in seiner Heimat sichweiter und weiter verbreitete, fand es zu-gleich in anderen Ländern Eingang. Hi-larion, ein Schüler des hl. Antonius, ver-pflanzte es frühzeitig nach Palästina undauf die Insel Cypern, wo er um das J. 370starb. So viel wird als sicher gelten kön-nen, mag der historische Werth der VitaHilarionis von Hieronymus (vgl. Israel in,Zeitschr. für wissenschaftl. Theol.“ 1880,129—-165) auch noch so gering anzu-schlagen sein. Basilius d. Gr. beförderte

Fig. 225. Leben der Einsiedler (Bottari: Sceneans den Funeralien des lil. Ephrem).

die Lebensweise, die er auf seiner Reisenach Syrien und Aegypten näher kennenlernte (Epp. 1, 223, c. 2. 3), in Kleinasien.Er errichtete um das J. 359 auf seinenväterlichen Gütern am Fluss Iris in Pontusein Kloster, und bald folgten ähnlicheStiftungen an anderen Orten sowol injener Provinz als in Ivappadocien, als erErzbischof von Caesarea wurde. SeineMutter Emmelia und seine SchwesterMakrina errichteten in der Hähe derersten Hiederlassung auf dem anderenUfer des Iris ein Frauenkloster. SeinEifer und seine Sorgfalt ging noch weiter.Er verfasste zwei Mönchsregeln, einegrössere und eine kleinere, und eine be-sondere Eigenthümlichkeit seiner Ordnungist das Gewicht, das er im Gegensatz zumEinsiedlerthum auf das Leben in der Ge-sellschaft, bez. in einem Coenobium oder