Mönchthum.
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mit besonderem Hasse verfolgten. Daserstere Moment für sich allein machte sichnamentlich dann geltend, wenn sich Söhneheidnischer Yäter für den Mönchsstandentschlossen. Chrysostomus berichtet, dassdieser Fall nicht selten vorkam (Adv.oppugn. vit. mon. II 2). Er stellte sichdesshalb (1. c. lib. II) die Aufgabe, dieKlagen, die von den Tätern solcher Söhnegegen die neue Lebensweise vorgebrachtzu werden pflegten, mit Gründen zu wi-derlegen, die vorwiegend ihrem eigenenStandpunkt entnommen waren. Aber nichtbloss Heiden, sondern auch Christen tratenfeindselig gegen das M. auf, theils Kate-chumenen, theils Getaufte, indem sie esunerträglich finden wollten, dass freie undedle Männer, die in der Lage wären, dieFreuden der Welt mit vollen Zügen zuschlürfen, sich zu einer solch rauhen undentsagungsvollen Lebensweise entschlössen(1. c. I 2). Diese Gesinnung war aufchristlicher Seite ohne Zweifel vorzugs-weise den Arianern eigen, und da diesendie Mönche auch noch wegen ihrer reli-giösen Haltung als eifrige Nicäner ver-hasst waren, so kam es unter Kaiser Yalenssogar zu thätlichen Angriffen. Der be-rühmteste derartige Vorfall ist die Ver-folgung der ägyptischen Mönche durchden Bischof Lucius von Alexandrien, denarianischen Nachfolger des hl. Athanasius(Theodor. H. e. V 18). Derselbe steht abernicht allein da. Auch in Syrien undKleinasien kam Aehnliches vor, und Chry-sostomus fand sich dadurch zur Abfassungder Schrift Adv. oppugn. vitae monasticaeveranlasst.
Wie wir oben gesehen, stellte Basiliusd. Gr. das Cönobitenthum höher als dasAnachoretenthum. Diese Anschauung fandBeifall, wie wir aus der Schrift des hl.Nilus De monach. praestantia sehen. Dochwurde sie keineswegs allgemein angenom-men. Der hl. Nilus verfasste zu ihrerWiderlegung die eben genannte Abhand-lung, und später scheint sogar die ent-gegengesetzte Ansicht die vorherrschendegeworden zu sein. Die Synode von Toledo(646, c. 5) erklärte das Anachoretenthumausdrücklich für die höchste Form der As-cese. Auf der andern Seite galt ihr aberdas Cönobitenthum als die Vorstufe zujener höheren Vollkommenheit, und dem-gemäss wurde Niemand zu jener Lebens-weise zugelassen, der sich nicht zuvor ineinem Kloster erprobt hatte. Eine ähn-liche Verordnung wurde durch die Trulla-niscke Synode (692, c. 41) erlassen und derAufenthalt in dem Kloster für die künf-tigen Eremiten zugleich näherhin auf dreiJahre festgestellt.
Die bisher angeführten Arten des Mönch-
thums sind nicht die einzigen, welche imAlterthum vorhanden waren. Nächst denAnachoreten und Cönobiten erwähnt Hie-ronymus (Ep. 22 ad Eustoch. c. 34) dieKemo-both. Cassian (Collat. XVIII 7) und Bene-dict (Beg. c. 1) nennen sie Sarabaiten, undjener fügt bei, dass sie in der ägyptischenSprache desswegen diesen Namen führen,weil sie sich von den Cönobien abson-dern und einzeln für ihre Bedürfniss_esorgen. Sie wohnten näherhin zu zweioder drei, selten in grösserer Anzahl, inZellen zusammen und verschmähten dieAufsicht und Leitung eines Obern, um inAllem nach ihrem Eigenwillen handeln undinsbesondere stets dahin gehen zu können,wohin es ihnen beliebte. Ihr Aufenthalts-ort waren zumeist die Städte und Castelle.Darin zwar glichen sie den übrigen Mön-chen , dass sie diesen ähnlich der Arbeitsich widmeten. Aber sie thaten dies inanderer Gesinnung und Absicht. Sie ar-beiteten nicht, um den Nächsten zu unter-stützen, sondern um selbst Geld zu er-werben und ihre Gaumenlust und andereBedürfnisse besser befriedigen zu können,die sich für Mönche nicht geziemen. Siesuchten desshalb auch die Producte ihrerArbeit zu einem höhern Preise abzusetzen,als die anderen Mönche, gleichsam alswäre, wie Hieronymus bemerkt, die Kunstheilig, nicht das Leben. Die Folge desMangels einer festen Disciplin und Ord-nung waren häufige Streitigkeiten untersich und mit Anderen, und Hieronymusund Cassian nennen sie das deterrimum(teterrimum) genus monachorum. IhreHeimat war wol wie die des Mönchthumsüberhaupt Aegypten. Doch standen siehier an der Zahl hinter den Cönobiten undAnachoreten zurück. Dagegen waren sie inanderen Ländern um so stärker vertreten.Nach Hieronymus repräsentirten sie imAbendland oder einem Theile desselben(in nostra provincia) das M. fast alleinoder zuerst. Aehnlich bemerkt Cassian,er habe sie in den anderen Ländern, dieer ausser Aegypten im Interesse des Glau-bens besucht habe, zahlreich und fastallein angetroffen. Eine besondere Ab-handlung über sie schrieb Chr. G. Fr.Walch (Comm. de Sarab. 1775 in NoviComm. Soc. Gotting, t. VI).
Als eine vierte Klasse von Mönchen er-wähnt Benedict (Keg. c. 1) die Gyrovagen,vagabundirende Asceten. Dieselben hat-ten keinen ständigen Aufenthaltsort, son-dern führten ein Wanderleben, indem siein den einzelnen Klöstern, deren Gast-freundschaft in Anspruch nehmend, drei bisvier Tage verweilten. Sie standen, wieBenedict ausdrücklich hervorhebt, sittlichnoch tiefer als die Sarabaiten. Der Name