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Zweiter Band. I - Z.
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Mutatorium — MoSTaYioytce.

Gerbert I 210). Hiermit soll indessen nichtbestritten werden, dass dennoch hin undwieder bei besondern festlichen Gelegen-heiten ein Instrument zur Begleitung desGesanges gebraucht worden sei, wie auseinzelnen Stellen bei Basilius, Prudentius(vgl. Neumaier Gesch. der christl. Kunst,Schaffhausen 1856, p. 267) hervorzugehenscheint. Eine solche Begleitung würdeaber immer nur auf das Mitspielen derMelodie im Einklang oder der Octav sichbeschränkt haben. Aus allem Gesagtenergiebt sich also als Endresultat die bereitszu Anfang ausgesprochene Hypothese, dassder Gesang des christlichen Alferthumsals das Bindeglied zwischen dem jüdischenTempelgesang und dem spätem Choral-gesange aus dem Wesen des erstem sichentwickelt und unter dem Einflüsse deschristlichen Geistes jene Formen aus sichherausgestaltet habe, unter welchen diegregorianischen Gesänge uns später ent-gegentreten. Da das weitere Studiumdieser Frage vor Allem genauere Kennt-niss der hebräischen und griechischen M.,sowie des Choralsystems erfordert, somöge die einschlägige Litteratur, soweitsie nicht bereits angeführt wurde, nochkurz zusammengestellt werden. Die reich-haltige Litteratur der letzten Jahrh. überdie hebräische M. findet man am Schlüssevon P. J. Schneider Biblisch-geschichtl.Darstellung der hebr. M., Bonn 1834, auf-geführt. Vgl. weiter Bickell Carmina Yet.Test, metrice, Oeniponte 1882, und dess.Dichtungen d. Hebr , ebd. 1882 f. Für diegriechische M. sind anzuführen: Boetiusund die griech. Harmonik von Oscar Paid,Leipzig 1872; Kiesewetter Ueber die M. derneueren Griechen, nebst freien Gedankenüber altägypt. und altgriech. M., Leipzig1838; Westphal, B., Gesch. der alten undmittelalterlichen M. I. Bd., Breslau 1864;III. Bd. 1866; Fr. A. Gevaert Histoire ettheorie de la musique de l’antiquite, Gand1875; für das Studium des Choralsystemsund seiner historischen Entwicklung sindvon Wichtigkeit neben Gerberis Werk Decantu et musica sacra, St. Blasien 1774,auch dessen Scriptores ecclesiastici demusica sacra potissimum, St. Blasien 1784,und im Anschlüsse hieran E. de Cousse-maker Scriptorum de musica medii aevinova series, Paris. 1865; Lambillotte Esthe-tique, theorie et pratique du chant Gre-gorien, Paris 1855, und dessen Clef desmölodies Gregoriennes in dem Antiphonairedu Saint Gregoire, Paris 1851; E. de Cous-semaker Histoire de l’harmonie au moyen-age, Paris 1852; Rai/m. Schlecht Gesch. d.Kirchen-M., Regensburg 1871; Ans. Schu-btger Die Sängerschule St. Gallens, Ein-siedeln 1858. Für die Musikgeschichte im

Allgemeinen: Praetorius Syntagma musi-cum, Wittenberg 1614; Marpurg KritischeEinleitung in die Geschichte und Lehr-I sätze der alten und neuen M., Berlin 1751;

! Hatvkins History of the Science and Prac-jtice of Music, London 1776; Burney Ge-I neral history of Music, 1776—1789, derenEinleitung ins Deutsche Übersetzt durchi Eschenburg unter dem Titel ,Ueber dieI Musik der Alten*, Leipzig 1781; ForkelAllgemeine Geschichte der M., Leipzig1788, 1801; Ambros Geschichte der M.,j 1862—1868, deren Vollendung eben in! Aussicht steht. hermesdorff.

MUTATORIUM, s. Mitatorium.

MYH2I2, tiefere Geheimnisslehre oderdie Einführung in dieselbe (s. d. Art. My-sterien), oder auch das Yerständniss der-selben. Maximus in s. Onomastikon zuDionys (Dionys, opp. Migne II 26) erklärtes mit pdfiqau, y.arqyqau, iri'iTqprj. Dio-nysius selber (Coel. hier. II 5 u. ö.) ver-steht nach Corderius (Onomast. Dionys,i. v.) die innere Belehrung und Einspre-chung durch den göttlichen Geist (b rqy.aTa tov voüv -/.pucpwTqTi). Desshalb nennt erinnerlich Erleuchtete puq-ou«, Unerleuch-tete dpu-q-roui. Im Besondern aber bedeutetes auch Taufe, überhaupt die Sacramenteder Kirche (Sozom. I 3); daher Maximus(Schol. in Dionys, de eccl. hier. III 7)unter dpöq-toi nicht bloss die daeX-fel« imobigen Sinne, sondern auch die Katechu-menen begreift. Bekannt ist insbesonderedie Formel laaaiv ol pepuqpEvoi, wofür Isi-dor von Pelusium (Ep. 162, 1. IV) poa-rat

sagt.

WEISS.

| MYPON dyiov, pujjTty.ov, yptspa, unguen-j turn, das hl. Oel bei der Taufe, s. d. Art.

! Taufe.

MYSTATCiriA. 1) Einführung in dieI Lehre überhaupt, speziell in die christ-; liehe, und besonders in die ,ptw:qpta‘ be-j nannten Abschnitte derselben ( Dionys.Eccl. hier. c. 1, § 1; Myst. theol. c. 1, § 1;s. Corderii Onomast. Dionys, i. v. und dieErklärung von Maximus hierzu [Migne II26]: p'jatqpuuv dyurflj, öiöaay.aXi'a y.at pstauji'a).In diesem Sinne nennt Theodoret (Hist,j eccl. IV 12) den Eudoxius goaxapoyoz deri Häresie. So heissen auch die Apostel beiihm Syioi (Schulze Lex Theo-

doret.) und Greg. Nyss. sagt von Christus(Orat. 40), dass er die Jünger über dasPascha belehre (puciToqujYei). Aehnlich Dio-nys. Coel. hier. YI 1). Andere Beispielebei Clemens Alex. Index Graec.

2) Dann von der Taufe gebraucht, manch-mal mit dem Zusatze: p. toü ßairriapaToc;i so von Theodoret. In Cant. I 2 (Schulze