Myrthe — Mysterien.
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II 30). Severian. De creat. hom. V 2(Chrysosl. Opp. VI 482) unterscheidet einezweifache Geburt: die natürliche durchdie Schöpfung (xrjc o?]|Aioup-|fa;) und diedurch die Taufe (xrjc puaToqui-pac). AndereBeispiele bei Suicer und Schulze 1. c.
3) Auch von der Eucharistie wird M.gebraucht. So versteht es vielleicht Ma-xmus, wenn er fortfährt: r t gorpeuu; ar[iojr\xat p.rraXifyn ÖY)Xa51) fhTa. Suicer beruftsich auf mehrere Beispiele aus Chrysosto-mus hierfür.
4) Ganz im Sinne von 1) und 2) ge-braucht TertulUan dafür das Wort ini-tiatio (Apol. 7) und initiare (Apol. 8), so-wie von dem Begehren um Zulassung zuden christlichen Geheimnissen: veile ini-tiatum (Adv. nat. I 7). Doch scheint eran den beiden letzten Stellen auch an dieEucharistie gedacht zu haben. Auch Am-brosius überschrieb sein Buch ,De his quiinitiantur mysteriis“.
5) Davon wird das Verbum p/jaTa-pu-fE«)
im Sinne von ,unterrichten“, ,zu den Sacra-menten zulassen“, ,einweihen“, gebraucht;d[u)3T<x7<Dpr)T0i' sind desshalb nicht Einge-weihte, Katechumenen. weiss.
MYRTHE. Dieser Baum, welchen mannach Plinius Nat. hist, zum erstenmal inEuropa an Elpenors Grab in Circeii ge-sehen haben will, schmückte bei den Grie-chen die Gräber als Sinnbild des Todes.Virgil. Aen. VI 441 versetzt die an un-glücklicher Liebe Gestorbenen im Hadesin einen Myrthenhain — et myrthea silvategit. Aringhi II 339 und Mamachi III 94führen die M. auch als Todessymbol aufchristlichen Denkmälern an, ohne indessBelege dafür zu geben. Vielleicht ver-mieden ihn die Christen, weil er derAphrodite geweiht war. Vgl. Munter Sinn-bilder I 30. KRAUS.
MYSTERIEN. 1) Ueber die verschie-denen Anwendungen des Wortes p.oaxf ( piovs. Kühn De voce pwax., Quedlinb. 1771;Suicer i. v. Andere Citate bei SchleussnerLex. in N. T. Ueber die allmälige Ent-wicklung des entsprechenden lateinischenSacramentum s. die vortreffliche Zusam-menstellung bei Gotti De sacr. quaest. 1,diss. 1. In der Sprache der Väter wirddas Wort meist gebraucht von der In-carnation (nach Kol. 1, 20; I Tim. 3, 16).Dann von den Cult- und Heiligungsmitteln,welche wir jetzt Sacramente nennen (z. B.Isidor. Peius. 1. III, ep. 340). Insbeson-dere bedeutet xo p.omjpiov und noch häu-figer Ta p.uarqpta die Eucharistie, so na-mentlich sehr oft bei Chrysostomus; vgl.dazu Do sacr. IV 2; V 2. 3. Auch dieTaufe wird manchmal damit verstanden,
doch meist mit dem Beisatze ßa-xwpaxoc( Sozom. II 321; vgl. Aug. Conf. XIII 27.42: sacramenta initiorum quae nominepiscium significari credimus). Namentlichaber begreift sich zumeist darunter dieLiturgie, z. B. bei Augustin. De bono vid.XVI 20 und vornehmlich wieder bei Chry-sost. Hom. de bapt. Christi 4 (II 375), woer jAumjptov jene ffosi'a nennt, in deruns Christus x% aapxox [xsxaoi'Suw. Vgl.auch Probst Sacramente in den ersten dreiJahrh. 1—5.
2) So unglaublich es auch scheinen mag,so wurde doch in allem Ernste die Be-hauptung aufgestellt und verfochten, dassunter den Begriff Mysterium nie dieLehre, sondern bloss der äusserlicheRitus im Gottesdienste oder im Sacra-mente gefallen sei. Diese von Casaubonerfundene wunderliche Behauptung, wel-cher man die confessionell befangene Ab-sichtlichkeit nicht absprechen kann, hatAubertin und besonders Tenzel (De disc.arc. I 7 sqq.; II 94. 110. 182. 250 sqq.)weiter ausgebildet. Trotz der Widerlegungdurch Schelstrat.e (Disc. apol. 23—37) hatsich Bingham (IV 131) kräftig ihrer an-genommen , und neuestens hat man sieentschiedener als je wie ein des Beweisesnicht bedürftiges Axiom behauptet (z. B.llothe De disc. arc. 25 sq. und bei HerzogReal-Encykl. I 470 f.; Harnach Gemeinde-gottesdienst 12 u. A.). Die Widerlegungeiner so völlig ungeschichtlichen und da-bei der Vernunft widersprechenden Will-kürlichkeit ergiebt sich aus dem Folgendenvon selber. Doch möge man dazu ver-gleichen: Iidii I Ep. ad Orient, n. 15(Athanas. 1698, I 141 sqq.; Galland. V 10);Cyrill. Hier. XIII 19, XVI 26, XVIII 33('pik, oovapin); Chrys. Hom. II 5 in II Cor.;Hom. VII 1. 2 in I Cor.; Augustin. Serm.132, 1 und Serm. 3. ed. Denis 1792, 11;Serm. 86, 3. ed. Mai Nova PP. Biblioth.t. I 166; Ambros. De Elia X 36; Gaudent.Brix. Tract. 2; Nicetas Fragm. 2 ex lib. 1( Mai Coli, nova VII 339) und besondersOrig. Hom. XIII 3 in Lev.; vgl. ContraCels. I 7; Rom. 1. 5, n. 8; Hom. XII 13in Ierem., Hom. XVIII 13; in Cant. 1. 2,II 64, 2 c. d.; Comm. n. 86 in Matth.S. auch Weiss Pädagogik 11—14. 20—27.
3) Waren aber hauptsächlich und zu-nächst die Lehren unter den M. undals Gegenstände der Geheimhaltung ver-standen, die äusserlichen Riten und Cult-formen aber nur, insofern sie die Hülleund die symbolische Andeutung und Ver-körperung der unter ihnen verdecktenLehre waren, und ist es ferner ebensogewiss, dass nicht allo Lehren des Chri-stenthums ohne Ausnahme als M. behan-delt und unter das Gesetz der Arcan-