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Zweiter Band. I - Z.
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Mysterien.

disciplin gerechnet wurden, so muss inBezug auf die Glaubenswallrheiteneine zweifache Ordnung aner-kannt werden: solche, welche allgemeinund ohne besondere Rücksicht bekanntgegeben wurden, und solche, welche nurunter gewissen Vorsichtsmassregeln (s. d.Art. Arcandisciplin) vor Einzuweihendenoder Eingeweihten (sc. xeXsiujTic) bespro-chen werden durften. Allerdings ist ge-wiss , dass sehr oft das ganze Christen-thum mit all seinen Lehren und Einrich-tungen als das Geheimniss x. £$. (Kol.1, 26; I Tim. 3, 16; s. o. n. 1) bezeichnetwurde, und dass folglich sämmtliche Leh-ren des Christenthums im Ganzen ge-nommen und im Allgemeinen zu-sammengefasst (lUST^pW XTJC TU(JTSUlt, my-steria fidei heissen (s. Mattes im K.-Lex.YII 431 ff.). Aber ebenso gewiss ist, dassnicht jede einzelne Glaubenswahr-heit im Besondern als Mysterium galt.Yiele Wahrheiten, sagt schon Origenes(Contra Cels. I 7), kennt fast die ganzeWelt. Diese sind xa £;<oxspixa. Aber nachdiesen (jxsxd xd iSjoixspad) giebt es nochManches, was nicht unter die grosse Menge(der Nichtchristen) kommen darf. Das sinddie X070t Edtüispizoi'. Die ersten nennt many.TjpuY|/.axa, die anderen 86yp.axa. Genau die-selbe Lehre trägt Basilius vor: die v.rß'si-p.axa darf man aller Welt vorlegen, die6o-/p.axa aber muss man (vor Nichteinge-weihten) verschweigen (De spir. sc. 27,66). Und wieder geht Chrysostomus mitdenselben Worten auf dieselbe Unter-scheidung ein. Dabei hat er so wenigwie Origenes einen Widerspruch begangen,wenn er sagt, nichtsdestoweniger, obwolder christliche Glaube, die christlicheLehre als solche und im Ganzen(xi do-pj.a), theils aus öffentlichen (xrjpu^-p.axa), theils aus geheimen Lehren (867-p.axa) bestehe, sei er doch kein geheimer.Was hier So-fgaxa heisst, wird sonst mitp-om^pia bezeichnet. Cyrill. Hieros. (XIX 1)nennt sie manchmal ivxcXeJxspa p.ai)r'p.axo:,dann auch wieder p.t>jxi;pia, und unter-scheidet unter diesen wieder zwei Klassen:Lehren, welche den Katechumenen nochvorenthalten, den Taufcandidaten (com-petentes, 9coxi£op.svoi) aber mitgetheilt wer-den (Procat. 12, VI 29), und solche, dieerst nach der Taufe kundgegebenwerden (XIX 1). Und diese letzteren sinddie Lehren, welche man unter M. i mengsten Sinne begriff ( Ambros . Myst.1 u. a.).

4) M., Sacramente, sind also a) ent-weder Wahrheiten, Lehrstücke, die einentiefem, nicht auf der Oberfläche liegen-den und am blossen Laut und Buchstabenhaftenden Sinn in sich bergen. Man kann

sie hören und doch nicht verstehen, wassie bedeuten, wenn man nicht ausdrück-liche Belehrung darüber empfangen ( Cypr.Procat. 5; Chrysost. Hom. in I Cor. 7, 1,X 51 b u. a.). Oder es sind äusserlichsinnfällige, auf den religiösen Cult bezüg-liche Zeichen (signorum quae cum ad resdivinas pertinent, sacramenta appellantur,Aug. Ep. 138, 7). Sie heissen so, weildas, was äusserlich an ihnen in die Sinnefällt, und das, was man unter ihnen be-greift, ganz verschiedene Dinge sind (Aug.Serm. 272, Y 1104 c), obgleich immerhinder unter ihnen verborgene Sinn einigeAehnlichkeit und Analogie mit der natür-lichen Bedeutung des äusseren Zeichenshat (Aug. Ep. 98, 9). Das von Chrysosto-mus (Hom. in I Cor. 7, 2) und Augustin(Serm. 98, 3) gewählte Beispiel von denBuchstaben, die dem Ununterrichteten nurgewisse äusserliche Formen darbieten, demaber, dem Schrift und Sprache gelehrtworden, einen tiefem Sinn darbieten, istsehr bezeichnend, b) Man kann sie alsoals <xTUjppT]xa (Chrysost. Hom. in I Cor.7, 2, X 52 b), als aSuxa (De compunct.I b, I 132 a) bezeichnen. Nicht als ob sieschlechthin unbekannt und unerkennbarwären (08/ cuj dpooojxsvov TravxaTrccnv), son-dern in sofern, als Niemand von selberauf sie verfallen würde (dXX’ <5 k ouor/iIcptxxov, Isidor. Peius. Ep. 192, 1. II; vgl.I Kor. 8, 9; Theodoret. in Col. 1, 26).c) Yon einem Mysterium ist ein Beweis,eine Begründung im wahren Sinne auchnicht möglich, weil es menschliche Fas-sungskraft übersteigt, ebenso auch keineeigentliche Erläuterung (xo 7ap p.uJX7)piov•/.axax/sorjt 06 östxat), sondern man kannim Grunde nicht mehr als es aussprechen,d. h. nur das ,Dass‘, nicht aber das,Wie‘ oder ,Warum‘ erklären (dXX’ o-ep£<tx! xoöxo jj-ovov xaxa77£XXsxoct, Chrys. 1. c.;vgl. die reichliche Sammlung von ähn-lichen Stellen bei Denzinger Relig. Er-kenntnis II 96—106. 116 f.). d) Sindalso Vernunftgründe im eigentlichen Sinnehier unmöglich, so kann man sich ihnenbloss im Glauben unterwerfen (Clem. Al.Strom. II 2, Potter 432). Und selbst zudiesem bedarf es der Gnade, denn hierwird uns nichts durch die menschlicheWeisheit, sondern Alles bloss durch denhl. Geist kundgethan, insoweit überhaupteine Kundgebung stattfindet (Chrys. Hom.in I Cor. 7, 2, X 526). e) Uebrigens auchso noch, nach der Kundgebung durch diegöttliche Offenbarung, bleiben diese Leh-ren, was sie waren, <Sc7t6pp7)xov: eine ge-naue Erkenntniss und ein Durchdringendieser Lehren ist nicht einmal für dieGläubigen möglich (ib.). Sie sind alsonicht bloss in ihrer Mittheilung über alle