Band 
Zweiter Band. I - Z.
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Mysterien.

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Erwartung hinausgehend, sondern auchnach der Mittheilung noch alle mensch-liche Yerstandeskraft übersteigend (~ap 5Dxtoac y.ai 6usp Siavotav dv&pumvrjv, ib. 52 a),erhaben über alle Sprache und jeden Ver-stand (iravTo; -/ai Xo'/ou xal voü xot&eaxqxev,Isidor. Peius. Ep. 192, 1. II), dafür aberum so süsser, je dunkler (Äug. In ps. 138,n. 31; De yera relig. XYII 33).

5) Welche sind nun im Einzelnen dieLehren, die unter die M. gerechnet wer-den ? Darüber sind nicht Alle einig.Manche rechnen etwas zu den M., wasAndere nicht dahin zählen. Die Verschie-denheit kommt davon, dass auch bezüg-lich der M. oder dü^p-axa, ganz abgerechnetdie xripo^p-axa, solche, die den Competen-ten vor der Taufe als M. im untergeord-neteren, und solche, die erst den Neo-phyten nach der Taufe als M. im eigent-lichsten Sinne des Wortes mitgetheiltwurden, unterschieden wurde (s. o. n. 3nach Cyrill); daher Manche bei diesemNamen bloss an die letzte Klasse denken.Diese ganze Verschiedenheit berührt übri-gens, wie sich aus dem Folgenden ergebenwird, nur den Namen, nicht die Sache.Schon in den ersten Jahrhunderten begannsich mehr und mehr der Sprachgebrauchdahin zu entscheiden, dass unter M. dasbesonders begriffen wurde, was wir heuteSacramente nennen. Die Lateiner, welcheaber bloss oder wenigstens regelmässignur -den Namen Sacramentum, und dieGriechen, welche nur das Wort puax^ptovhatten, sowol für das, wofür wir im Be-sondern den lateinischen Ausdruck Sacra-mentum besitzen, als auch für jene Lehren,für die wir, um Missverständnisse zu ver-meiden, das griechische Mysterium be-lassen haben, konnten damals über dieseZweideutigkeit kaum hinauskommen. Seitsich der theologische Sprachgebrauch (dennnur um diesen, nicht um die Auffassungder Sache als solche handelt es sich) ge-nauer fixirt hat, fiel diese nur auf Man-gel der passenden Ausdrücke beruhendeUneinigkeit von selbst hinweg.

6) So findet sich z. B. über die Lehrevon der Trinität, welche bekanntlich vorder Taufe den Competenten bekannt ge-geben wurde, eine Verschiedenheit derAuffassung, die sich aus dem Gesagtenleicht erklärt. Die Lehre war Mysteriumim weitern, nicht im engsten Sinne, odernach heutigem Spracligebrauche ein My-sterium, aber kein Sacrament. Aehnlichwar es mit den christologisclien Fra-gen über die Person und die NaturenChristi. Zu den M. im weitern Sinnerechnet sie Hilarius (In Matth. 6, 1693,637), und Kaiser M a r c i a n schärfte durchzwei Gesetze (7. Id. Febr., 3. Id. Mart.)

vom J. 452 die Geheimhaltung der ,otxo-vopi'a 4 vor Juden und Heiden ein ( HardouinII 660 sq.). Geheim waren die Lehrenvon der Gnade, dem Weltgerichte, demReinigungsorte, der Fürbitte der Heiligen

u. s. f. Alle diese rechnet Origenes (Rom.1. II 3) unter die occulta Dei, die manauf -dem Papiere nur flüchtig andeutendürfe, da sie hier der grossen Welt vordie Augen treten würden. Doch sind diesnur M. im weitern Sinne.

7) M. im engsten und strengsten Sinneaber waren die Glaubenslehren vonden Sacramenten. So die Lehre vonder Taufe (Aug. In ps. 103, I 14; Cyrill.Hieros. XIX 1; Pachymeres In Dionys.1755, I 230 b); so insbesondere die Lehrevon der Eucharistie. Gerade hier liesssich Bingham (1. c.) zu der unbegreif-lichen Behauptung hinreissen, man habeüberall ungescheut vom Fleisch und BlutChristi gesprochen, nie aber vom Brodund Wein. Es ist wahr, dass die Väternicht selten auch vom Essen des Fleischesund Trinken des Blutes Christi reden, weilsie überzeugt waren, dass ohne eine be-sondere Erklärung darüber von dem eigent-lichen Sinne dieser Worte doch nichts ver-standen w'erde, und dass sie gerade mitdem Vorhalte der Unverständlichkeit die-ser Lehre öfter träge Katechumenen zurScham über ihre Unwissenheit und zurMeldung für die Taufe bewegen wollen(z. B. Aug. Serm. 132, 1). Wer aber sehenwill, wie ganz anders sie reden, wo sievon der Lehre selber handeln, und wie sieüber dieselbe weit klarere Lehren im Her-zen verschliessen, als das, was in diesenunverständlichen, allgemeinen Worten liegt,die bloss der verstehen wird, welcher be-reits deren Sinn kennt, darf nur ihre Re-den an die Neophyten (s. d. Art.) durch-gehen. Von der Lehre also, nicht blossvon den äusserlichen Riten, muss es ver-standen werden, wenn die Eucharistie un-ter die M. gerechnet wird (Iul. I Ep. adOrient, n. 15; Chrysost. Ep. ad Innoc. n. 3;vgl. Pallad. Vita XIII 34 c; Chrysost. De

b. Philogon. serm. 6, 3; in Ioan. hom. 85,

al. 84, 3). Hierher gehört insbesondereauch die bekannte Inschrift von Autun(Spicileg. Solesm. I 554 sqq.). Natürlichwurde hierher auch die Firmung gerech-net ( Dionys. Eccl. hier. IV 3, 2; Innoc. IAd Decent. c. 3; s. bes. d. Art. Neophy-ten), ferner die Ordination ( Conc. Laodic.

c. 5; Chrysost. Horn, in II Cor. 18, 3),die Busse ( Ambros. De poenit. I 8. 36;Basil. Reg. brev. 288, II 516; Frank Buss-disciplin 399—403), die letzte Oelung ( In-noc. I Ep. ad Decent. c. 8).

8) Dass auch der Cult und Ritus, wel-cher den durch ihn versinnbildeten Leh-