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Zweiter Band. I - Z.
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Nacktheit.

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dern des Pastor bonus in heidnischen Ate- Jliers zugegeben werden kann. Bemerkens- iwerth sind in dieser Hinsicht die in Ostiazu Tage getretenen Lämpchen mit demStempel ANNI SER, von denen eine An-zahl heidnische Sujets, andere den gutenHirten darstellen: ein Beweis, dass die-selbe Fabrik für Heiden und Christenarbeitete, wenn man nicht einen Confes-sionswechsel der Besitzer etwa im 3. Jahrh.annehmen will (vgl. die Abbildung Gar-rucci tav. CCCCLXXIV ’). Vgl. dazu d.Art. Pastor bonus.

Das Thema würde indessen nur unvoll-kommen erledigt, wollte man nicht aucheinen Blick auf den Synkretismus wer-fen, welcher sich im 4. und 5. Jahrh. inder Litteratur geltend macht. Seit demTriumph der Kirche unter Constantin fan-den sich natürlich Viele, die innerlichkeineswegs vom Christenthum völlig durch-drungen waren, aus äusseren, politischenund gesellschaftlichen Rücksichten zumEintritt in die Kirche veranlasst. So zeigtdas Leben seit dev zweiten Hälfte des4. Jahrh. Accommodationen, die heute fürunser Gefühl schwer verständlich sind unddie eine geistige Schichte erzeugten, welchedie auffallendsten Compromisse zwischenChristenthum und philosophischem Heiden-

! thum darstellte. Aus diesen Zuständeni gingen Schriftsteller wie Synesius, Aeneasvon Gaza, Nemesius, im Abendlande Au-sonius und Boethius hervor; es wäre wun-derbar, hätten dieselben nicht auch in derbildenden Kunst ihre Spuren hinterlassen.Ganz gewiss wiesen im Gegentheil mancheder nicht zur Erbauung der Gemeinde,zur Aufstellung und Verwendung in kirch-lichen Orten, sondern dem Privatgebrauchund dem häuslichen Luxus dienendenKunstwerke den Einfluss dieser synkre-tistischen Richtung auf. Ich zähle dahinjenes Schmuckkästchen des British Mu-seum (ehemals des Musee Blacas), aufwelchem die Toilette der Venus darge-stellt ist neben einer Inschrift, die keinenZweifel an dem christlichen Bekenntnissihrer einstmaligen Besitzer lässt (vgl. obenI 384; Kraus R. S. 2 232 f.). Hier han-delt es sich offenbar nicht um eine vonder christlichen Gemeinde und der kirch-lichen Auctorität controlirte oder gar in-spirirte Kunstthätigkeit, sondern ganz ein-fach um Künstler- und Käuferlaunen,welche immerhin bezeichnend genug sindfür den geistigen Zustand und den TonI der in Betracht kommenden Kreise. Für| manches Andere vgl. man noch die Aus-I führungen in meiner R. S. 227 f. kraus.

N.

^NACKTHEIT. I. Kackt, nudus, tujx-voc, bezeichnet, wie in dem heidnischenSprachgebrauch der Griechen und Römer,so auch bei den christlichen Schriftstel-lern des Alterthums nicht nur das gänz-liche Fehlen der Kleidung, sondern wirdauch, wie unser unangekleidet, vonPersonen gebraucht, welche nur die Unter-kleider anliatten, also von Römern ohne iToga und von Griechen ohne Pallium,namentlich aber von Leuten, die schwereArbeiten verrichten, auf dem Felde pflü-gen u. s. w., und die eine, die rechteSchulter freilassende, ärmellose oder nurmit kurzem linken Aermel versehene Tu-nica trugen (Abbild, s. bei Rieh Illustr.Wörterb., Art. Exomis, Nudus, Tunica).So heissen beim hl. Asterius {Ruinart Act.mart. ed. Ratisb. 516) die Henker der hl.Euphemia ,carnifices in levibus nudi tu-nicis 1 . Eusebius (Hist. eccl. VIII 9) hebtdesshalb auch bei der Erzählung der grau-samen Peinigung hl. Martyrinnen beson-ders hervor, dass sie ganz nackt undunbekleidet an einem Fusse aufgehängtworden seien: "(up-voTc te -rcavTeXäk y.al p.r)o’ |£TuDtaXup.p,Evot? toTc a<u|j.acn. j

II. Das Nackte in der a 11 c h r i s t- i

lieal-Encyklopädle. II.

liehen Kunst. Unbekleidet sind dar-gestellt:

A. In Scenen aus der hl. Schrift: 1) Adamund Eva (s. d. Art.) bei der Schöpfungund im Paradiese (Wiener Genesis); nachdem Sündenfall haben sie die Blosse mitden Händen, mit Blättern oder mit Fellenverhüllt. 2) Noe im Rausche (Wiener Ge-nesis). 3) Loth und seine Töchter (Gen.19, 33. 35; ebd.). 4) Isaak und Rebekka(Gen. 26, 8; ebd.). 5) Joseph flieht vorder Frau Putipliars (Gen. 39, 12; ebd.).6) Zuweilen Isaak beim Opfer Abrahams(de Rossi R. S. III, tav. XVII; AringhiR. S. II 87; s. d. Art. Abraham). 7) Mei-stens Daniel in der Löwengrube (s. d. Art.).8) Einigemal die Jünglinge im Feuerofen(s. d. Art.). 9) Susanna (Garrucci Vetri 2 ,tav. III 7 37). 10) Tobias einigemal (s. d.

Art.). 11) Jonas fast ausnahmslos (s. d.Art.). 12) Isaias, wie er dureligesägt wird{Garrucci Vetri, tav. I 3 ). 13) Einigemaldas Jesuskind auf den Armen seiner Mut-ter, z. B. in der ältesten Darstellung ausdem 1. oder 2. Jahrh. im Coemeteriuml der hl. Priscilla; ebenso bei de Rossi R.| S. III, tav. X; Aringhi R. S. I 587, II117; s. d. Art. Marienbilder). 14) Chri-

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