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Namen.
waren theils biblische, theils erst spä-ter entstandene oder von den Kir-chenvätern gebildete. Die biblischenhaben zum Urheber entweder den Erlö-ser selbst oder seine Apostel.
Eine Lieblingsbenennung der erstenChristen war der Name Brüder (a&Xcpoi,fratres), der dem Munde des Heilandesentstammt. ,Ihr seid alle Brüder 1 (Matth.23, 8). ,Gehe hin und sage es den Brüdern 1(Matth. 28, 10). Sie waren in der ThatBrüder, weil sie Gott zum Vater (Rom.8, 15; Galat. 4, 6), die Kirche zur Mutter(Galat. 4, 26) hatten, in derselben Taufedurch denselben hl. Geist wiedergeborenwaren (Joh. 3, 16), Alles, ausser den Wei-bern, gemeinschaftlich hatten (Apg. 4, 34)und sich wie leibliche Geschwister in Wortund That liebten. Darum geben die Apo-stel jedem Christen den N. Bruder(I Kor. 5, 11; 6, 6. 7; Rom. 12, 10 u. a.),darum reden sie ihre gläubigen Zuhöreran: ,ihr Männer, Brüder 1 , wie sie auchdie Christen, an welche sie schreiben,,Brüder 1 nennen. Diese Ausdrucksweiseeigneten sich die Kirchenväter an. Sogebraucht der hl. Cyprian als Anrede inseinen Briefen meistens den Ausdruck,fratres dilectissimi 1 . Und in diesem Sinneschreibt Tertullian (Apol. c. 39): ,mit Rechtführen die den N. Brüder, welche EinenVater, Gott, anerkennen, die Einen Geistder Heiligkeit eingesogen haben, welcheaus demselben Dunkel der Unwissenheitzu dem Einen Lichte der Wahrheit stau-nend gelangt sind. Jedoch werden wirvielleicht desshalb für weniger legitimeBrüder gehalten, weil unser Bruderver-hältniss nicht Gegenstand einer lärmendenTragödie [des Euripides] ist, oder weilwir, auch wenn es sich um das Familien-vermögen handelt, Brüder sind, wo beieuch in der Regel die Brüderlichkeit auf-hört. Und so haben wir, die wir unsnach Geist und Seele verbinden, keineBedenklichkeit hinsichtlich der Mittheilungunserer Habe. Alles ist bei uns gemein-schaftlich, bis auf die Weiber. 1
Der Begriff der Brüderlichkeit wurdeindessen nicht auf die Christen allein be-grenzt. Tertullian sagt ausdrücklich (Apol.c. 39): ,was die Bezeichnung Bruder an-geht, so sind wir sogar eure Brüder nachdem Rechte der Natur, der gemeinschaft-lichen Mutter, obgleich ihr schlechte, weilzu wenig menschliche, Brüder seid. 1 Inähnlichem Sinne sprechen sich aus Lactan-tius (Inst. div. V 6), lustin (Dialog, contr.Tryph. c. 16), Minucius Felix (Octav. c. 31).
Da die Christen (Brüder 1 waren, sokonnte ihre Genossenschaft ,15 rüder-s c h a f t 1 (ddsXcpoTT]j, fraternitas) genanntwerden. ,Liebet die Brüderschaft 1 (I Petr.
2, 17). Und der hl. Clemens Rom. schreibt(In I Cor. c. 3), dass seine Sorgen beiTag und bei Nacht der ganzen B r ii d e r-schaft gewidmet seien. In den Briefendes hl. Cyprian kehrt oft wieder die Auf-forderung : grüsset in meinem Namen rechtsehr die ganze Brüderschaft 1 . StattBrüderschaft gebrauchen manche kirch-liche Schriftsteller und Monumente denAusdruck Gemeinschaft der Brüder 1 (col-legium oder ecclesia fratrum), so Hippolyt(Philos. IX 12) und ein afrieanisches Epi-taph ( Renier Inscr. de l’Algerie II 4025).
Die Idee der Brüderlichkeit drückte sichsogar in eigens gebildeten Eigennamen aus:HIC REQVIESCIT ADELFIVS ( BoissieuInscr. de Lyon 597). Auch das Museumvon Bordeaux bewahrt das Epitaph einesKindes mit Namen ADELFIVS (Martigm/Dict. 2 333).
Weil die Christen Brüder sich nanntenund auch wirklich brüderliche Gesinnunghegten, die Heiden aber, weil meistensvon Egoismus geleitet, dies nicht begreifenkonnten und auch den Ausdruck ,Bruder 1,und ,Schwester 1 in dem Sinne gebrauch-ten, wie mancher leichtlebige Zeitgenossedie Maitresso seine ,Freundin 1 nennt, soimputirten die Heiden den Christen ödi-podeischen Umgang. , Unwahrscheinlichist es nicht, 1 so äussert sich der HeideCaecilius bei Minucius Felix, ,dass ödipo-deische Vermischungen und thyesteischeMahle bei euch Vorkommen . . ., da eureschändliche Religion das Dunkel liebt. 1
Dem brüderlichen Verhältnisse entspre-chend nannten (vgl. Athenag. Leg. proChrist, c. 3) ältere Christen jüngere ,Söhn eund Töchter 1 , während umgekehrt jün-gere die älteren ,Väter und Mütter 1nannten. Vielfach war jedoch mit demAusdruck ,Sohn und Tochter 1 die Idee dergeistigen Zeugung, sei es durch Lehre, seies durch Weihe, verbunden (vgl. I Thess.2, 7).
Drückte der Name Brüder das \ erliält-niss der Christen zu einander aus, so lagin der Benennung ,Jüngcr‘ (Schüler,p.a&r ( Tat', discipuli) das richtige (gläubig-folgsame) Verhältniss zu Christus. ,Wennihr bleiben werdet bei meinem Worte, sowerdet ihr wahrhaft meine Jünger sein 1(Joh. 8, 31; vgl. Chrys. Iloni. 21 in Act.).In dem gedachten Sinne kommt der NameJünger wiederholt in der Apostelgeschichtevor (Apg. 6, 7; 9, 1. 19).
Noch mehr als in dem N. Jünger liegtin dem N. Knecht die unbedingte Hin-gabe und Unterwerfung unter Gottes Wil-len ausgedrückt (Matth. 4, 10; Luc. 4, 8;Eplies. 6, 9). In diesem Sinne nennt sichder Apostel ,Diener (ooüXoc, servus) JesuChristi 1 (Rom. 1, 1; Phil. 1, 1), wie sich