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fait des oracles sibyllistes 64 sq.). — Se-minatores fallaciae (Aussäer von Betrü-gerei) heissen die Apostel und andereChristen in einer bei Lactanz (Instit. div.II 4) angeführten Stelle. Gaukler undTaschenspieler (-p^xa t und praestigiato-res) betitelt sie Celsus {Orig. C. Cels. I 2,VI 4) und der Verfasser der Schrift ,Phi-lopatris 1 c. 25. Iulian ( Cyrill. Alex. Contr.Iulian. III 2) nennt den hl. Paulus dengrössten aller Praestigiatores. Noch häu-figer begegnet uns der Spottname impo-stor , cTr'.ik-irjc (Aufschneider, Betrüger),und ebenso häufig das Schimpfwort se-ductor und deceptor, i:X«voc (Verführer).Schon die Juden nannten den Heilandixewos 6 itXavos (ille seductor, Matth. 27,63). Desselben Spottnamens, auf alle Chri-sten angewandt, erwähnt Augustinus (InPs. 63). Die Urheber dieses Spottnamenswaren nach Imtin (Dial. c. Trvph. c. 33)die Juden, welche ,nach der AuferstehungJesu, weit entfernt, Busse zu tlhin, Män-ner auswählten und in alle Welt sandten,zu sagen, eine neue gottlose und ver-brecherische Secte sei aufgetaucht, ge-stiftet von einem gewissen Jesus aus Ga-lilaea, einem Verführer (~).dvo;). Celsusräth {Orig. C. Cels. VII 5)) alle (christ-lichen] Impostores zu meiden. WeitereStellen mit dem Spott-N. impostor s. Kor-tholt Pagan. obtrect. 464. Dies Wort warso geläufig, dass nach dem hl. Hieronymusdie Heiden, sobald sie eines Christen an-sichtig wurden, riefen: ,selit den griechi-schen Betrüger 1 (en graecum impostorem).— Konnte man die Wunder der Christendurch Gaukelspiel nicht erklären, so er-klärte man sie als Werke der Zauberei;daher die Anklage der Christen auf Zau-berei (Katholik 1879, I 63), daher dieSpott-N. Magier und Zauberer (magi etmalefici). ,Isti magi et nialefici 1 (Acta s.Bonosi c. 3). Der Richter Asclepiadesnennt den hl. Romanus einen Erzzauberer(summus magus), und der heidnische Pöbelschrie bei der^Hinrichtung der hl. Agnes:Jolle magam, tolle maleficam“ {Ambros.Serm. 90). — Endlich gehört zu dieserGruppe das Schimpfwort xaxo6odp.ovsj (malidaemones, böse Dämonen). Der PräfectMaximus fragt den hl. Andronicus: ,xt XourövrcotsTj xocxoSaigov;* desselben Schimpfnamensgegen die Christen bedient sich Lucian(De morte Peregr. c. 13).
7) Zum Schwindel gesellte sich eine,schlechte Moral 1 : im Geheimen triebenangeblich die Christen Blutschande undandere schreckliche Verbrechen; daher dieSchimpfworto incestuosi {Terfüll. Apol. c. 2),pessimi, probrosissimi {Tertull. Ad nat. I 5),rei omnium scelernm {Tertull. Apol. c. 2),per Jlagitia invisi {Tue. Ann. XV 44).
8) Wer solche (vorgebliche) Schand-thaten treibt, muss die Verborgenheit unddas Dunkel aufsuchen {Minuc. Fel. Octav.c. 5). Daher kommen die Christen nurNachts zusammen und an abgelegenenOrten, halten ihre Lehre geheim (doctrinaclandestina, xpucpiov obypa, Orig. C. Cels.I 9), erkennen sich an geheimen Zeichen(occultis se notis et insignibus noscunt,Minuc. Fel. 1. c. c. 8). Hierauf basiren dieSchimpfworte lucifuga et latebrosa natio(lichtscheues, dunkelsuchendes Volk, Mi-nuc. Fel. 1. c. c. 8), und die bei Cyrill.Alex. (C. Iulian. VIII 5) vorkommendenSpott-N. des Iulian: voxvspiosc (Fleder-mäuse), gx(uXy]xss (Würmer), ßdxpayoi(Frösche), guppivp/.e s Ameisen).
9) Besonders waren die Christen in denAugen der Heiden Parteistifter, Aufrüh-rer , Feinde der Kaiser, des Reiches, jades Menschengeschlechtes; desswegen dieSchimpf-N.: factiosi (,wir sind keine Par-teistifter [faetiosi], wenn wir alle ein ge-meinschaftliches Gut erstreben 1 , Minuc.Fel. Octav. c. 8), Ventilator itrbis {Prud.Perist. XIV, v. 78). vulgi levis procella(1. c. v. 79), plebs profanae coniurationis{Minuc. Fel. Octav. c. 8), homines nefuriaeconspirationes (Acta pass. s. Cypr.), homi-nes deploratae, inlicitae nc desperalae fac-tionis {Minuc. Fel. 1 . c. c. 5), plebs rebellis{Prudmt. Perist. XIV, v. 62; vgl. Tertull.Apol. c. 29), extranei {Tertull. Apol. c. 31).Als Feinde der Kaiser und des Reiches be-legte man die Christen mit den Schimpf-worten hostes principum, irreligiosi in Cae-sar es, rei laesae maiestatis {Tert. Apol. c.10; Ad nat. I 17; s. Weiteres im Katholik1869, I 60 f.), hostes publici, hostes populi,hostes generis humani, odium generis hu-mani, inimici totins naturae {Tertull. Apol.c. 2. 35. 38; Ad nat. I 17; Ad Scapul.c. 4; Lact. De morte persec. c. 14; Tacit.Annal. XV 44).
, 10) Die christliche Religion war einooiga ßdpßapov, die Christen selbst extranei.Daher trugen sie den Spott-N. Iudaei, dasie, aus dem Judenthum entstanden, langeZeit für eine jüdische Secte galten {KrausR. S. 46). Der Hinneigung zu jüdischenGebräuchen wurden unter Domitian Vielebeschuldigt, die wegen Atheismus liiuge-richtet wurden {Dio Cass. LXVII 1. 3).luvmal (Sat. XIV, v. 100) verspottet die,welche die römischen Gesetze verachten,dagegen jüdische Vorschriften lernen undbeobachten (iudaicum ediscunt ac servantet metuunt ius). Urheber des SpottnamensKazareni sind die Juden (Apg. 24, 5),welche auch nach Hieronymus (In Isai.c. 49) unter diesem Namen die Christenverwünschten (vgl. Epiph. llaeres. XXIX,n. 1). Von den Juden adoptirten diesen