Band 
Zweiter Band. I - Z.
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Neophyten. 489

genommenen Handlungen anderswo (s. d.Art. Taufe n. 15 ff.) besprochen werden,bloss die katechetischen Yorträge an dieN., unter allen kirchlichen Lehr-vorträgen die wichtigsten.

2) Es ist eine sehr auffallende und den-noch völlig gewisse Thatsache, dass in deralten Kirche die Getauften zu allen Sacra-menten, dem wichtigsten Tlieile des Got-tesdienstes, zugelassen wurden, ohne dassman ihnen zuvor, die wenigen kurzen An-deutungen abgerechnet, welche man ihnenmanchmal unmittelbar vor der Taufe gab(s. d. Art. Katechet. Unterricht II 138),zu sagen wagte, was sie dabei empfingen.Erst nachdem sie derselben theilhaftig ge-worden und sie so Eingeweihte ge-worden waren, gab man ihnen in geschlos-sener Versammlung, zu der kein Unein-geweihter Zutritt hatte, Belehrung darüber.So strenge wurde die Arcandisciplin ge-wahrt. Desshalb sind aber auch geradediese Yorträge so bedeutsam, weil sie fastdie einzigenUeberreste der altenkirchlichen Litteratur sind, inwelchen klar und ohne Rückhaltüber die tiefsten Geheimnisse der■christlichen Lehre und Gottes-verehrung gesprochen ist, überdie Eucharistie und das Opfer,über Firmung und Liturgie (doc-trina secretior, wie Hieronymus sagt, Ep.ad Fabiol. 64, al. 128, n. 21, Vall. 1734,I 367; Mart. IY, 2, 584).

3) Auch hier steht obenan Cyrill vonJerusalem. Vom Ostermontag an hielt ertäglich einen derartigen Unterricht vorden N. in den fünf sog. mystagogischenKatechesen (XIX—XXIII), welche an Be-deutsamkeit die früheren weit iibertreffen.Die erste und zweite handeln vom Sacra-ment der Taufe; die dritte (XXI) vonder Firmung als einem besondern Sa-crament, neben der Taufe selbständigstehend, ihr gleich, ja über sie erhaben,ausgerüstet mit einer besondern Wirkung,der Mittheilung des hl. Geistes. In dervierten (XXII) wird die Lehre von derwahren Gegenwart des Leibes und Blu-tes Christi in der Eucharistie und von derWesensverwandlung mit der grösstenKlarheit und Bestimmtheit dargelegt; inder fünften (XXIII) die Eucharistieals wahres, unblutiges Opfer, und zwarnicht bloss als Lobopfer, sondern auchals wahrhaftes Versöhnungsopfer er-klärt. Dabei folgt auch eine Erklärungder Liturgie und eine weitere überdie Oratio dominica, welche im Orientnicht vor, sondern erst nach der Taufeniitgetheilt und erklärt wurde. Eine sechsteKatechese, welche Cyrill angekündigt(XXVIII 33) und wol auch gehalten bat,

ist nicht mehr vorhanden; sie war parä-netischer Art.

4) Begreiflich stand das Gesetz von derDisciplina arcani der Aufzeichnung undForterhaltung solcher Reden sehr im Wege.Desshalb ist es sehr begreiflich, wenn auchfür uns bedauerlich, dass von denselbenmeist bloss Beispiele paränetischer Artüberliefert worden sind, zumal aus demOrient, wo man stets auf die Pflicht derGeheimhaltung das grösste Gewicht legte.Indess haben wir doch Andeutungen ge-nug, die uns beweisen, dass es, und zwarschon seit den ältesten Zeiten, überallgerade wie zu Jerusalem gehalten wurde.Ueber lustin, Cletnms Alex, und Origenes,welche alle nach der Taufe Belehrung überdie Mysterien, zumal die Eucharistie, vor-aussetzen, s. Weiss Pädagogik 69. 93. 141 f.und d. Art. Katech. Unterricht n. 19. VonClemens ist ausserdem eine Mahnrede zurAusdauer (TcpoTpsimxcif u-op.ov>jv) an dieN. verloren gegangen. Die Const. apost.reden bloss von Ermahnungen zu einemguten Leben (II 7, III 18; vgl. VII 45),wogegen Irenaeus allerdings von einer Be-festigung der N. im Glauben spricht (1. V,praet'.). Von Athanasius aber hat uns derPatriarch Eutychius von Constantinopel einBruchstück aus einer Rede an X. (£* t<üetc xouc ßaimCop-Evouc Xoyiu) von grösstemWerth erhalten, da in demselben die Lehrevon der wirklichen Gegenwart desLeibes und Blutes Christi und der We-sensverwandlung mit aller möglichenGenauigkeit gelehrt wird ( Mai Nova PP.bibl. IV, 1, 62). Möglich ist übrigens{Athanasius gebraucht das Futur o'|"t), dassdie Rede unmittelbar vor der Taufe (s. d.Art. Katech. Unterricht n. 24) gehalten ist.Ob auch die angezogene Rede des Eutychius(1. c. 55—62, De paschate et de euchari-stia) hierher gehört, bleibt zweifelhaft. Inden Werken des hl. Basilius über die Taufekommen gelegentlich auch Abschnitte vor,die sich auf den N.-Unterricht beziehen(1. I, c. 2, 9; c. 3, 1. 3; 1. II, qu. 1). Be-sonders wichtig ist 1. I, c. 3, wo er vonder Nothwendigkeit redet, dass der Wie-dergeborene die hl. Geheimnisse empfange,und den Katecheten Anleitung zur Erthei-lung des Unterrichts über die Eucharistiegiebt. Natürlich kann er das in einemfür die Oeffentlichkeit bestimmten Buchenicht mit so deutlichen Worten ausspre-chen , wie Cyrill in seinem vor Einzu-weihenden gehaltenen Unterrichtsvortrag.Ausserdem besitzen wir von ihm einenBrief (292, al. 386) an einen N., dochbloss ermahnend. Am Schlüsse seiner40. Rede über die Taufe, gehalten aufEpiphanie, an der in jenen Gegenden ge-tauft wurde, wendet sich Gregor von A a-