Band 
Zweiter Band. I - Z.
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Novi — Nullatenses.

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sozusagen die einzige Wunde am Leibeder Kirche; wäre es gelungen, ihr gegen-über die neue Lehre zur Anwendung undAnerkennung zu bringen, dann hätten sichdie weiteren Folgen von selbst ergeben.Ebensowenig streitet gegen obige Behaup-tung eine Stelle Cyprians, wonach Nova-tian nur Abgefallene, nicht aber andereöffentliche Sünder ausgeschlossen, daherbeharrlich Unzüchtige, Betrüger und Ehe-brecher in seiner Gemeinschaft gehabthabe (Ep. 55, c. 26. 27). Hiermit wirdeinfach behauptet, dass Novatian in sei-nem Nachtrabe grobe Sünder gezählt, nichtaber, dass er sie durch Nachlassung schwe-rer Verbrechen wieder in seine Gemein-schaft aufgenommen habe. Da die N.meinten, die Kirche hätte durch Aufnahmevon Idololatren aufgehört, die reine undmakellose Braut Christi zu sein ( Cypr. 1. c.),so benützte Cyprian den Umstand, dassthatsächlich nicht minder grobe Verbre-cher sich in ihrer Gemeinschaft befänden,als ein argumentum ad hominem zur Bloss-legung ihres pharisäischen Stolzes. Ueber-dies gebraucht Cyprian anderswo Aus-drücke (z. B. Ep. 60, c. 3), welche klargenug andeuten, dass er in Novatian einenLeugner der kirchlichen Schlüsselgewalterkannte. Das letzte Bedenken macht indiesem Betreff der c. 8 der Synode vonNicaea. Dem zufolge mussten die Katharer(= N.), falls sie zur Kirche zurückkehrenwollten, eine schriftliche Erklärung aus-stellen, dass sie mit allen Lehren derkatholischen Kirche übereinstimmen, unddaneben noch versprechen, sowol mit denen,die in zweiter Ehe lebten (ein Theil derN. verbot auch die zweite Ehe), alsauch mit denen, welche in einer Verfol-gung gefallen waren, Gemeinschaft zuunterhalten. Dieser Kanon wird nun häufigso verstanden, als ob letztere zwei Punktejene ,Lehren 1 andeuteten, wofür sich dieN. bei ihrem Uebertritt schriftlich zu be-kennen hatten. Wäre dies der Fall, dannhätten die N. eher in die Kategorie derRigoristen, als in die der Häretiker ge-hört, und sie könnten nicht schlechthinals Leugner der kirchlichen Schlüssel-gewalt angesehen werden. Es ist jedochzu bemerken, dass die erwähnten zweiPunkte nicht so sehr das Dogma, als viel-mehr die Disciplin betreffen. Wenn nunder Kanon zweimal ausdrücklich ver-langt , dass die Katharer in allenStücken mit den ,Dogmen 1 der Kircheübereinstimmen müssen, dann sind zwei-felsohne ausser den Disciplinargegenstän-den noch andere Punkte gemeint, zu denengewiss die Lehre von der Vergebbarkeitaller Sünden in erster Linie zählte. Durch( üe beharrliche Weigerung, diese Lehre

anzunehmen, blieben ja auch die Ver-handlungen mit Ascesius zu Nicaeaohne Erfolg.

Auf der Stufenleiter des Irrthums hatalso Novatian einen ähnlichen Weg durch-laufen, wie Tertullian. Wie dieser, umdie Ansicht von der Unvergebbarkeit derMoechie durchzusetzen, mit der ganzenSchlüsselgewalt der Kirche tabula rasamachte, so auch jener, um die Meinungvon der Niclitvergebbarkeit der Idolo-latrie zur Anerkennung zu bringen. Glei-chen sich beide in ihrem Ausgangspunkt,so gingen sie doch in ihren weiteren Zie-len auseinander. Tertullian nämlich, sichbegnügend, die Wahrheit mit Wenigen,wie er meinte, zu lieben und den Irrthumder Menge überlassend (De pudic. c. 1),trat einfach aus der Kirche heraus undging zur Secte der Montanisten über;Novatian dagegen wollte nicht aus derKirche scheiden, vielmehr die Kirche zusich herüberziehen und seine neue Lehrezum Gemeingut der ganzen Christenheitmachen. Wie rasch die Erfolglosigkeitdieses Versuchs zu Tage trat, ist aus derKirchengeschichte bekannt. peters.

II. Es ist nicht ohne Grund vermuthetworden, dass in den Wandmalereien derKatakomben des 3. Jalirh. eine Bezug-nahme auf die novatianische Häresie ge-nommen ist. Man glaubt namentlich, dassdie häufige Wiederkehr der Darstellungdes guten Hirten und vielleicht auchdie ebenso häufige Geschichte des Jonaseine Anspielung auf die katholische Lehrevon der Busse und einen Protest gegendie N. in sich schliesse. Vgl. die betr.Artikel. kraus.

JiOVI, s. Neophyten.

XOVILUXIUM, s. Neomeniae.

NOYITIOLI für Kateeliumenen gebrauchtTertull. De poenit. c. 6 in demselben Sinn,wie Aug. De svmb. fid. ad catech. II 1tirones Bei anwendet. Dagegen gehörtder Terminus Novitius für Novize, denAnfänger im Klosterleben, erst dem MA.an (vgl. Conc. Aquisgrann. a. 817, c. 34).

A'UDITAS, s. Nacktheit.

XULLATEA’SES sc. Episcopi. Die Or-dination von blossen Titularbischöfen (ti-tulares, utopici, Panormitan.) kannte dasAlterthum im Allgemeinen nicht; das Conc.Chalced. c. 6 (Conc. IV 758) gebot: p.r]ff£vadiroleXopiviDj yEtpoTovEcjfiat. Ebenso forder-ten die Lateiner locale Ordinationen;das Conc. Valent, c. 6 (Conc. IV 1260)verbot, Jemanden zu ordiniren, qui loca-lem se futurum primitus non spoponderit,und Leo d. Gr. spricht demgemäss von