Band 
Zweiter Band. I - Z.
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Oblatio.

der alten, zu eucharistischen Zwecken nachdem Evangelium, und einer zu mildenZwecken entweder vor oder nach der Messe,oder wenigstens vor dem Evangelium ( Hinc -mar. Capit. I 16; Regino De eccl. discipl.

I 72). Die 0. auf den Altar zu legen,war Sache des Diakons. Isidor. Ep. 8 adLeudefr. (Etymolog. YII 12, 23): levitaeoblationes inferre et disponere debent,i. e. inferunt oblationes in altaria, com-ponunt mensam Dei. Id. De eccl. offic.

II 8, weil das ,Dienen bei Tische“ derälteste Dienst des Diakons sei. In dergriechischen Kirche scheint der Bischofoder Priester selbst die Gaben auf denAltar gelegt zu haben ( Can. apost. 3;Const. apost. VIII 12; Liturgie des Jaco-bus bei Renaudot II 3; Goar Euchol. 73).

4) Oblationsgebete. Die Liturgi-ker älterer und neuerer Zeit sind ziemlichallgemein der Ansicht, dass die Gebetebei der Opferung jüngern Ursprungs seien,indem ursprünglich die O. nur Handlunggewesen sei. So Probst a. a. 0. 245 u. 380;Bona Rer. liturg. II 9, § 2, welcher sagt:,der Act der Opferung durch den Priesterging stillschweigend vor sich.“ Er beruftsich u. A. auf Micrologus (1160) De eccl.observ. c. 11: romanus Ordo nullam ora-tionem instituit post offerendam et antesecretam. Ein eigentliches Oblationsgebetin der römischen Liturgie nimmt Probsterst für das 8. Jahrh. an. Indess wirdes sich hier um genauere Feststellungdessen, was man unter Oblationsgebet ver-steht: ob man ein Gebet meint, das mitdem Acte der Darbringung zeitlich strengzusammenfällt, oder unmittelbar sich andenselben anschliesst, aber seinem Inhaltnach den Act der 0. begleiten soll. Indiesem Sinne finden sich im Abend- wieim Morgenlande Oblationsgebete; aber ihreVerschiedenheit und wechselnder Charak-ter in den Einzelkirchen zeigt, dass dieälteste Liturgie kein stehendes Obla-tionsgebet hatte. Ein Opferungsgebet hatwol Irmaeus Haer. IV 17, § 5 im Sinn,wenn er sagt: ,die Kirche bringt die reineOblation (des Neuen Bundes) dem Schö-pfer dar, opfernd aus seinen eigenen Ge-schöpfen (nämlich Brod und Wein) mitDanksagung.“ Ein bestimmtes, immervom Celebrans gesprochenes Gebet der 0.findet sich nahezu in allen griechischenLiturgieen. Bickell (Zeitschr. für kathol.Theol. 1880, 90 ff.) ist der Meinung, dasssich das Oblationsgebet (in der römischenKirche Secreta) aus Ps. 114 u. 115 (Vulg.)und dem Gebet Christi Luc. 22, 17 ent-wickelt habe. Ueber die Marcusliturgies. Renaudot I 143 und Asseinan i Cod. lit.V 17. In allen älteren Liturgieen wirddas Oblationsgebet mit dem Zuruf Orate

fratres oder einer ähnlichen Formel ein-geleitet. In den jüngeren griechischenLiturgieen heisst das Gebet su/r] Trpot xo-pzSrjf. In der Liturgia Basilii betet derPriester für sich, damit er das Opfer rechtvollziehe ( Goar Euchol. 164); bei Chry-sostomus ( Goar 74), dass das Opfer an-genehm sei vor Gott und dass der guteGeist der Gnade seine Wohnung bei unsund bei diesen Gaben und allem Volkeaufschlage. Alle späteren Gebete der grie-chischen Liturgieen haben mit der desChrysostomus das Eigenthümliche, dasssie die Oblation der Elemente mit jenerdes sacramentalen Leibes und Blutes ver-mischen, d. i. die Consecration anticipiren.— Im Abendlande treft'en wir erst seitdem 12. Jahrh. feststehende Gebetebei der 0. der Elemente und zwar in derrömischen Liturgie seitdem fünf Gebete:suscipe, sanete pater; offerimus tibi; inspiritu liumilitatis (aus der spanischen d. i.mozarabischen entlehnt); veni sanctifica-tor, und: suscipe, sancta trinitas (aus dergallieanischen Liturgie entnommen; Micro-log. 1. c.). Letzteres Gebet ist zugleichambrosianisch {Ramel. Rit. I 298; Bona1. c. c. 9, n. 2). Dagegen findet sich inviel früherer Zeit eine wechselnde Collecte,Secreta genannt. So im gelasianischen Sa-cramentar und in den Acta s. Castr.; beiden Boiland. 11. Febr. n. 16: in qua ob-latione dum inchoaret secreta principia,d. i. als die Secreta über die 0. gespro-chen wurde. Ueber den Namen diesesStillgebetes s. Amalarius III 20. ImGregorianum heisst es entweder Secretaoder Oratio super oblata. Diese lautet imLeonianum: wir bitten dich, o Herr, dassdiese Gaben deines Volkes dir mögen an-genehm sein durch die Fürbitte der hei-ligen Apostel (Petrus und Paulus), aufdass, wie sie deinem Namen für ihre Siegedargebracht werden, so durch ihre Ver-dienste mögen vollendet werden ( MuratoriLit. rom. I 330). Im Mailänder Ritusbetet der Priester mit lauter Stimme einunserm Orate fratres entsprechendes Ge-het, alsdann grössere Stillgebete und zu-letzt eine wechselnde Oratio super oblata(alta voce dicenda) gleich unserer Secreta(Pamel. 1. c. 297 und Bona II 9, n. 2).Die gallicanische Liturgie hatte ausserden Oblationsgebeten Veni sanctificator undSuscipe sancta trinitas noch eine ,Collectiopost nomina 1 , die der römischen Secretaentsprach, während der mozarabisclieRitus vier stehende Gebete enthält, dar-unter das In spiritu humilitatis, wovondas Veni sanctificator nur die Fortsetzungist, hierauf folgt das Sacrificium {— un-serm Offertorium); ferner einige Vorberei-tungsgobete und die Nennung der Namen