Band 
Zweiter Band. I - Z.
Seite
517
JPEG-Download
 

Oblationarius —■ Oceanus.

517

diaconus suscipit oblatas duas de öblaiio-nctrio (de prothesi, sagt Goar Euchol. 99)et dat pontifici, quas cum posuerit pontifexin altari, levat ealicem archidiaconus etc.Sachlich entsprach in manchen Kirchender ältern Zeit das Corban oder Gazo-phylacium ( Cypr. De op. et eleem. c. 15)dem 0., oder richtiger, jenes vertrat dieStelle von diesem. krieg.

OBLATIONARIUS ist spezieller Name desSubdiakons, seltener des Diakons, der demcelebrirenden Priester die Opfergaben Brodund Wein darbot, griechisch rpoi'fopaptofbei Cyrill. Scythop. Vita s. Sabae. DasWort findet sich kaum vor dem 8. Jahrh.und der Titel scheint nur in der römi-schen Kirche bestanden zu haben, wo derO. alles für die Eucharistie Nöthige ausdem Patriarchium herbeischaffte. In rö-mischen Ordines begegnen uns Ausdrückewie Subdiaconus, 0., Regionarius. Dassder 0. den weitern Dienst hatte, über dieEröffnung der Gräber von Heiligen zuwachen, lehrt u. a. eine Stelle in derHistor. translat. s. Sebastian. § 27, wo esheisst: oblationario voeato itaque, cuiuserat sortis ex romana consuetudine ape-rire sepulchrum etc. In der oströmischenKirche vertrat bisweilen ein Sopjtaxtxöj xoivoiroSiaxoviov die Stelle des 0. Anastas. Bibi.Ad synod. VIII, act. 2. krieg.

OBRENDARIUM hiess bei den Römerndie Stelle unter dem Paviment der Colum-barien, wo ganze, unverbrannte Körperbeigesetzt wurden (von obruere, daher Ob-ruendarium, 0., locus corporibus obruendis).Fabretti Inscript, dom. 14 f. (vgl. de VitLexic. s. v.) hat nachgewiesen, dass, woheidnische Grabsteine von Vasa obrendanasprechen, an unter dem Paviment beige-setzte (obrutae) Thonsarkophage (archedtlili) zu denken ist. In der christlichenEpigraphik fehlt der Ausdruck, nicht aberdie Sache. Solche Solia ßctilia, wie siePlinius nennt (Nat. hist. XXXV 12; vgl.die heidnische Inschrift bei Orelli n. 4370,welche den Thonsarg ebenfalls erwähnt),mussten den Christen gerade sehr bequemsein, und dem entsprechend hat de Rossiunter dem ursprünglichen Bodenbelag vonvon S. Doinitilla, seltener in anderen Coe-meterien, mehrere derartige Sarkophagegefunden. Sie scheinen gegen Ende des2. Jahrh. schon ausser Gebrauch gekommen2 u sein. Vgl. R. S. III 395 f. kraus.

OCEANUS, Meer. Die Personificationdes Meeres wechselt in der antiken Kunst,je nachdem man von der weiblichen grie-chischen öa'Xauia oder dem männlichen 0.ausging. In ersterm Falle ist die Dar-

stellung eine weibliche. Auf einem vonPhilostrat (Imag. XXVII 43) gesehenenBilde war die Boeotien und Attica be-nachbarte Seelandschaft Oropos als einvon Meerjungfrauen umgebener Jünglingveranschaulicht, die Frauen aber stellendie öaXaaaai vor: fpatpst 81 xal xov ’Qpwitövvsavtav £v yXauxoll fovaiotj • xa 8s saxi 8a-Xatxat. Demgemäss sieht man auch aufchristlichen Denkmälern, so auf einemrömischen Sarge (Garrucci tav. CCCIX 3 ),das rothe Meer als eine halbnackte, ander Erde liegende Nymphe abgebildet,welche einen bald zum rothen Meer wer-denden Fluss ausgiesst. Im zweiten Fallist der 0. als ein bärtiger Greis geschil-dert, der in ähnlicher Situation, mit dem

Fig. 334. Vom Sarkophag des Iun. Bassus iGarruccitav. CCCXXH*).

Ruder im Arm, daliegt und das Meerausgiesst. So auf einem Sarkophag ( Gar-rucci tav. CCCXXXI 3 ). Auch die aufdem Sarkophag des Iunius Bassus ( Gar-rucci tav. CCCXXII 2 ) unter Christi Füssensichtbare Figur (bärtiger Greis), sowie dieentsprechende auf einem andern Sarko-phag (ib. tav. CCCXXXIII 4 ) erkenne ichmit Garrucci (Hagiogl. 92, not. 1) als O.,nicht mit Martigmj 173 als Darstellungdes Firmaments. Die ganze Gestalt istaber auch vertreten bloss durch einenKolossalkopf, dem Seethier entspringend,wie auf den synkretistischen Fresken vonPraetextat (Garrucci t. CCCCLXXXXV 6 ),oder durch einen einfachen Tritonenkopf.Auf heidnischen Sarkophagen sieht manden O.-Kopf von Delphinen, Tritonen und