Band 
Zweiter Band. I - Z.
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OchB.

Nereiden umgeben; ob da, wie Minervini(Bull. arch. Nap. II, ser. VI 60 f.) undLand (Nuove mem. dell’ Istit. di corrisp.arch. 486) annehmen, eine Anspielung aufdie Transmigration der Seelen nach denInseln des bessern Jenseits zu sehen ist,sei dahingestellt. In dem isolirten O.-Kopfdes Coemeterium di S. Callisto (de EossiE. S. II 359, tav. XXVII. XXVIII) istde Eossi geneigt, nur ein Ornament ohnesymbolischen Sinn zu sehen. Dagegenneigt er entschieden dazu, eine solchesymbolische Beziehung in jenem 0. zusehen, der inmitten des von Fischen be-lebten Meeres, auf welchem die Apostelfahren und fischen, auf der Bronce-kuppe des Mus. Kircher. ( CarducciSul grande musaico recentemente scopertoin Pesaro, Pesaro 1867, 38 f.) prangt. Wardieses Gefäss bestimmt, bei der Taufe zurPerfusio zu dienen (analog demjenigen,dessen sich der Perfusor in den antikenBädern zum Aufgiessen des Wassers aufden Körper der Badenden bediente, vgl.Avellino Bull. arch. Nap. I, ser. II 67), solegt sich in der That der Gedanke nahe,dass der O.-Kopf hier in einer symboli-schen Beziehung zu dem Element stand,in welchem die Pisciculi schwimmen. Vgl.d. Artt. Fisch I 516 und Delphin I 351.Die Darstellung des Meeres in der spätemKunst hat Piper Symbol, und Mythol. II66—84. 104—107 ausgiebig behandelt. Fürdie altchristliche Periode vgl. noch Gar-rucd Storia I 265. kraus.

OCHS. Der 0. findet sich auf verschie-denen Denkmälern. 1) Bei Darstellungender Geburt Christi neben der Krippe: aufeinem Grabstein des J. 343 (de Eossi In-script. I 51), auf mehreren Sarkophagenzu Rom ( Aringhi I 295. 615. 617; II 355.395), Mailand (Allegranza Mon. di Milan,tav. V), Arles ( Mittin Midi de la France,pl. LXVI 4 ), auf geschnittenen Steinen( Vettori Num. aer. explic. 37; Venuti Acad.di Cortona VII 45; Allegranza 1. c. 64)und auf Diptychen ( liugati Mem. di s.Celso, in fin.). Der 0. erscheint hier alsSymbol des Iudaicus populus iugo legisattritus ( Melito v. boves, Spicil. Solesm.III 15; s. d. Artt. Esel I 431, NativitasII 484). Eine ausführliche Abhandlungvon P. Jose Eugenio de Uriarte S. J. über0. und Esel bei der Krippe enthält unterdem Titel ,E1 buey y el asno, testigos delnacimiento de nuestro Sefior' die Zeit-schrift La ciencia cristiana vol. XII, n. 71,p. 260—275; vol. XIII, n. 28, p. 64—87;n. 74, p. 167—188, Madrid 1879 u. 1880.

Abhandlung, welche eine genaueBerücksichtigung der Denkmäler zeigt, lie-fert zugleich ein sehr nachahmenswerthes

Beispiel der Verwerthung der altchrist-lichen Denkmäler für die Lösung theolo-gischer Fragen.

2) Bei der Darstellung des Orpheus mitanderen Thieren ( Aringhi R. S. I 563),vielleicht in derselben symbolischen Be-deutung, da die daneben stehenden Ka-meele nach Melito v. Camelus 1. c. III 10und dem daselbst angeführten hl. Gregord. Gr. ein Symbol der Heiden sind. Ohdie mit biblischen Typen abwechselndenBilder zweier Lämmer und zweier Ochsen-auf einem Gemälde ( Aringhi I 547) sichauf das Mittelbild des Orpheus beziehen,,wie Aringhi (I 546) und Martigny (Art.Orphee) glauben, scheint zweifelhaft; eherdürfte hier der 0. in seiner Bedeutung-ais Symbol der guten AVerke ( Melito undGregor. M. 1. c.), die zum Himmel führen,,wie das Lamm als Symbol der Mitglied-schaft der Kirche, der Heerde Christi,aufzufassen sein.

3) In einem Arcosolium ( Aringhi I 571}ist neben dem Brustbilde des Verstorbenenals Gegenstück zu der links stehendenTaube rechts ein 0. abgebildet, entwederebenfalls als Sinnbild der treuen Uebungguter Werke, oder, wenn der Verstorbeneein Geistlicher war, als Symbol der apo-stolischen Thätigkeit desselben (boves apo-stoli et ceteri praedicantes, Melito et Greq~M. 1. c.).

4) Zwei Ochsen finden sich auf einemGemälde bei Aringhi II 333, wol ebenfallsals Symbol der guten Werke, wenn dienicht mehr zu erkennende Mittelfigur denVerstorbenen darstollte.

5) In einem Arcosolium ( Aringhi II 213}ist als Gegenstück zu einer Orante einPlaustrum gemalt, welches mit einem Fass-beladen ist und von zwei Ochsen gezogenwird. Nach Terlullian (De resurrect. 27}ist der Weinkeller ein Bild des Grabes;wie aus jenem der Wein herausgeholtwird, wenn der Herr es befiehlt, proinde-et corpora medicata condimentis sepultu-rae, mausoleis et monumentis sequestran-tur, processura inde cum iusserit Domi-nus. Die Ochsen könnten denn auch liierals Symbol der werkthätigen Liebe, diezum Himmel führt, angebracht sein (s. d.Art. Fass).

6) Ist in diesen Denkmälern der Sym-bolismus auf die Willigkeit des Ochsenzur Arbeit gegründet, so in einem Gold-glase (Garrucci Vetri 17 sq., tav. I 6 ) aufden Gebrauch des jungen Stieres zumOpfer. Als Opferthier ist er ein Sinnbilddes Erlösers, von welchem der hl. PetrusChrysol. (Serm. V, p. 9, ed. Pauli) sagt:hic est vitulus, qui in epulam nostramquotidie et iugiter immolatur. Weitere-Belegstellen s. bei Garrucci 1. c.).

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