Oeconomua.
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die Irrlehren in sich bergen; der Christsolle auf ihren verführerischen Gesangnicht Acht geben, oder, an das KreuzesholzChristi geheftet, ihn zwar anhören, sichaber von demselben nicht im Glauben be-thören lassen. Die angeführten Stellenlehren, dass O. nicht bloss als Figur desHeilandes am Kreuze galt, wie Martignysagt, sondern mehr noch als Bild desChristen.
In den Katakomben hat man erst inneuerer Zeit zwei Bruchstücke von Sarko-phagen mit der Darstellung der vorhin be-sprochenen Mythe gefunden; auf Gemäldenkommt sie nicht vor. Es muss selbstnoch sehr zweifelhaft bleiben, ob jene bei-den Fragmente christliche oder heidnischeArbeit sind. Denn wenn das Monogrammdes Namens Tyranius auch in nicht ver-kennbarer Weise das Kreuz in sich schliesst,so ist das Monogramm der Stadt Tyrusauf den Münzen des Demetrius Nicator(145 v. Chr.) fast gerade so gebildet (Wie-seler Denkm. der alten Kunst I, n. 241).Wenn Martigny den christlichen Ursprung
hinzugefügt: oben Mensch mit Flügeln,unten Yogel, mit musikalischen Instru-menten in den Händen und auf den Wo-gen stehend. Diese letztere Abweichung' von der Mythe war durch die Enge desRaumes veranlasst. Der Sarkophag desTyranius hat dann noch auf der zwei-ten Hälfte die halb erhaltene Darstel-lung eines vor seinen Schülern sitzendenund sie unterweisenden Lehrers: die Ge-schichte des 0. wird der Gegenstandsein, über welchen er zu seinen Zuhö-j rern redet.
Es sei noch darauf hingewiesen, dassOrpheus gewissermassen officiell in denkirchlichen Bilderkreis aufgenommen wor-den ist, so dass die Maler ihn zur Haupt-| figur in zwei Deckengemälden macheni durften; wohingegen die Einführung des[ 0. viel mehr einen privaten Charakteran sich trägt, wie es ähnlich mit den Fi-guren von Amor und Psyche auf einigenchristlichen Sarkophagen, mit dem D • Mauf den Inschriften, und ähnlichen der! Fall ist. DE WAAL,
Fig. 335. Sarkophag aus S. Callisto (de Roasi).
des Sarkophags ,auf das unzweifelhafteste 1documentirt sieht in dem Namenszug desTyranius, so wird diese Gewissheit auchschon durch die Thatsache erschüttert,dass christliche Bildhauer auf heidnischeSarkophage nachher den Namen des Ver-storbenen einmeisselten. Uebrigens wollenwir gerne der Ansicht de Iiossi’s beipflich-ten, dass die betreffenden SarkophageRuhestätten von Christen gewesen und dieFragmente nicht etwa von heidnischen,oberhalb der Katakomben gelegenen Grab-stätten in die unterirdischen Gänge hinab-gestiirzt sind. Auf beiden Fragmentensteht 0. in Mitte des Schiffes rücklingsan den Mastbaum gebunden; zwei Ge-fährten führen Ruder und Steuer. Eineähnliche Darstellung der Scene findet sichauf einer heidnischen Lanze ( Belloni Lu-cernae II 11), mit dem Unterschiede, dasshier der Held eben von seinen Gefähr-ten an den Mastbaum befestigt wird, dasGesicht nach dem Vordertheil des Fahr-zeuges gekehrt. Während aber auf derLanze die Sirenen fehlen, sind sie aufbeiden Fragmenten, drei an der Zahl,
OECONOMUS, kirchlicher Verwaltungs-beamter von verschiedenfacher Stellung.
1) Vorstand des bischöflichen Haushaltesoder Leiter des öconomischen Theiles,Hauswart. Er ward aus Klerikern gewählt.Possidius (Vita Augustin, c. 24, wo der O.Praepositus domus seil, ecclesiae heisst)schildert ausführlich dessen Obliegenheiten.Er war zugleich Oeconom der Kirche. Ein-gehendes verfügt hierüber das Conc. Ilerd.(524) c. IG.
2) Der Thesaurarius einer einzelnenKirche. So war Cyriacus vor seiner Er-hebung zum Patriarchen von Constantinopel0 an der grossen Kirche dort (Chronic.Pasch. 378).
3) Gewöhnlich Beamter zur Verwaltungdes Diöcesan-Kirchenvermögens, bez. desEigenthums des bischöflichen Sitzes. DieBestellung eines besonderen Beamten hie-für wurde durch die Can. apost. c. 39 u.40 angeregt und dann von mehreren Sy-noden die Grenzen und Aufgaben des O.genauer bestimmt. So verordnete dasConc. Antioch. (341) c. 24 u. 25, dass derBischof einen 0. bestelle, welcher einer