Oixos — Opus Alexandrinum.
537
thum gleich ähnlichen Objecten, die inkeiner Beziehung zum Cultus stehen, mitdem Kreuz bezeichnet worden zu sein.Ein Exemplar legte Hr. Miller in derSitzung der Aeademie des Inscriptions etBelles-lettres am 10. Mai 1879 vor. Das-selbe hat einen Stiel in Gestalt einessechseckigen Prisma’s; auf jeder Seite desPrisma’s stehen sechs Buchstaben, bez. aufeiner fünf Buchstaben und ein Kreuz ein-gegraben. Die Lesung des Ganzen ergiebt:+ TTIENOTCAXPQKTPAKAAQNKEPQNAIIOA A T C H C
= -)- 'jyi(ai)vou7ct yptü, xup(i)a, y.aXöiv y.(at)pü>v(salva utere, domina; felicibustemporibus fruaris).
In der Bev. archeol. 1879, 41, juillet,sucht Miller die Entstehungszeit des Denk-mals näher zu bestimmen und gelangtdurch Vergleichung der Buchstabenformenmit solchen auf byzantinischen Münzen zuder Ansicht, dass der Löffel aus dem10. Jahrh. stammen möge, indem ganzähnliche Charaktere sich auf einer Me-daille aus der Zeit des Kaisers ConstantinMonomachus nachweisen lassen. In die-sem Falle gehörte er freilich dem christ-lichen Alterthum nicht mehr an. Sicherdürfte dies indess von einem andern Denk-mal dieser Art behauptet werden, welchesLe Blant Inscr. ehret, de la Gaule II 73publicirte. Es ist ein zu Vienne gefun-dener Schmuck: eine Metallplatte mit derInschrift IV Dl V ■ (in Dei nomine), trägtangehängt einen Zahnstocher und einenO., beide ohne Aufschriften. Zu der For-mel oytatvooja vgl. die Bemerkungen Gar-rucci’s Civ. catt. 1880, 19. giugno, p. 724(Quad. 720), wo ein zuerst von de Witte(Bull. arch. de l’Athen. 1856, 16) publi-cirtes Medaillon angezogen ist, dessenLegende nach Garrucci’s Lesung bez. Ver-muthung ergiebt: THENOTCA <P0P£I (sal-va fer). kraus.
0IK0I, g. Basilika I 112.
OKTOTONUS oder dxTcoyjyoj, ein litur-gisches Buch der Griechen, in welchemdie acht Toni des hl. Johannes Chryso-stomus enthalten sind. Es gehört aberbereits dem MA. an. Vgl. Leo Allat. Delibris eccles. Graec. diss. I; Goar Eucliol.Graec., ed. Venet. 1830, 351, n. 6; NillesCalendar. manuale utriusque eccl., Oenip.1879, XLVI f.
OME>”, s. Wahrsagungen.
0MIAIA, s. Predigt.
0M0OÜPI0N, das dem lateinischen Pal-lium entsprechende Kleid; es ist jedochbreiter und länger; s. d. Art. Pallium undGoar Kot. ad Euchol. 312. King Gebr.der russ. Kirche 31.
0NEIP0MANTEIA, s. Traumdeuterei.
0N0AATPEIA, Eselsanbetung, s. Spott-crucifix.
ONOMATOrPAOIA , die Eintragung derNamen der Kateehumenen, d. i. der Com-petentes, in die Kirchenbücher. Cyrill.Proeatech. 1: övopaToypa'-pia xsu>; uplv ye-yovö. Greg. Nyss. De bapt. (Opp. II 216):oots poi ~a dvopata, tva iyu> psv auta rateais&rjTais £yyapa?(o ßi'ßXoi» y.al ypd<{nu :w pe-Xavi. Für diese Eintragung bestand inConstantinopel ein eigenes Kirchenamt(Acta Conc. Const. sub Menna a. 536,act. V bei Mansi VIII). Vgl. Rheimvald288, A. 3.
OPPRESSIO bezeichnet jegliche Art vonErpressung, Bedrückung, Beraubung, seies durch Gewalt oder durch List. DasConc. Carth. IV, c. 94 verbietet, die Ob-lationen der Oppressores der Armen an-zunehmen, und belegt c. 95 anderseits die-jenigen mit der Excommunication, welchedie Oblationes defunctorum den Kirchenverweigern als necatores egentium. Auchdie Const. ap>ost. rechnen die Oppressoreszu der Klasse nichtswürdiger Menschen,deren Opfer am Altäre zurückzuweisensind (IV 6). Man vgl. die Aeusserungendes hl. Chrysostomus (Hom. 82 in Matth,p. 705; Hom. 86 in Matth, p. 722) undAugustinus (Hom. 19 De verb. apost. X137; De civ. Dei XXI 22. 27. 75; Serm.35 De verb. Dom.; Contra Iulian. Pelag.V 10), welche Bingham VII 474 zusam-mengetragen hat. KRAUS.
OPUS ALEXANDRIXUM ist eine beson-dere Art der Mosaikarbeit, deren Cha-rakter in der ausschliesslichen Herstellungder Muster bez. Figuren aus nur zweiFarben bestand. Vgl. das Beispiel vonroth und schwarz auf weissem Grundeaus einem pompeianischen Hause bei BichS. 20. Derselbe weist darauf hin, dassnach Ausweis der pompeianischen Monu-mente Alexander Severus, nach welchemdiese Art von Sectilia den Namen führte,sie nicht erst eingeführt haben kann, wieman aus Lamprid. Alex. Sev. 25 schliessenkönnte. Seine Neuerung bestand wol da-rin, dass die von ihm eingeführten Bödensich durch Beschaffenheit und Farbe desMarmors von den früher üblichen, derVerbindung von Porphyr und lacedämo-nischem Marmor, unterschieden. Was manjetzt meist O. a. nennt, das mosaikartige,