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Opus incertum — Orans.
aus kleinen Würfeln bestehende Pavimentder römischen und vieler italienischenKirchen vom 12. bis 16. Jahrh., ist vondem altern Opus tesselatum der römischenBauten und der vor dem hohen MA. fal-lenden älteren Stadtkirchen sehr verschie-den. De Rosst Bull. 1875, 110 hat aufdiesen Unterschied aufmerksam gemachtund weitere Untersuchungen in den ,Mu-saici cristiani 1 in Aussicht gestellt. Manvgl. auch Aus’m Weerth Der Mosaikbodenin St. Gereon zu Köln, Bonn 1873, 9 ff.
OPUS INCERTUM (bei Vitruv) heisst dieaus Mörtel und rohen Ziegelsteinen her-gestellte Mauer.
OPUS QUADRATUM, Quaderverband,Isodomum, von den Franzosen grand ap-pareil genannt, wenn die horizontal ge-schichteten Quadern 0,60 — 1,60 m langund 0,60-—0,90 m hoch waren; mögen ap-pareil, wenn noch Klammern ausser demMörtel die ungleichen Steine zusammen-hielten (auch Opus revinctnm ); petit appareil(Opus gallieanum), das aus kleinen, fastquadratischen Steinen (pastoureaux) von0,10—0,16 m Seitengrösse bestand.
OPUS RETICULATUM heisst eine Mauer-fügung, welche im Innern aus unregel-mässigen, durch Mörtel verbundenen Stei-nen (opus incertum) besteht, wo aber dannbeide Seiten mit netzförmig angeordnetenZiegeln oder anderen Steinen bekleidetsind. Wegen seiner geringen Dicke nichthäufig.
OPUS RUSTICUM, Bossage, Buckel-werk, wo die Steine bloss durch Schlägean das Haupt bearbeitet werden und dieBossen stehen bleiben. Im Alterthum sel-tener als in dem Burg- und Kirchenbaudes frühen MA.s.
OPUS SPICATUM, Fischgrätenverband,Häringsgrätenbau, dem Opus reticulatumverwandt, nur von feinerer Ausführungder Flächen.
ORANS. Die Haltung der Christen beimGebete (s. d. Art. Gestus L 601 f. und dieneueste Behandlung des Gegenstandes beiGarrucci I 124 ff.) war verschieden. Sehrselten mag das Sitzen mit gegen Himmelausgestreckten Armen vorgekommen sein,wie nach der Meinung des Justin (Dialog,c. Tryph. c. 89) Moses allein zu Gottwährend der Amalekiterschlacht gerufenhat. Doch führt Asterius ein Bild in Chal-cedonien an, welches die hl. Euphemia in
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Häufiger geschieht des Betens auf denKnieen und mit aufgehobenen HändenErwähnung. Das Knieen ist die alther-gebrachte und allen antiken Völkern ge-läufige Haltung des Flehenden. Genuaflectimus orantes, heisst es bei Ongenes(In Num. Hom. V 1, Uebers. des Rufin),und nur von Ostern bis Pfingsten trat dasStehen an Stelle dieser bei den Christensonst üblichsten Gebetshaltung ( IrenaeusQuaest. 115). Die Kniebeugung galtj dann insbesondere als die angezeigte Po-! sition der B ii s s e n d e n (so wird sie vondem büssenden Kaiser Theodosius berich-tet: Theodoret. II. e. V 17; Ambros. Deobitu Theod. Orat. 34; so sehen wir aufSarkophagen bei Garrucci tav. CCCVII 1 .
\ CCCXYI 2 die Pönitenten dargestellt) und| der Christus Anbetenden (so Maria; Magdalena öfter, und auch einmal Martha,
| letztere auf dem Sarkophag ebend. tav.CCCLXXXI 4 ; andere Personen vor demHerrn ebd. tav. CCCXXIV 1 . CCCXXVI 2 .
| CCCXXVII 2 . CCCXXXXVI 1 ; Anastasiusj Sinait. De sacra synaxi, ed. Combef. auct.
! II 893, fordert die Christen auf, sich alsoChristo zu Füssen zu werfen), dann aberauch der Verehrer der Madonna(Paschalis I vor der hl. Jungfrau, Gar-rucci tav. CCLXXXXIII), wie endlich desGrusses vor Päpsten (Vit. s. Silvestribei Combefis Lecti triumphi 263), Bischö-fen und Kaisern (s. d. Art. FusskussI 545).
Auch bei der Erwähnung oder Darstel-lung fussfälliger oder knieender Betendenpflegt das christliche Alterthum das Aus-strecken der Hände oder Arme zu beto-nen. Die Statue der Haemorrhoissa zuPaneas streckte nach Eusebius H. e. VII18: TÄv dvSpiavta szxsrap.£vov x<b yv.oz v.aiixsTsuovTi üpoaeoixoxa) die Hände aus. Inden Acta s. Caeciliae (ed. Bosius, Romae1600, 5) heisst es von dem hl. Urban:’ ponens genua sua in terra expandit ina-nus suas ad coelum et cum lacrimis dixit:Domine Jesu Christi u. s. f. Aehnlich inden Acta s. Petri Alex, bei Anastas. Bibi.
! (ed. Mai Spicil. Rom. III 683): sanctus,
! palmas utrasque sursum extendit ac pro-inde poplites humifixus muniensque de| crucis signaculo dixit: Amen. Dem ent-j spricht das auch von Garrucci citirte Me-i daillon mit der Darstellung des in der: Löwengrube knieenden und die Arme em-porstreckenden Daniel (jetzt im Cab. desMedailles in Paris).
Eine dritte Weise des Betens war diein stehender Haltung mit emporgeho-benen und offenen Armen: es ist die,i welche uns auf den Monumenten am häu-! figsten begegnet und welche man spezielli die der Oranten zu nennen pflegt. So