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Orans.
Daniel Thes. hymn. II 23, V 101), endlichmit Bock (Arch. f. d. Geseh. d. Erzd. Frei-burg II 7) den Text des Sedulius:
ecclesiam Christus pulcro sibi iunxit amore.Haec est conspicuo radians in honore Mariae,quae cum clarifico semper sit nomine mater,semper virgo manet
eitiren konnte. Jetzt lässt sich die Reihedieser Zeugnisse aus dem durch Bryenniosgefundenen Schluss des sog. zweiten Cle-mensbriefes ergänzen (c. 14, ed. FunkPatr. Ap. 161: xo apaev £axiv 6 Xptaxoc, xöJqAu v) l/.'/lrpla). Freilich kannte de Rosst,dem sich in dieser Ausdeutung übrigensauch Garrucci (Mus. Lateran. 120, Yetri 2102: über dessen unzulässige Deutungeiner Frau auf einem Goldglas Yetri tav.XXXIX 3 s. oben II 172) anschloss, nurwenige Monumente mit unzweifelhaftenDarstellungen der Kirche als Yirgo undgerade als 0.: so aus späterer Zeit, alsBeweis für das Fortleben der Vorstellung
S. Callißto (E. S. II, tav. XVI).
Fig. 343. Fresco
im MA., das Exultet der BarberinischenBibliothek (11.—12. Jahrh.), wo über derFigur einer O. ECCLESIA steht. Einclassischer Beleg für die Darstellung derKirche als Weib ist dann freilich das Mo-saik Coelestins I in S. Sabina ( GarrucciCCX), wo die beiden Frauen die Inschrif-ten tragen: ECLESIA EX CIRCVMCI-SIONE — ECLESIA EX GENTIBVS:
aber sie erscheinen nicht in der Haltungder 0., sondern erheben lebhaft die Rechte,während die Linke ein aufgeschlagenesBuch hält. Gestützt auf die Verse in demEpigramm des Aber eins ... maxie bi rcpoxjyE jiTcavxr] -/.a'i Trapsfhqy.e u. s. f. erklärte dannde Rossi R. S. II 339 die berühmte 0. derSacramentskapellen von S. Callisto nebendem dreifüssigen Tisch mit den eucharisti-Gaben als Bild der Kirche (s. o. I 442),eine Erklärung, die von protestantischerSeite bekanntlich lebhaft bekämpft wurde.Im Zusammenhang mit diesen Anschau-ungen sieht de Rossi ferner die Kirche in
der 0. jedesmal da, wo das Bild an einermit der beigesetzteu Person nicht in un-mittelbarer Beziehung stehenden Stelledes Grabes steht, also z. B. an der Deckeund andern symbolischen Figuren, wie demguten Hirten, beigesellt. Von den obenaufgeführten Gemälden dürfte das eineoder andere sich in diesem Falle befinden.Speziell aber kann von einem Bezug aufdie verstorbenen und hier beigesetztenPersonen keine Rede sein in einer Anzahlvon Darstellungen, wo die Oranten zuzwei oder zu vier gehäuft an den Deckenu. s. f. in ganz ähnlich decorativer Weiseangebracht sind wie die Putten, wie aberauch die Figur des guten Hirten selbst:so Garrucci tav. XXXV 1 (Arcosolium mitPastor bonus zwischen zwei Oranten inder Wölbung, im Fond Jonas). XLII 1(Deckengemälde: im Centrum Pastor bonus,im Umkreis acht Felder, in denen vierTauben auf dem Oelzweig mit je zwei männ-lichen und zwei weiblichen Oranten ab-wechseln). XLVI 2 (Deckengemälde: Pastorbonus, in den Zwickeln gegenübergestelltzwei männliche und zwei weibliche Oran-ten). XLIX 2 (Deckengemälde: im Cen-trum ein männlicher 0.; auf zwei Seitenje eine weibliche 0. zwischen zwei Läm-mern, dazwischen je ein biblisches Wun-der). LXI (Deckengemälde: in der Mittesitzende Figur mit Buchrollen; in den vierZwickeln wechseln je ein männlicher undeine weibliche 0. zwischen zwei Lämmern).LXIII (Deckengemälde: im Centrum dergute Hirte, an den Seiten drei biblischeWunder und eine weibliche 0.). A r ielleiclitLXIV 2 (s. oben). LXXVIII ‘ (Decken-gemälde: in der Mitte Pastor bonus, anden Seiten vier biblische Scenen, dreiJonasscenen und Noe, dazwischen vierweibliche Oranten auf Rankenornament;hier tritt die decorative Verwendung der0. am klarsten hervor. Schnitze sieht indiesen Fällen weiter nichts als eine De-coration. Ich gebe zu, dass die 0. ein sohäufig verwendetes Motiv war, dass esfraglich erscheinen muss, ob bei ihrer un-zweifelhaft zuletzt decorativen Verwendungein bestimmter allegorisch-symbolischerGedanke dem Künstler noch vorschwebte;aber ein solcher muss doch ursprünglichvorhanden gewesen sein: der Sprung vonder 0. als Bild der Begrabenen in dasOrnament konnte nicht so unvermitteltgemacht werden. Für die de Rossi’ seheThese, also für die Deutung der 0. alsBild der Kirche spricht jedenfalls die ikono-graphische Tradition. Man könnte dasRelief Garrucci CCCI 1 zur Stützung derHypothese anzuführen versucht sein, in-dem hier in der Arche Noe’s eine weib-liche 0. erscheint; aber anderwärts sieht