Palme.
579
■der Lucina beisammen aufgefundenen, ausdem 3. Jahrh. stammenden (de Rossi R. S.I 334 u. tav. XX 2 - 3 - 5 ), der Verfolgungs-periode angehören, so ist es schwer, sichTon dem Gedanken zu trennen, dass der-selbe den Sieg des Martyriums bedeute.
u ^jfn,
Fig. 352. Grabstein (Perret V, pl. XXXVII 120).
Jlch kann dem so wenig beitreten, wie Mar-tigny, wenn er Dict. 2 p. 568 die Ansichtausspricht, beifolgende Darstellung (Fig.352) einer Christin mit der Palme voreinem Inschriftrahmen mit ß)is 0CEHT IN ADVLCIS V(ilia) gehöre einer Märtyrinan. K.] Einigemal findetsich auch der Palmzweigunter den Proskynemen derBesucher von Martyrer-gräbern als Anspielung aufden von denselben errun-genen Sieg.
Häufig findet sich derPalmzweig im Schnabel ei-
Fig. 353. Mono-gramm zwischenPalmen (Bosiop. 436).
nes Vogels und dann ist
dies der Phönix oder Palm-vogel (tpoTvif ist sowol die P. als der ägyp-tische Wundervogel, Iierodot II 73), das■Symbol der Auferstehung oder der Un-sterblichkeit , nämlich des Sieges überden Tod, und diese Bedeutung wird auch■der einfache Palmzweig auf den nach-
Fig. 354. Monogramm im Lorbeerkranz zw. Palmen.
constantinischen Monumenten haben (deRossi Bull. 1863, 7. 32). Der Palmzweigin Verbindung mit dem Monogramm Chri-sti oder einem Christus bedeutenden Sym-bol, z. B. dem guten Hirten, dem Hirten-stab , dem Fisch, dem Lamm mit demMilcheimer, Symbol der Eucharistie, kann
nichts Anderes bedeuten als: xootto vi'xa!So wenn das Monogramm zwischen Pal-men steht, wie Bosio 436 (Fig. 353), zu-weilen in einem Lorbeerkranz (Fig. 354).Ein Gladiator zwischen Palmzweigen (Bol-detti Osserv. sopra i Cimit. 365) sprichtan sich klar genug. In Verbindung mitdem Leuchtthurm tritt die P. gleichfallsauf (de Rossi Bull. 1868, 11. 12): das Sym-bol der glücklich vollendeten Fahrt durchdas sturmbewegte Leben, verbunden mitdem des Sieges in den Wettkämpfen. EinPferd mit dem Palmzweig auf dem Kopfeoder nach demselben laufend, oder nachdem Monogramm Christi laufend und vonPalmzweigen umgeben (de Rossi Bull. 1873,136 u. tav. XI*) ist die Darstellung dessiegreichen Wettlaufes, zu dem der hl.Paulus die Korinther (1. c.) ermuntert.
Häufig ist der Palmbaum oder -Zweigein Symbol des Paradieses oder des himm-lischen Jerusalem. Bereits in den Kata-komben enthalten Sarkophage (BottariScult. e pitt. tav. XXII), ein Gemälde ineinem Arcosolium (Marchi tav. XLI), einGrabstein (Marangoni Acta S. Victor, p. 42)Darstellungen Christi und der Apostel Pe-trus und Paulus unter Palmbäumen ru-hend. Dieselbe Vorstellung, nur erweitert,schmückte in Mosaik häufig die Tribünender ältesten Basiliken, am besten erhaltenin San Cosma e Damiano am Forum Ro-manum von Papst Felix IV (526—530).Zu beiden Seiten der Heiligengruppe er-heben sich Palmen und über denselbenschwebt der Phönix mit dem Stern. Andem Triumphbogen in S. Prassede erschei-nen die Auserwählten, die Sieger im Kampfedes Geistes gegen das Fleisch, ganz wiesie Johannes (Apocal. 7, 9) schildert:amicti stolis albis et palmae in manibuseorum. In derselben Bedeutung findetsich der Palmbaum auf einem bleiernenWeihwassergefäss aus dem 4. oder 5. Jalirh.,in Tunis aufgefunden (von de Rossi in derPariser Ausstellung gesehen und beschrie-ben Bull. 1867, 77—87). Die P. auf Ge-räthschaften und Schmuckgegenständen,die sicher alle aus der Friedensperiodestammen, auf Lampen (de Rossi Bull. 1867,13. 14; sehr schönes Exemplar mit Vögeln[seligen Geistern] auf dem Palmbaum ru-hend, abgebildet bei Mamachi Orig. Christ.III 95), auf Devotionsmedaillen (de RossiBull. 1869, 39. 55), auf einer kleinen Blech-platte , die am Halse eines entlaufenenSklaven hing (de Rossi Bull. 1863, 25 ff.),erinnerte den Träger solcher Gegenständean den Lohn, der ihn im Himmel erwarte,wenn er den grossen Kampf siegreichkämpfe. Auf einem goldenen Ring mitgeschnittenem Stein (de Rossi Bull. 1872,119 u. tav. VII 3 ) findet sich P. und kreuz-
37 *