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Zweiter Band. I - Z.
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Palmsonntag.

förmiger Anker vereinigt, ein Sinnbild derHoffnung auf das ewige Leben durch Chri-stus den Gekreuzigten. Auch auf aber-gläubischen, von der Kirche verbotenen(Binghain Orig. XVI 5) Medaillen, Amu-letten und Zaubernägeln findet sich die P.,zuweilen neben den Worten: vicit leo detribu Iuda (Apocal. 5, 5; de Rossi Bull.1869, 62).

Immer mehr erweiterte sich der Sinndieses Symbols. Im 5. und 6. Jahrh. er-scheint der Palmzweig häufig am Schlüssevon Inschriften, welche die glückliche Voll-endung von öffentlichen Bauten documen-tiren, entweder neben der üblichen Accla-mation: ,feliciter‘, oder auch in Vertre-tung derselben (de Rossi Bull. 1868, 74.87; 1870, 33 u. tav. III 3 ). waxdixger.

PALMSONNTAG. Die ältere Nomen-clatur dieses Sonntags fusst auf die ihmzu Grunde liegende Thatsache bei Matth.21, 8; Marc. 11, 8; Joh. 12, 13. Daherdie Namen: xuptaxrj (r ( pipa, sopxi;) x<uvßa'ftov, xd ßa ta, ßai'cpöpoc sopxnj; beiden Lateinern Dominica palmarnm, in pal-mis, adpalmas, inramis palmarnm, seltenerDom. olivarum s. arborum, Dom. Hosanna.s. Osanna (Matth. 21, 9; Marc. 11, 9; Joh.12, 13). Spätere Namen sind: Dom. in-dulgentiae, weil in dieser Woche die Büs-senden absolvirt und die Verbrecher be-gnadigt wurden (Ord. Rom. Vulg .); Paschafloridum s. Dom. florum , weil man nebenden grünen Baumzweigen hie und da auchBlumen herumzutragen pflegte (Ord. Rom.XII); Pascha palmarnm; Pascha competen-iium, denn an diesem Tage wurde an meh-reren Kirchen den Täuflingen (compet.)das Symbolum fidei bekannt gegeben (Rah.Maar. De instit. der. II 35); Dom. capito-lavii wegen des Kopfwaschens der Täuf-linge als leiblicher Vorbereitung auf dieTaufe (Isidor. De offic. I 27). Bei denGriechen findet sich noch der Name: xu-ptaxr] xoö A a £ a p o o , weil Tags zuvordie Auferweckung des Lazarus gefeiertwurde (Epiphan. flspi ßahov, s. u.). DerP. ist rein christlichen Ursprungs und hatweder mit den ,Lulabin“ (Palmzweigen,Sträussen) des jüdischen Laubhüttenfestes,noch viel weniger mit den atheniensischen6<yo:p6pw, d. i. mit dem Tage des Festessxipa zu schaffen, an welchem Weinrankenmit Trauben herumgetragen wurden. DieFeier des Palmsonntages kann freilich nichtmit Polydor. Vergil. (De rer. inv. VI 8) aufeine apostolische Institution zurückgeführtwerden, jedenfalls aber war sie in dergriechischen Kirche sehr frühe eingeführt,denn bei den älteren griechischen Kirchen-vätern finden sich mehrfache Ilindeutungenauf dieses Fest, und schon im 4. Jahrh.

konnte Epiphan. v. Salamis zwei HomilienIlspl ßauov auf den P. halten (Epiphan. Opp.ed. Petav. Paris. II 251—258 u. 301—303).Auch Chrysostomus wird eine Homilie aufden P., De ramis palm., zugeschrieben,aber dieselbe ist unterschoben. Im Oecidentwar die Feier des Palmsonntages jüngernUrsprunges. Wäre die Aufschrift ,Domi-nica in ramis palmarnm“, welche die 45.Homilie des Maximus Taur. trägt, nichtentschieden unecht, so hätten wir einenBeweis, dass der P. in der abendländischenKirche schon im 5. Jahrh. gefeiert wurde.So aber ist Beda Venerab. (7.—8. Jahrh.)der Erste im Abendlande, von welchemwir eine Homilie auf den P. (Opp. VII363) als Zeugniss für die kirchliche Feierdieses Tages besitzen. Dies kann abernicht hindern, um aus alten Sacramenta-rien mit Merat und Marlene den Schlusszu ziehen, dass eine Dominica ad palmasoder in palmis in der römischen Kirchewenigstens vor dem 7. Jahrh. bekanntwar. Das alte gallicanische Sacramenta-rium erwähnt an diesem Tage nur in derPräfation des feierlichen Einzuges Jesu inJerusalem. Sicher ist, dass zur Zeit Karlsd. Gr. der P. allgemein gefeiert wurde.

— Mit dem P. begann die abendländischeKirche die hl. Woche, weshalb Beda (s. o.)von einer Feria secunda und tertia reden,konnte; die Griechen dagegen sondertendiesen Tag von der eß5op.as |j.£-'d/.r ; ab undfingen diese selbst mit der auf den P. fol-genden Feria secunda an (Vales. Not. adEuseb. p. 279). Die Griechen schienenmehr den Triumphzug Christi ins Augegefasst zu haben, betrachteten diesen Tagals Freudentag, der in Constantinopel unter

| Anderm auch dadurch ausgezeichnet wurde,,dass Kaiser und Patriarchen Geschenke,ßat'a genannt , austheilten (Lmtprand. Dereb. ab europ. imper. et reg. gest. VI 5).

— Von der Palmsegnung schreibt Mar-tine De antiq. eccl. discipl. c. 20, 188:,benedictionis palmarum nulla apparet men-tio apud auctores ante saecula octavumaut nonum.“ Derselben Ansicht ist Pellic-cia (Christian, eccles. politia II 308); ernennt den Amalarms (9. Jahrh.; De div.off. I 10) als den Ersten, der dieser Bene-diction Erwähnung thut. Binterim (Denkw.V, 1, 173 ff.) vindicirt der Palmsegnungein viel höheres Alter, jedoch nicht mitunanfechtbaren Gründen. — Die Proces-sion am P. kennt in der griechischenKirche Epiphanias (1. c.); in der abend-ländischen Kirche erwähnt ihrer als einerauf Tradition beruhenden Feier Aldhelmus,Bischof der Westsachsen (f 709), De laud.virgin. c. 15. — Die Vorlesung derPassio Domini, schon frühe in derKirche an verschiedenen Tagen der hei-