Band 
Zweiter Band. I - Z.
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Parochia — Pastor bonus.

PAROCHIA, s. Pfarreien, Pfarrer. DasWort kommt in verschiedenem Sinne vor:zunächst gleich Dioecesis; dann seit dem4. und 5. Jahrh. im Sinne unserer Pfar-reien: Conc. Chalced. c. 17: tolj xafl’ exa-<jtt)v l'/ylrp'.ai aYpotxtxac napoixi'a; r t bjyto-pt'ooj . . . Ebenso Conc. Vasens. I ( LabbeIII), c. 2; Hieron. Contr. Yigilant. c. 2;Sulp. Sev. Dialog. I, c. 4. Ygl. BinghamIII 591.

PARRICIDIUM wurde im alten römischenRecht durch Einnähung in einen Sack inGesellschaft einer Schlange, eines Affen,Hahnes und Hundes und durch Versen-kung in einen Fluss oder ins Meer ge-straft. Constantin d. Gr. erneuertedurch ein Edict ( Cod. Theodos. lib. IX,tit. 15 de parr. 1. 1) diese Strafe, welcheindessen nur die Mörder der nächstenBlutsverwandten traf, für die übrigen gal-ten die allgemeinen Bestimmungen überMord ( lustin. Instit. lib. IV, tit. 18 depubl. iud.). Die Kirche strafte beide Ka-tegorieen mit der Excommunication. Ygl.Bingham YII 399.

PASCHA, s. Ostern II 565.

PASSION, s. Jesus Christus, Leidendesselben, II 9 f.

PASTOPHORIUM ist abzuleiten von r.a-<jt6c, iwras, Wohnung, und , und

dient zur Bezeichnung des Brautgemachs:,die Brautgemächer, welche griechisch tjj-(j-rocpopia heissen, sind die für die Ankunftdes Bräutigams bereiteten Wohnungen 1(Hieron. In Ezech. 40). Im heidnischenTempel wurde jener durch Gitter abge-grenzte Ort der Cella, in welchem das,Götterbild 1 stand, P. genannt. Es lagdemnach sehr nahe, dass die Heidenchri-sten jenem Orte, an welchem ihr jung-fräulicher Bräutigam 1 , ihr ,Gott‘, seineWohnung unter den Menschen aufgeschla-gen hatte, den Namen P. (Thalamus) ga-ben. Wirklich ist nach Melito von Sardesthalamus anima vel ecclesia, d. h. ein Ort,an welchem Christus wohnen soll ( PitraSpicil. Solesm. III 121). Auch für dieJudenchristen empfahl sich dieser Namezur Bezeichnung des Tabernakels; dennnach dem Sprachgebrauch der Septuagintaist P. eine Zelle oder Kammer, welchemit dem Tempel verbunden war (I Paral.28, 12), unter der Aufsicht der Levitenstand (I Paral. 9, 26), theils Tempelschätzeenthielt, theils bewohnt war (Jer. 35, 2).Ygl. die Pläne des salomonischen Tem-pels bei Villalpandi Explan, in Ezech. II).

Bestimmt kann nicht angegeben werden,welche Lage und Gestalt die Pastophoriender christlichen Basiliken hatten; doch

weist die Analogie mit den heidnischenund jüdischen Pastophorien, sowie die An-gabe der apost. Constitutionen, es seien,auf beiden Seiten der Kirche gegen OstenPastophorien 1 , darauf hin, dass diese Pa-stophorien entweder Apsiden (Exedren)im Innern der Basilika waren, wie diePläne von S. Costanza, Stefano rotondozu Rom, S. Lorenzo zu Mailand, Sergiusund Bacchus zu Constantinopel andeuten,oder Chorni s chen bildeten, in welchenausser der Eucharistie ( Consl. apost. VIII13) etwa noch Kirchengeräthschaften auf-bewahrt wurden. Für letztere Annahmesprechen Nischen in den Katakomben deshl. Callistus, der hl. Agnes, sowie jeneBeschreibung, welche der Dichter Pauli-nus von der Basilika zu Nola giebt (Ep. 32ad Sever.). Nach diesem Gedicht befan-den sich in der Apsis zwei Secretarien,deren Zweck zwei Disticha angeben. Aufder linken Seite stand geschrieben: ,wennEinen der hl. Wille fesselt, im Gesetze zubetrachten, so wird er sich hier nieder-lassen und den hl. Büchern obliegen 1 . Wäh-rend demnach die linke Chornische dieliturgischen Bücher verschloss, barg dierechte das Allerheiligste, wie die Auf-schrift andeutet: ,dieses ist der Ort, anwelchem die ehrwürdige Speise (penus)verwahrt wird und wo der feierliche Zugbeim hl. Opferdienst seinen Anfang nimmt. 1Letztere Worte beziehen sich auf die mehr-mals bezeugte Sitte, die cucharistischenUeberreste vor Beginn der Messfeier anden Altar zu tragen. Die erwähnten zweiAnsichten über die Beschaffenheit der alt-christlichen Pastophorien schliessen ein-ander nicht aus und erklären die mittel-alterliche Praxis, die Eucharistie bald inder Sacristei (Sacrarium, Sccretarium),bald in einer Chornische (Armarium, Sa-cramentshäuschen) aufzubewahren. Nähe-res bei Cancellieri De secretar. basil. Va-tic., III t., Rom. 1786. sciimid.

PASTORALSTAB, s. Stal).

PASTOR BONUS. Unser göttlicher Er-löser nennt sich selbst den guten Hirten,welcher sein Leben für seine Schafe da-hingiebt, den seine Schafe kennen und demsie nachfolgen; er vergleicht die Kirchemit einem Schafstalle, zu dem die Hirtendurch ihn, die Thüre, eingehen; bezeich-net als seine Aufgabe, Alle in seine Hürdezu führen, damit Ein Hirt und Eine Herdewerde (Job. 10, 1—27); er sagt, dass ergesandt sei zu den verlorenen Schafen desHauses Israel (Matth. 15, 24); vergleichtsich mit einem Hirten, welcher das ver-lorene Schaf auf seinen Schultern zu derHerde zurückträgt (Luc. 15, 4. 5), und