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Pastor bonus.
Martigny (s. v. Pasteur), welcher darineine Erinnerung finden zu können glaubt,dass die Sorge des guten Hirten für seineHerde zu allen Zeiten und an allen Ortensich gleich bleibt.
5) Häufig erscheinen neben den beidenSchafen, welche zu beiden Seiten des gu-ten Hirten stehen, zwei Bäume, die Sinn-bilder dev Ecclesia ex circumcisione undder Ecclesia ex gentibus (Garrucci Yetri57, tav. YI u 6 ); wir dürfen bei dieser Artvon Compositionen auch die beiden Schafeals Sinnbilder der Juden- und der Heiden-christen auffassen.
6) In einem Goldglase (Garrucci Yetri,tav. YI 8 ) ist nicht nur die Tunica desguten Hirten mit Purpurstreifen verziertund mit einem rothen Gürtel gegürtet,sondern auch die Schafe sind roth ge-färbt. Diese auffallende Darstellung (ne-que enirn Deus coccineas aut purpureasoves fecit, Cypr. De disc. et liabit. virg.;vgl. Tertull- De cultu femin. I 2, n. 10)wird verständlich, wenn wir an die mes-sianische Stelle Is. 63, 2. 3 und das Blutder Märtyrer denken. Yon dem hl. Ste-phanus sagt der hl. Petrus Chrysol. (Serm.154): purpuratum ducit exercitum, quicruore proprio tinctam sibi ipsi purpurainconquisivit, und Prudentius Perist. IV 190)schreibt :
lapsibua nostris veniam precaturturba quum servat procerum creatrixpurpureorum.
Diese Deutung der rothen Schafe auf dieMärtyrer scheint um so unzweifelhafter,weil gewöhnlich im Anschluss an Apoc.3, 5; 4, 4 die Heiligen, sei es wegen ihrerHerrlichkeit, sei es, weil sie in dem Blutedes Lammes von aller Makel der Sündegereinigt sind, in weissen Gewändern dar-gestellt werden, wie auch die hl. Perpetuain ihrer Vision um den Hirten ,circum-stantes candidatos multa millia“ erblickte,die ,introeuntes vestierant stolas candidas“(Passio s. Perpet. et Fel. c. 8. 12).
7) Garrucci (Yetri 60—62) macht aufGrund der Aussprüche der Kirchenväterauf einen geheimnissvollen Sinn der Dar-stellung des guten Hirten aufmerksam.Hach Melito (caprea caro salvatoris obsimilitudinem carnis peccati, Spie. Solesm.III 33) und dem hl. Zeno (ex hoedis hu-niana designabatur caro suis onusta pec-catis, II, tract. 55) galt das Thier, wel-ches der Hirt auf seinen Schultern trug,als ein Bild nicht nur der sündigen Mensch-heit, sondern auch der ,caro salvatoris“,den Gott ,misit ... in similitudinem car-ms peccati et de peccato damnavit pec-catiim in carne“ (Ep. ad Rom. YIII 3).Der gute Hirt ist dann das ewige "Wort, I
der Eingeborene des Vaters, welcher diemenschliche Natur aniiahm und diese alsLamm zum Leiden tru^ (£p.6j p-ovo-fev/jctgv epopoupsvov apvov ImowJEt tü> iradEi (Ba-sil. Seleuc. Or. 5 in Abrah.). Das Lamm,das er zu unserm Heile suchte und auf-nahm, ist in dieser Auffassung seine hei-lige Menschheit, die er annahm aus Mariader Jungfrau. Pastor bonus ovem veniensquaerere in mundum in utero virgineaeregionis invenit. Yenit suae nativitatis incarne, et in crucem levans humeris suaeimposuit passionis, et gaudens toto resur-rectionis gaudio per ascensum ad coe-lestem tulit et pertulit mansionem {Petr.Chrysol. Serm. 169). In derselben Auf-fassung der Parabel schreibt Eusebius vonAlexandrien in dem von Theodoret (Opp.IV. Dial. III, ed. Schulze 1772, 258) auf-bewahrten Fragment: 6 7ioip,r ; v Trpoa-qvs-p;st 6 fiup.a . . . npoc^vsYZE to TtpoßaTOv, daa ei?to auip.a aoTto ho-jlZs Tai. Da die Kirchen-väter diesen Sinn der Parabel fanden, sodürfen wir denselben auch in deren bild-lichen Darstellungen erblicken, besonderswenn Einzelheiten derselben nahe liegen,wie in den Bildern des guten Hirten, indenen er, wie in dem Goldglase bei Gar-rucci 1. c. tav. YI 8 , die Füsse des aufseinen Schultern ruhenden Thieres mit bei-den Händen festhält und dabei die Armeso weit auseinanderbreitet, dass eine kreuz-förmige Haltung erscheint.
8) Ueber den guten Hirten als eucha-ristisches Symbol s. d. Art. Milcheimer.
Die Orans zwischen zwei Lämmern aufeinem Grabstein in S. Callisto (de RossiR. S. II 324, tav. XLIX 14 ) wird von Mar-tigny (s. v. Pasteur) irrthümlicli zu denBildern des guten Hirten gezählt, da Chri-stus als guter Hirt nie als Orans darge-stellt sich findet. Die Composition deutetan, dass die Verstorbene zu den treuenSchafen der Herde Christi gehörte {de RossiBull. 1869, 46; Marangoni Acta s. Vict. 95;Fabretti Inscr. dornest. 734, n. 461; Pa-ciaudi De baln. sacr. XII sqq. iieüsek.
Ueber den Hirtenstab (pedum) s. nochd. Art. I 667 und d. Art. Stab, wozu wirhier noch diebeifolg. Abb.
(Fig. 369) ausMartigny 624geben; siestellt das Pe-dum ruhendauf einer Plat-te dar; ein an-dermal siehtman es aufdem Milchei-mer {Perret II,
pl. XXY), ein- Fig. 369. Pedum mit Milcheimer.