Band 
Zweiter Band. I - Z.
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Patronus.

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den Reliquien sich erhoben, waren seinEigenthum, seine Memoria oder Cella (s. d.Art.); hier feierte man seinen Jahrestag,versammelte sich zum Gottesdienste, riefden Heiligen um seine Fürsprache an, unddieser wiederum waltete hier, wirkte Wun-der und schützte die Stätte und die ihrNahenden: ubi (Ambrosius) vivit et iuvatet tenet clavum ecclesiae, sagt Ennodius(Hymn. 15) von dem Mailänder Bischof.Trug ja auch Grab, Altar und Kirchegewöhnlich den Namen des Heiligen (s. d.Art. Titulus). Aus der römischen Rechts-sprache ward der Name P. (hier Yer-klärt er), Schutzherr, herübergenommenfür die Märtyrer und später für die Con-fessoren. Um die Grabstätte oder Kirchesiedelten sich seit Ende des 4. Jahrh.Leute in klösterlichen Instituten an, dieals des Heiligen spezielle Familie (z. B.familia s. Ambrosii) dessen Dienst be-sorgte. Die älteste Spur der Verehrungvon Patronen begegnet uns in den Actass. Tryph. et Respic. ( Ruinart ed. Ratisb.210, 6), wo es heisst, dass nach dem Mar-tyrium Jener (unter Decius c. 250) ,con-venerunt religiosi viri et sacerdotes Dominiet dedicaverunt martyrium . . ., commen-dantes animas suas sanctis beatorum mar-tyrum patrociniis. 1 Im nächsten Jahrhun-dert drückt sich Ambrosius (Ep. 22, 11 vomJ. 386) noch deutlicher aus, indem er diehlil. Gervasius und Protasius die ,Patronider Rechtgläubigen von Mailand“ nennt;ebenso sagt er (Expos, in evang. Luc. X 12)von den verstorbenen Königen und Mär-tyrern: illi fiunt supplices, hi (martyres)patroni. Auch Paulinus Nol. nennt denMärtyrer Felix, dem er seine Kirche de-dicirt und sich und die Gemeinde anver-traut hatte, P. (Carm. II 26 in s. Felic.v. 395: o felix Felice, tuo tibi praesuleNola inclyta cive sacro, coelesti firma pa-trono; vgl. Carm. in Fel. III 105, Y 316,VI 5 und namentlich die Natalitien vomJ. 408). Paulinus, sowie sein ZeitgenossePrudentius scheinen besonders die Sitte,einen P. aufzustellen, verbreitet zu haben,letzterer in den Hymnen des Peristeplia-non (z. B. Hymn. II 539, VI 145, XIIIv. ult.). Dagegen empfiehlt Augustin. (Decura pro mort. § 6) die Todten, die ne-ben den Märtyrern begraben lagen, diesen,tanquam patronis 1 . Absolut steht dasWort P. in dem Werke De mirac. s. Stepli.,das um 420 Evodius, Bischof von Uzalis,veranlasste: ea quao per patronum no-strum Stephanum primum martyrem suumoperatus est apud nos Christus, heisst esim Prolog. Um 461, als Paulinus Petri-cordius sein metrisches Leben des hl. Mar-tin schrieb, muss Wort und Bedeutung P.allgemein festgestanden haben. Hier er-

hält der Bekenner Martin dieselben Titel(Migne LXI 1016), ebenso Remigius beiFlodoard. Hist. eccl. Remens. I 13. Dasrömische Correlat zu P., Client (cliens),findet sich nirgends, dafür Alumnus (Pau-lin. Carm. XIII 355 in s. Fel. u. 793, wodie Stadt Abella ,tanti alumna patroni“genannt wird, ähnlich wie bei Prudent.Peristeph. II 530 die Römer ,alumni ur-bici s. Laurentii“ heissen). Bei Paulinuserhält Felix statt P. auch den Namen,Dominaedius“, d. i. Dominus oder P. aedis(aedium), der Kirche (Ep. V 15, XVIII 3u. ö.); sonst ist neben P. das Wort Do-minus stehender Ausdruck für P. ( Paulin.Carm. I 10 in s. Fel.). In Lucians Reve-lat. XXXIV 8, append. ad Aug. VI, be-gegnet uns Dominus Stephanus, und dieHeiligen, die sich dort offenbaren, nennensich Domini loci (vgl. 1. c. IV 7 u. III 4).Entsprechend dieser Bezeichnung heisstdann der Client Servus und im Früh-MA.häufiger Famulus ( Alcuin. Carm. 31 adaram s. Steph.; desgleichen bei Abbo undHincmar). Die Griechen, denen das rö-mische Verhältniss von P. und Cliens un-bekannt war, setzten für P. die verschie-densten Namen: npoataTr)? (Vormünder,Chrysost. Hom. de Beren. et Prosdoc. § 7),-rjprjyXr-rj- (Advocatus, Greg. Nyss. Hom.in XL mart.), suvrjqopos, •Rpsaßau-Vj; (Lega-tus, Intercessor), iroXi oü-/ck, imV.oupoi u. A.

2) Wahl der Patrone. In ältesterZeit genügte der factische Besitz desLeichnams oder später einer Reliquie einesHeiligen, um diesen zum P. zu haben,insbesondere wenn Wunder von den Re-liquien ausgingen; darum heissen die Re-liquien selbst Patrocinia (Paul. Petricord.Vita s. mart. V 106). Als nach Entdeckungder Reliquien des Gervasius und ProtasiusDämonische durch dieselben geheilt wor-den waren, rief Ambrosius aus: wir hat-ten Patrone und wussten es nicht (Epist.XXII 11). Bei Kirchen war später dieWahl des P. dem Erbauer oder Stifterfreigestellt, wie aus Paid. Warnefr. (Degest. Longob. I 22; Mabillon Mus. Ital.I 210) erhellt. Theodolinde erbaute denDom zu Monza (um 600) und wählte Jo-hannes Bapt. zum P. Erst im MA. wurde| die Freiheit der Auswahl durch päpst-! liehe Decrete beschränkt ( Ferrar. Promptaj bibl. V).

I 3) Local- und persönliche Pa-trone. Patroni locorum kennt Pruden-tius Perist. IV, wenn er auch diese Be-: Zeichnung nicht gebraucht; bei Leo heissen! Petrus und Paulus spezielle Patrone Roms(Serm. 80, § 7; Serm. 83, § 4), auch Lau-rentius; Genesius ist Alumnus von Arles,: weil er hier geboren, aber P., weil er hier! gestorben ist (Passio s. Genes. Arel. inter