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Zweiter Band. I - Z.
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Paulus.

Opp. Paul. Kol. Ad calc.). In der Karo-lingerzeit handelt eingehend über die Lo-calpatrone Alcuin. Hom. de natal. Wilibr. 1;zu seiner Zeit namentlich begann der Cultvon Märtyrern (und Bekennern), die bisdahin grösstentheils nur locale Vereh-rung genossen hatten, über mehrere Orteoder Länder sich zu verbreiten. Für dielocale Verehrung einzelner Märtyrer istnamentlich Sozom. H. e. V 3 bezeichnend;als Constantia, Vorstadt von Gaza, zureigenen Stadt erhoben wurde, erhielt jedeStadt nicht nur ihren eigenen Bischof undKlerus, sondern ebenso ihre eigenen Mär-tyrer und deren Festfeier. Ueber das Wir-ken der Heiligen in den ihnen geweihtenKirchen vgl. Alcuin. Carm. 35. 42. 64. 83.Patrone für einzelne Stände und Klassenfinden sich ebenfalls schon im christlichenAlterthum: die sei. Jungfrau und S. Agneswurden als Patrone der Jungfrauen an-gerufen ( Gregor. Kas. Serm. 24, § 1 inÖypr.; Prudent. Perist. XIV in fin.); Ni-cetius, Patron von Lyon, war zugleichPatron der Gefangenen ( Gregor. Tut-. Vit.Patr. VIII 7); Sigismund Schützer gegenFieber {kl. De gloria mart. 75); in demalten Missalo von Besangon steht an des-sen Fest ,pro frigoriticis' ( Mabillon Mus.Ital. I 344); Phokas war Patron der See-fahrer ( Combefis Auctor. I 180).

4) Die Dienste der Patrone. Sie be-schützen den Ort, der ihren Namen trägt,und unterstützen die Gebete ihrer Schütz-linge, sind dsrjrsuK cuvsp-pn ( Basil . Iloni.19, 8; 23, 7). Leo Serm. 11, 4 ermahntdie Gläubigen, Vigil in St. Peter zu hal-ten, da (der Patron) durch sein Gebetunser Bitten, Fasten und Almosengebenunterstütze. Gregor d. Gr. nennt daher diePatrone ,orationis adiutores' (In Evang.II. hom. 32, § 8); dies die ständige Bitteund Hoffnung der Christen (vgl. Alcuin.Carm. 28. 61 u. 47: preces populi ad-iuvat sc. patronus). Auch stehen die Pa-trone in Köthen und Gefahren bei ( LeoSerm. 84, § 2; 81, § 2; Paulin. De s. Fel.carm. VI 290), so besonders in Gefahrender Schlachten und allen Kriegsnöthen{Theodoret. Hist. eccl. V 24). Aehnlicheserzählt Paidin. In vita s. Ambr. c. 50 vomhl. Ambrosius. Die Vermengung von heid-nischen und christlichen Gedanken bei dennur halb bekehrten Christen liess mancheLegende aufwuchern ( Procop. De belloGoth. I 23); Venantius (560) Poem. III,VII 19 sagt von Petrus und Paulus: a fa-cie hostili duo propugnacula praesunt (vgl.Aug. De cura pro mort. c. 16). Die Pa-trone schützen vor Allem die Träger ihresNamens ( Theodoret. Graee. affect. cur. VIII923: die Christen legen Gewicht darauf,ihren Kindern die Kamen von Märtyrern

zu geben, damit diese ihnen Heil undSchutz verschaffen).

Engel als Patrone sind, wie es scheint,seit dem 5. Jahrh. aufgestellt worden. ZuRavenna ward 545 eine Kirche ,in honores. Michaelis' dedicirt {Ciampini Vet. mon.II, tav. XVII = I 87). Iustin I soll nachProcop. De aedif. inst, sechs Michaelskir-chen erbaut haben. Ein gallisches Sacra-mentar des 7. Jahrh. zu Besangon hateine ,Missa in honore s. Michaelis' (,inhonore b. archangeli Michaelis dedicatanomini tuo loca', Mabill. Mus. Ital. I 356).Das Sacram. Leon, hat fünf Messen fürdas ,Natale basilicae angeli in Salaria';der Text zeigt, dass Michael Patron war(Muratori Lit. Rom. I 407). Das Gleicheist aus dem Sacram. Gregor, ersichtlich{Muratori I. c. II 125; Menard zu GregorsWerken ed. Bened. III 135). Eine mono-graphische Behandlung des Gegenstandessteht bis jetzt aus. Vgl. Rev. des Scienceseccles. 1884, I (Les patrons des lieux etles titulaires des eglises); Kampschulte Diewestfäl. Kirclienpatrocinien. krieg.

PAULUS. Die mannigfaltigen Funde undEntdeckungen der letzten Jahrzehnte, zu-mal die Ausgrabungen in den Katakom-ben , haben in Beziehung auf die beidenApostelfürsten die monumentalen Zeug-nisse wesentlich vermehrt, ältere Monu-mente erläutert und an nicht wenigenStellen für die römischen Ueberlieferungenfesten historischen Boden geschaffen. Beidem reichen archäologischen Material wer-den wir der Klarheit und Uebersiclit we-gen zuerst die jedem einzelnen Aposteleigenen Monumente, und dann diejenigenins Auge fassen, auf welchen sie uns ver-eint entgegentreten; wir halten uns dabeigenau innerhalb der Grenzen des archäo-logischen Gebietes.

P. war nach seinen eigenen Worten(II Kor. 10, 10) von schwächlichem Kör-perbau ; Chrgsostomus (Orat. 30 in princ.Ap.) nennt ihn ,tricubitalis‘. Der heidnischeVerfasser des ,Philopatris‘ (n. 12) bezeich-net ihn als TaX'.Xcao; dvatpaXavn'a?, em^pivoj.als den durch seinen halb kahlen Kopfund die grosse Nase bekannten Galiläer;genauer schildern ihn die der ältesten Zeitangehörenden Acta Pauli et Theclae (ed.Tischendorf 41) als einen avopa p.apov t<|>p^-feifsi, <juX6v tt, •/s'pakf), öqy.oXov xail v.vf rp.au, E’jE'/.Tty.ov, aovocppyv, uixpcTic ira'ppivov. ya-

pitoi TEXrjpr), also ebenfalls kahlköpfig undmit Adlernase, dabei klein von Gestalt,mit krummen Beinen und zusammenge-wachsenen Augenbrauen. Wenigstens inBeziehung auf die beiden ersten Punktestimmen damit die Monumente überein,geben ihm aber als ferneres Merkmal den