616
Pfau.
Apotheose der Kaiserinnen die Divae eben-falls mit dem P. abgebildet sind, auf Münzenmit der Umschrift CONSECEATIO. Jeden-
f \ 5V,
Fig. 388. Von dem Gemälde De’ cinque Santi'inS. Sotere (de Rossi R. S. III, tav. I—III).
falls ergiebt sich daraus, dass auch beiden Heiden der P. eine auf den Himmelsich beziehende symbolische Bedeutunghatte.
War der P. einmal Symbol der Aufer-stehung und des ewiged*'seligen Lebens,dann war es yon selbst gegeben, auch ihmdie mancherlei Epitheta beizufügen, welchedie symbolischen Tauben oder Lämmer zutragen pflegen. So ist er in einem Arco-solium des Ostrianums und in einem anderndes Coemeteriums der Cyriaca mit einemSiegeskranz in den Krallen abgebildet ( Gar-rucci tav. LIX u. LXXII); wiederholt trägter statt des Kranzes den Oelzweig, z. B. aufeiner Lampe des christlichen Museums imCampo Santo. Auf einem Grabstein aus demCoemeterium des Praetextatus, jetzt im la-teranensisclien Museum, sitzen zwei Pfauenauf dem Rande eines mit Broden gefülltenGefässes (vgl. Bull. 1867 p. 81) [Pfauenmit dem Monogramm oder einem Gefässbieten die Denkmäler Syriens, vgl. de VogueLa Syr. centr. pl. XLY etc. K.]; eine ähn-liche Darstellung auf einem africanischenEimer zeigt, wie sie aus dem Kruge trin-ken (Bull. 1867, Abbild.) und das Gleichesehen wir aus späterer Zeit auch auf derSeitenfläche eines Altares ( Garrucci tav.CCCCXXIII). Besonders beliebtes Motivist der P. auf den Sarkophagen von Ra-venna, wo statt zweier Tauben oder zweierLämmer zwei Pfauen zu beiden Seiten einesGefässes oder des Monogramms, manchmalunter Hinzufügung von zwei Palmbäumen,überaus häufig wiederkehren ( Garruccitav. CCCXI. CCCXXXVII. CCCXLYI.CCCXLYII. CCCLXXXIX. CCCXCI u. a.).[Im Zusammenhang damit steht der P., woer auf dem Globus, dem Symbol derErde, dargestellt ist (z. B. Boltari II, tav.XCVII; III, tav. CLXXXIY, offenbar
Fig. 389. Fresco ans S. Pietroe Marcellino (Bottari II,tav. XCVII).
decorativ, nicht mit Boldetti 163 und LupiDissert. II 1, 204; dazu Martigny 2 569als Angabe des Martyriums; s. uns. Fig.
389) ; weiter derP. mit Sternen,ein auf dem 1845zu Mailand inS. Nazario ge-fundenes Fresco(Polidori Sopraalcuni sepolcriant. crist. scop.in Milano, 1845,
571; s. uns. Fig.
390) . K.]
Aber nicht nur
Symbol der Auf-erstehung unddes ewigen Le-bens war der P.bei den altenChristen, son-dern auch, was weder Garrucci noch Mar-tigmj beachtet haben, Sinnbild der Tauf-gnade. In dieser Beziehung sei zunächstauf die Yerse amTriumphbogen vonS. Agnese auf-merksam gemacht,in welchen PapstHonorius I (625 bis638) den Glanz dervon ihm mit Mosai-ken geschmücktenKirche mit demMorgenroth undmit dem Glanzedes Pfauen ver-gleicht : purpu-
reusque pavo, ipsocolore nitens. Die-ser Hinweis auf das
Licht begegnet uns in derselben Kirche inden beiden Pfauen zu beiden Seiten desgrossen Rundfensters ( Bartolmi Gli atti delmart. di S. Agnese, tav. XI, 122). AVeiter-hin beachte man, dass in den alten Bapti-sterien zu Ravenna, Neapel, Cividale, wieauch in der Kapelle des hl. Johannes desTäufers beim lateranensischen Baptisteriumder P. mit Vorliebe in den DecorationenVerwendung fand ( Garr . tav. CCXXXIX.CCLXIX. CCCCVI u. a.). Bezeiclmete inanin der alten Kirche die Taufe als cpio-urpZi,Erleuchtung, so lag es ja nahe, den P. mitseinem Glanzgefieder als Symbol dieseshimmlischen Gnadenlichtes zu betrachten.
In Folge dessen werden wir auch mancheDarstellungen des Pfauen auf den Monu-menten als Hinweise nicht auf die Auf-erstehung, sondern auf die empfangeneTaufe zu betrachten haben. So gewinnendie vier Pfauen in Verbindung mit dem
g. 390. WandgemäldeS. Nazario in Mailand(Polidori 67).