Pferd.
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Oceanus in der oben erwähnten Grab-kammer in San Callisto ihre einheitlicheBedeutung; so verstehen wir, warum imCoemeterium der Priscilla neben dem P.mit aufgeschlagenem Rade zwei Lanzenabgebildet sind ( Garrucci tav. XCIX), undwarum auf dem Gemälde des Orpheus inS. Domitilla der P. eine so hervorragendeStelle gefunden hat ( Garrucci tav. XXX).Daher dürfte auch der P. auf dem Grab-stein der Petronia (bei Tre fontane ge-funden, jetzt im Museum des Campo Santo)ein Hinweis auf die Taufe der in ihrem19. Jahre verstorbenen Jungfrau sein, unddasselbe gilt von dem Grabstein der Au-relia Proba im lateranensischen Museum,wo der P. dem Widder, d. h. dem SymboleChristi, gegenübergestellt ist, um anzu-deuten, dass die Yerstorbene als Neuge-taufte zu Christus gelangt sei; nur so istdas Bild des majestätisch dastehendenWidders und des zu ihm eilenden Pfauenauf diesem Grabstein verständlich. DieYerbindung des Pfauen endlich mit demTraubengewinde auf dem Sarkophag derhl. Constanza im vaticanischen Museumund auf einem Sarkophage im Yorhofevon San Lorenzo erscheint nunmehr alsHinweis auf die beiden grossen Sacra-mente der Taufe und der Eucharistie,wenn überhaupt der Künstler hier einesymbolische Darstellung, und nicht blosseine einfache ländliche Scene hat schaffenwollen. DE WAAL.
PFERD war im A. B. Symbol des Stol-zes und der Sinnenlust (Tob. 6, 17;Ps. 32, 17; Jerem. 5, 8; Ezech. 22, 11).Obgleich das P. im X. B. in dieser Be-deutung nicht erwähnt wird, so habendoch die Yäter das P. meistens als Bildder Sinnenlust beibehalten, weil, wie Hie-ronymus (Adv. Iovinian. II 37) sagt, ,equistatim, ut mulieres viderint, adhinniunt 1 .Vgl. Basilius in Ps. 32; Augustin Enarrat.I in Ps. 31; Gregor M. in lob XXXI 24.
Augustinus kennt indessen auch viergute Pferde, nämlich die vier Grundtugen-den (Contra Iulian. II 5).
Eine bedeutende Rolle spielten bei denclassischen Yölkern die AVettrennen. DerSieger wie seine Pferde wurden bekränzt.LPferde mit Palmen im Maule erscheinenöfter unter den Graffiti des Palatin, inder Nähe der Wohnungen der A r ernae, wodas Spottcrucifix gefunden wurde. Ygl.Garrucci Gratf., und Mus. Worsleyan.herausgeg. von Eberhard und Schäfer,Lpz., Taf. Y und YI. Vgl. weiter de Gu-bernatis Zoological Mytliology, Lond. 1872,I 283 f. K.] AVenn uns nun auf heid-nischen Epitaphien, wie auf dem einesKindes FELICVLA VICTOR ( Boldetti 21)
ein P. mit Palmen auf dem Kopfe undStacheln am Schweife begegnet, so solldurch das Bild des siegenden Pferdes wolonomatopoetisch der Name Victor illu-strirt werden. Und wenn auf einem an-dern heidnischen Grabsteine eines kaumeinige Monate alten Kindes ( Fabretti 549,n. 15) ein nach einer Palme hineilendesP. abgebildet ist, so ist durch dies Bildwol der schnelle Lebensverlauf symbolisirt.
Auf christlichen Monumenten kommtdas P. entweder im Laufe oder in derRuhe, allein oder in Zwei- oder A T ier-gespann, mit oder ohne Siegeszeichen vor.Auch hier ist es Sinnbild des Sieges, mages Vorkommen als phonetisches Bild odermag es eine besondere symbolische Be-deutung haben. Diese an sich schonnahe liegende Deutung wird fast bis zurGewissheit erhoben, wenn wir in derhl. Schrift, dieser reichen Schatzkammeraltchristlicher Symbolik, mehrfache Hin-weise auf den AVettlauf lesen. ,AVissetihr nicht, dass von denen, so in der Renn-bahn laufen, nur einer den Preis erhält?Laufet so, dass ihr ihn erlanget 1 (I Kor.9, 24). Vgl. II Timoth. 4, 7: ,ich habeden Lauf vollendet“; Galat. 5, 6: ,ihrliefet gut“.
Phonetische Bedeutung haben die dreiPferde auf einer Salbenbüchse von Glas,die den Namen YINCENTIUS trägt (Fa-bretti 277). Auf das schnelle Herannahendes Lebensendes weist hin das Rennpferdauf dem Grabstein des Knaben MARCIA-NYS (Fabretti 216), sowie des KnabenAYRELIYS PELAGIANVS ( Fabretti 8),ferner auf dem Grabe der jungen BASI-LIA ( Lupi Epit. Sev. 57) und auf demEpitaphe des jungen Märtyrers FLORENS(Lupi Diss. e lett. I 258). Auf letzteremtitulus ist vor dem wettlaufenden Pferdeauch die Meta, ,das Ziel“ dargestellt. —Zu den Bildern von Rennpferden, welchedie Bedeutung glücklich zurückgelegtenLebenslaufes mit Hinweis auf Erlangungder Krone der Gerechtigkeit (II Timoth.4, 7. 8) haben, wird zu rechnen sein dasauf dem Grabsteine der A r ETTIA SIM-PLICIA, wo das P., wie nachstehendeAbbild. Fig. 391 nach Martigmj 171 zeigt,statt der Palme einen Halbmond auf demKopfe trägt (Lupi Epit. Sev. 57), das aufdem Denkmal eines IA r STA r S oder IA r STI-NYS aus dem Coemeterium Cyriacae (Lupi1. c.) und das auf dem Denkstein bei PerretCatac. Y, pl. LXIII, n. 22. Die Bedeu-tung eifriger Nachfolge Christi haben dieBilder zweier Pferde, in deren Alitte dasMonogramm Christi steht, auf einem Grab-steine zu St. Matthias in Trier, sowie diezwei Pferde auf dem Grabmale des Bi-schofs und Märtyrers ALalentin, welche