Band 
Zweiter Band. I - Z.
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Pfingstcyclus und Pfingsten —■ Pharus.

beide nach einem in der Mitte abgebil-deten Kreuze hinschauen (Boldetti Osserv.225). Dieselbe Symbolik haben Kennpferdeauf Lampen ( Perret 1. c. Y, pl. XIX, n. 2),

Fig. 391. Vom Epitaph der Vettia Simplicia(Lupi Epit. Sever. 57).

auf Gemmen, auf Elfenbeintäfelchen ( Bol-detti 216) und auf Fibeln. Eine Fibel inGestalt eines Pferdes veröffentlichte Perret1. c. IY, pl. XVI, n. 93. Eine solche vonBronce, gefunden in der Donau bei Pesth,besitzt auch das archäologische Museumzu Zürich. [In diese Kategorie fallen auchdas P. mit -|- auf einem Kämpfer zu Ra-venna (Sammlung Ricci n. 27); das mitScheffel und X Bull. 1880, 101; vgl. Bull.1873, 4 tav. XI 2 . IC.|

sam fortschreitende Stellung des Pferdesauf unseren Denkmälern (R. S. III, tav.XXXVIII; Lupi 57 2 ); ferner darauf, dassdas P. bloss gezäumt (ebend., Mus. Kirch.n. 59) oder gesattelt (Bull. 1873, tav. XI 2 )vorkommt, nicht im Rennen begriffen.Overbeck hat dazu auf Basil. Hom. inPs. XXXII 17 (cd. Ben. n. 9, Par. 1839,I 201) hingewiesen: exßeßXTrjxoti xrjc -/ppaecotTcbv öqi'oiv 6 Tictio? etc. Er hat aber ver-gessen , dass die Circusspiele im christ-lichen Alterthum verpönt waren und eineBezugnahme darauf nicht leicht anzuneh-men ist. Eine Ilindeutung auf das Ge-werbe eines Cursor fand auch de Rossi(Bull. 1873, 136) in dem Epitaph, welchesmeldet: QVI CVCYRRIT OPERE MA-XIME, wobei aber doch ein höherer reli-giöser Sinn (wie Gal. 5, 6—7) unterliegt.Dasselbe zeigen die Epitaphien, wo derName VICTOR und die Anspielung aufihn durch das P. erscheint (de Rossi Bull.1873, 136, not.). Die Vergleichung deschristlichen Lebens und besonders desKampfes des Märtyrers mit dem Stadiumwar den Alten geläufig, wie die Acta mart.Ruinart 359. 364 beweisen. K.] münz.

PFINGSTCYCLUS und PFINGSTEN, s.Feste I 490.

'I'AIAOXII-, Plan Ha, s. Kleidung II201 f.

Ausser einzelnen Pferden begegnen unsauch Zwei- und Viergespanne mit Palmenauf den Köpfen (Bottari tav. CLX; Buo-narruoti tav. XXVII), geritten von jungenLeuten, welche Darstellung uns genau dasWettrennen im Circus und damit die Wortedes hl. Paulus (I Kor. 9, 24): ,laufet so,damit ihr ihn (den Siegespreis) erlanget 1ins Gedächtniss rufen und die Deutungdes Pferdesymbols vollends als eine rich-tige erweisen. Vgl. Martigmj Dict. 171;Lupi Epit. Sev. 56 sq.; Le Blaut Inser.I 402.

Das P. ist Attribut vieler Heiligen,meistens solcher, die, an Pferdeschweifegebunden, getödtetwurden, wie der hl.^PP 01 ^’ Benignus,PJ Aidanus, Calepo-

diua > Quirinus Flo-

.jjjjHjr rian, Irene. [Neue-

stens hat V. Schultzonn j Archäol. Stud. 299

Fig. 392. Knöchernes Pferd- . . ,

chen von Paris, im Coem. principi6ll (llG Sym-s. sebastiano gef. (Perret bolisclie Beziehung

iv, pi. viii 3 ). des Pferdes geleug-

net und ihm nureine persönliche Beziehung auf denVerstorbenen oder sein Gewerbe zuge-standen. Er beruft sich dafür besondersauf die meist ruhig stellende oder lang-

PHARISÄER und ZÖLLNER. Die Luc. 18erzählte Geschichte vom P. u. Z., welchehinaufgingen in den Tempel, zu beten, ist,soviel ich übersehe, in der altchristlichenKunst nur einmal, und zwar auf dem Mo-saik in S. Apollinare nuovo in Ravenna(Garrucci tav. CCXLVIII 6 ) dargestellt.Ciampini II 96 konnte sich die Scene, wodie beiden Männer, durch einen Vorhanggetrennt, unter einer Arcatur stehen, nichterklären und dachte an Christus und dieEhebrecherin. Vgl. dagegen Garrucci IV56 f. KRAUS.

PHARUS. Auf altchristlichen Monu-menten begegnet uns zuweilen eine mehroder weniger einfache Zeichnung, die dasAussehen eines aus mehreren Stockwerkenbestehenden, sich nach oben verjüngendenThurmes hat, auf welchem oben ein Feuerbrennt. Da dieser Thurm mit dem Leichen-scheiterhaufen (Rogus) der Alten Aelin-lichkeit hat ( Mionnet De la rarete et duprix desmed. rom.I 218. 226. 241), so ver-muthete Fabretti (Inscr. 566), gedachteThiirme seien Abbildungen römischer Rogi.Doch widerspricht dieser Vermuthungerstens der christliche Brauch des Be-grabens (nicht aber Verbrennens) derLeichen, und zweitens die andern Symbole,mit denen der Thurm in Verbindung ge-