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Zweiter Band. I - Z.
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Phiala cruenta.

Unterlass Wasser hervorquoll, das, wennman es in dem ypuao71-aov auffing undschöpfte, klar blieb und nie verdarb. Das-selbe bezeugt Chrys. Or. in bapt. Chr. DerMonat Januar heisst ‘/potjoyiTCDv, wahrschein-lich wegen der von den Fürsten und Magi-stratspersonen geschenkten Kleider, oderauch, weil die Consuln (Januar heisst auchp.Yjv ujiotTuiv, Anthol. I 124) ihr Amt an-traten. Ueber deren Processionen in By-zanz vgl. Novell. Iustin. 105; Claudian.Marcellin. Comes; Corippus, Chron. Al. etc.Nach Gyllius bestand diese P. mit ihremewigen Quell noch zu seiner Zeit. Ygl.Ducange in Paul. Sil. 206 und dazu denArt. Weihwasser. kraus.

PHIALA CRUENTA (Blutampulle).Im Innern der Katakombengräber sowiein dem Verschluss derselben fand manseit dem 16. Jahrhundert zahlreiche ganzoder bruchstückweise erhaltene Fläschchenmit einem rothen Bodensatz, welchen manfür Blut ansah und als Beweis betrachtete,

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Fig. 395. Sog. Blutfläschclieu (uaeli Boldetti 149).

dass die mit diesen Ampullae sanguino-lentae ausgestatteten Gräber Märtyrernangehörten. Die Congregatio ßituum eig-nete sich diese Ansicht durch ein Decretvom 10. April 1663 an . . . (palmam et vasillorum sanguine tinctum pro signis cer-tissimis habenda esse), welches Decret Cle-mens IX bestätigte. Seither wurde eineMenge solcher mit Blutampullen gefun-dener Corpi Santi als Reliquien versandt,und wo man die Namen der Beigesetztendurch ein Epitaph nicht angegeben fand,

,getauft 1 , d. h. mit einem meist von denEigenschaften der Märtyrer hergeleitetenNamen versehen. Die römischen Archäo-logen des 16., 17. und auch meist des18. Jahrhunderts standen ganz auf demBoden dieser Anschauung. Basnage ver-muthete zuert Wein in dem rothen Nie-derschlag, wogegen ein von Leibnitz unter-nommenes Experiment zu Gunsten derrömischen Ansicht ausfiel. Von katholi-scher Seite äusserte zuerst Mabillon inseinem unter dem Namen des EusebiusRomanus an Theophilus Gallus gerichteten |

Sendschreiben Zweifel an der Richtigkeitder letztem, ihm folgten u. A. Tillemontund Muratori, zu Ende des vorigen Jahrli.der Abbate Costanzio. Im 19. Jahrh.wiederholten Bellermann und R. Rochettedie These Basnage’s, welche dann derhochverdiente frühere Chef des Bollan-distencollegs, P. V. de Buck, in der 1855zu Brüssel als Ms. gedruckten Schrift Dephialis rubricatis quibus martyrum Roma-norum sepulcra dignosci dicuntur Obser-vationes V. D. B. Auch in einem Auf-sätze der Home and Foreign Review (1863,II 598—604) ward die nämliche Meinungentwickelt. Ihr trat Edmond Le Blant(La question du vase de sang, Par. 1858)entgegen, indem er den Blutgehalt derPhiolen annahm, aber in denselben Mar-tyrerreliquien sah, die man gleich andernden Todten als Schutz gegen böse Ge-walten beisetzte. Spencer Northcote (TheRambler 1860, III 7, 114; 8, 203) ver-warf zwar die Mehrzahl von Le Blant’sArgumenten, äusserte aber neue Bedenkengegen die römische Thesis, welche in-dessen durch ein Decret der Congregationvom 16. Dec. 1863 abermals erneuert und,in sehr ungeschickter Weise, dann durchArchangelo Scognamiglio (De phiala cruentaindicio facti pro Christo martyrii, Paris.1867) vertheidigt wurde. Meine zuerst inden Nassauischen Annalen (IX Bd.), dannFrankf. a. M. 1868 und Freiburg i. B. se-parat erschienene Abhandlung: Die Blut-ampullen der röm. Katakomben, suchtedie römische Thesis im Allgemeinen zuhalten, stellte indessen auch fest, dass dieUntersuchung zahlreicher Reste solcherGläser, welche am Observatorium in Green-wich angestellt wurde, nicht Blut nochWein, sondern Eisenoxyd, das Resultat desZersetzungsprocesses des an Eisen reich-haltigen antiken Glases, ergeben; weiterwurde der Versuch gemacht, die Blut-ampullen als Merkmal der Martyres nonvindicati zu erweisen. Edmond Le Blantvertheidigte seinen Standpunkt gegen mich(Rev. archeol. 1869); ohne Förderung derSache schrieben dann Trochon (Rev. desQuest. hist. 1869, IV 220 f.); Münz (imKathol. 1868, XLVIII 641 f.), welchersich theilweise meinen Anschauungen an-schloss ; Paulinus (Die Märtyrer der Kata-komben und die röm. Praxis, Lpz. 1871),der das Thema zu einem gehässigen gegendie römische Curie gerichteten Angriffeverwerthete, während fachmännische Gut-achten der Profess. Schaajfhausen (Bonn.Jahrb. 1871, LI 275) und Hoppe-Segler,welche im Wesentlichen übereinstimmten,den rothen Niederschlag auf Eisenoxydzurückführten und die Anwesenheit vonBlut im Wein aussehlossen. Diese Pubh-