Band 
Zweiter Band. I - Z.
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cationen, bez. Gutachten, •wurden von mirin einer zweiten Schrift (Ueber den gegen-wärtigen Stand der Frage nach dem In-halte und der Bedeutung der röm. Blut-ampullen, Freib. i. B. 1872) vorgelegt undbeurteilt. Zu erwähnen sind von späterenStudien über die Sache die Aufsätze inder Revue critique 1872, n. 36—38,V. Schullze’s Aufsatz Ueber die sogen.Blutgläser der röm. Katakomben (Zeitschr.f. kirchl. Wissensch. X 1880). Endlich

glaubten dieHerren de Rosstim III. Bd. derR. S. (707—720)den Nachweisliefern zu kön-nen , dass eine1872 in S. Sa-turnino gefun-dene Ampullenur Blut ent-halten habenkönne. Die che-mische und mi-kroskopischeAnalyse, welche a. a. 0. 715 vorgelegtwurde, fand jedoch diesseits der Alpenkeine günstige Beurteilung. Man glaubtsich ausserdem auf fünf bis sechs ältereFunde berufen zu können (vgl. nochausser den von mir in der ersten Ab-handlung angeführten Murangoni Acta s.Victor, bei de Rosst Bull. 1873, 13 undGelen. De admiranda sacra et civili magni-tudine Colon, lib. III; Syntagm. 10, 335),welche allem Anschein nach Blut in

Fig. 396. Sog. Blutflaschehenvom Grabe des Exuperius.

Fig. 397. Grabschrif't des Exuperius.

{1838 von Gregor XIII dem Verein zur Verbreitung desGlaubens in Lyon geschenkt. Greppo Notice surs. Exupere.)

Gläsern aufwiesen; eine den heutigenForderungen der Naturwissenschaft ent-sprechende oder genügende Analyse fandbei diesen älteren Funden natürlich nichtstatt.

Indem ich für alles Detail auf meinebeiden Schriften über diesen Gegenstandverweise, glaube ich auch heute als fest-stehende Ergebnisse nachstehende Punktevorlegen zu dürfen: 1) Ampullcngräberkommen in Anlagen theils vor- theils nach-constautinischer Zeit vor. 2) Wein ist in

keinem Falle als Inhalt dieser Gläser er-wiesen worden, und eher unwahrschein-lich als wahrscheinlich. 3) Keine Analyseweist mit absoluter Sicherheit Blut alsInhalt der Ampullen auf; doch ist inetwa sechs Fällen solches wahrschein-lich. 4) In den zur Untersuchung ge-langten und vermuthlich in den meistenFällen ist das rothe Sediment, welchesaussen wie innen an den Gläsern beobach-tet wurde, nur Eisenoxyd, aus der durchdie Feuchtigkeit bewirkten Zersetzung desGlases herrührend. 5) Der Inhalt dieserGläser ist vermuthlich Weihwasser ge-wesen. 6) Dass man, wie Le Blant be-hauptet, vor Gregor M. das Martyrerblutden Leichen als Präservativ beisetzte, istdurchaus unwahrscheinlich. 7) Dass dieChristen das Blut ihrer Märtyrer sorg-fältig auflasen und bewahrten, unterliegtkeinem Zweifel (vgl. oben II 369. Dazudie Inschrift Bull. 1875, 163: DEPOSITIOCRVORIS; andere darauf bezügliche In-schriften: aus S. Alessio bei Parker Catal.1872, II_6: SVNT RELIQVIAE JD ESTVENRBL SANGVIS • BEAT • BONFATII.Weiter Aringhi lib. III 22, ed. Col. 333).8) Die Beisetzung solchen Blutes im Innerndes Grabes und die Aufbewahrung inAmpullen ist zwar nicht ausdrücklich be-richtet, aber höchst wahrscheinlich. DieDarstellung einer Frau mit einer Blut-ampulle will man Garrucci Storia tav.LXXXII 1 (II 89 = Bianchini zu Anastas.II Proleg. XXIV) erkennen. 9) Gläseran der Aussenseite der Gräber bean-spruchen wol nur eine symbolische Be-deutung ( vas, s. d. Art.) oder enthieltenWeihwasser. 10) Die symbolische Bedeu-tung zugegeben, könnte die P. c. nur denGedanken an das Martyrium für Christusin sich schliessen.

Gegenwärtig, d. h. seit etwa fünfzehnJahren, werden, soviel mir bekannt ist,keine durch die P. c. gekennzeichneteGebeine mehr als Reliquien in Rom ver-theilt. In Thesi stehe ich auch heutenoch auf Seiten der römischen Auffassung,in Praxi muss in jedem einzelnen Falleauf dem wissenschaftlichen Erweis desBlutgehaltes bestanden werden, kraus.

<I>IAI1MA, Bruderkuss, s. d. Art. Frie-denskuss I 542.

PHILOSACRAE, s. Spottnamen.

PHILOSOPHIE, Personification der, s.d. Art. Weisheit.

<I>IAO0EO1 nannten sich die Mönche, da-her Pallad. Hist. Laus. 12 ciXolkG fürMönchsleben gebraucht und Theodoret einesseiner AVerke 'fiXofkoc Is-opia überschrieb