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Zweiter Band. I - Z.
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Philtra — Phönix.

(III 757 ed. Paris. 1642). Vgl. BinqhamIII 39.

PHILTRA, Zaubertränke, waren verbotendurch eine Reihe von Conciliarbeschlüssenund kaiserliche Gesetze. Vgl. BinqhamVII 249 f.

PHÖNIX. In den Martvreracten derhl. Caecilia ( Surius XI, § 21), über derenEchtheit bez. dieser Stelle de Eossi (R. S.II 313) ausser Zweifel ist, heisst es: ius-sit, ut in arca eius (sc. Maximi martyris)insculperetur phoenix, ad ostendendameius fidem. Ergiebt sich hieraus sowolder Gebrauch dieses Symbols bei denChristen in der zweiten Hälfte des zwei-ten Jahrhunderts, als auch die Bedeutungdesselben für sie als Zeichen ihres Glau-bens an die Auferstehung, so betrachtetenauch die Heiden den P. in gleicher Weiseals Sinnbild der Palingenesie. Daher er-scheint er wiederholt auf heidnischenGrabsteinen und Aschenkrügen, auf einemMonumente zu Ostia zudem mit der In-schrift : et tarnen ad manes foenix meserbat in ara, Qui mecum properat serepar(ar)e sibi (Anthol. Rom. 1783, t. IX368), auf Kaisermünzen mit der Umschrift:AIQN; AETERNITAS; FELIX • TEMP •REPARATIO.

Die Mythe über den P. steigt in dashöchste Alterthum hinauf. Sie hat ihrenAusgang genommen von einem auf denägyptischen Monumenten dargestelltenVogel Namens Bennu, welches Wort, wiecpaivi', die Palme bezeichnet, eine Reiher-art, welche noch jetzt um die Zeit derNilschwelle, den Anfang des ägyptischenJahres, in Aegypten einwandert. Dersagenhafte P. war das Symbol einer astro-nomischen Zeitperiode ( Nipperdey zu Tacit.VI 28). Schon Herodot (2, 73) berichtet,er habe denselben nur in Abbildungengesehen, da er nur alle 500 Jahre er-scheine, wenn nämlich sein Vater gestor-ben sei. Wofern die Abbildungen getreuseien, so habe der Vogel Federn von theilsgoldener, theils rother Farbe, und sehein Gestalt und Grösse einem Adler ähn-lich. In Ileliopolis aber erzähle man, derP. trage, nachdem er sich lange dazu ge-übt habe, aus Arabien die Leiche seinesVaters in einem aus Myrrhe geformtenEi in den Tempel des Sonnengottes zuIleliopolis, um ihn dort zu bestatten.Tacilus (Ann. VI 28) bezeichnet ihn etore ac distinctu pennarum a ceteris avibusdiversum; über die Zeit seines Erschei-nens gehe die Meinung auseinander, dadie Einen 500, Andere 1461 Jahre alsZwischenraum annähmen. Er berichtetdann den Mythus in folgenden Worten:

confecto annorum numero, ubi mors pro-pinquet, suis in terris struere nidum eiquevim genitalem adfundere, ex quo fetumoriri; et primam adulto curam sepeliendipatris, neque id temere, sed sublato mur-rae pondere temptatoque per longumiter, ubi par oneri, par meatui sit; subirepatrium corpus inque Solis aram perferreatque adolere. Neben diese beide heidni-schen Autoren stellt sich der Bericht einesder ältesten Kirchenväter, des hl. Clemensvon Rom (Ep. I ad Cor. 25), der denP. ausdrücklich als Vorbild und als Be-weis unserer Auferstehung hinstellt. ,Be-trachten wir die wunderbare Erscheinung,die im Orient, nämlich in den Gegendenum Arabien, sich zeigt. Es giebt dortnämlich einen Vogel, den man P. nennt.Er ist ein einzig geborener (p-ovoysvij?) undlebt 500 Jahre, und wenn die Zeit seinerAuflösung und seines Todes herannaht,baut er sich einen Sarg (aTjxov) aus Weih-rauch, Myrrhen und andern Gewürzen, inwelchen er, wenn seine Zeit vollendet ist,eintritt und stirbt. Indem aber seinFleisch verwest, kommt aus demselben einWurm (uxuiXir]$), der aus den Ueberrestendes gestorbenen Thieres sich ernährt undflügge wird. Sobald er dann stark ge-worden, nimmt er den Sarg, in welchemdie Gebeine seines Vaters liegen, undträgt sie in weitem Fluge aus dem LandeArabien bis nach Aegypten in die StadtIleliopolis; dort legt er sie am hellenTage, vor den Augen alles Volkes, aufden Altar der Sonne und fliegt dann wiederheimwärts. Die Priester aber erforschendie alten Jahrbücher und finden, dass ernach Ablauf von 500 Jahren wieder ge-kommen sei. Sollten wir es daher füretwas Grosses und Staunenswürdiges hal-ten , wenn der Schöpfer aller Dinge die-jenigen wird auferstehen lassen (dvxjtajivitompEtai), die ihm gedient haben in derZuversicht des rechten Glaubens, da eruns doch in einem Vogel die Grösse sei-ner Verheissung zeigt?“ Eine andereVersion des Mythus lässt den P. sich sel-ber einen Scheiterhaufen in Form einesNestes aus wohlriechenden Hölzern bauen,um aus den Flammen desselben verjüngthervorzugehen, und diese Auffassung fin-det sich schon bei lob (29, 18), wenn dasWort -"I-: mit ,P.“ zu übersetzen ist. ,Inmeinem Neste werde ich sterben, und wieder Phönix viele meiner Tage sehen.“Wie hier und bei Clemens Rom., so istder mythische Vogel auch bei allen VäternSymbol und Zeugniss der Auferstehungdes Fleisches und wird als solcher vonihnen zumal den Heiden gegenüber auf-geführt. So unter Anderen in den Apost.Constit. V 7; bei Cyrill von Jerusalem Ca-