Predigt.
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eigentlicher Lehrvortrag, theils Lob- undGelegenheitsrede. Für die erstere P.-Gattung zeugen ausser lustin und Tertul-lian 1. c. auch Ignatius Act. mart. c. 1,wo gesagt ist, dass er Aller Verstand durchErklärung der hl. Schriften (Ikuov -jpatpüiverleuchtete, und Ad Polyc. c. 5und viele Andere. Ehe eine feste Peri-kopenordnung eingeführt war und wennkeine Lectio continua schon im Voraus denbiblischen Abschnitt vorschrieb, bestimmtejeweils der Bischof demLector den Schrift-text, welchen er für die P. vorlesen sollte(Aug. In Ps. 138 und Tract. 12 in loan.).Da ferner in der Kirche des Morgen- undAbendlandes jedesmal mehrere, in derafricanischen immer drei Lesungen vor-kamen, so stand es dem Redner frei, übereinen oder zwei, oder alle drei Leseab-schnitte zu sprechen. Augustinus z. B. be-handelte gewöhnlich nur eine Lection,berührt aber bisweilen die andern; so be-handelt er zwei in Serm. 45. 48. 82. 128.160. 166 u. ö., drei in Serm. 112. 165.170. 176. Selbstverständlich wurde hier-bei kein Text erschöpft, sondern der Pre-diger greift heraus, was seinem Zweckepassend scheint. Dass daneben auch freieredidaskalische Vorträge schon in den er-sten Jahrhunderten gehalten wurden, leh-ren uns manche patristische Erzeugnisse,die erweiterte oder umgearbeitete Predig-ten (Homilien im weitern Sinn) sind; soder zweite Korintherbrief des Clemens, soder d'.a 7 'jpp.o? xtüv Su> cpiXosotpiov eines ge-wissen Hermias (Ende des 2 . Jahrli.), darindie Anrede 5 d^a-rjxoi (Renan Marc Aurele379). Vgl. die '0|AiXia xoü 'ImroXuxou in denOpp. Hippol. ed. Lagarde 43. MehrereSchriften Tertullians sind ebenfalls ur-sprünglich Vorträge, wie De spectac. (An-rede: Dei servi); De cultu fern. (Anrede:sorores dilectissimae et ancillae Dei vivi);De orat. (Anrede: benedicti) und De bapt.Wie die Anrede zeigt, ist die Schrift Decultu fern, nicht im gemeinschaftlichenGottesdienste, sondern in einer religiösenVersammlung von Frauen, ähnlich denReden vor Katechumenen, gehalten wor-den (vgl. dessen Schrift Adv. lud.: lec.tio-nibus stilo quaestiones retractatas termi-nare). Auch unter Cyprians Schriften sindeinige, wie De bono patientiae, ursprüng-lich solche freie, nicht schrifterklärendeV orträge gewesen. Ebenso mehrere asce-tische Abhandlungen des Ambrosius (Devirginit., De viduis u. a.). Diese P.-Formnähert sich oft unserer sog. liöhern IIo-nnhe, so die Lobreden auf Märtyrer unddie 4 esttagspredigten, wovon Hippolyt und>) egor Ihaumat. die ersten Beispiele ge-geben haben.
I) Form der P. Abgesehen von der
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charismatischen Lehrform, die alsausserordentliche Lehrweise hier nicht inBetracht kommt, war die apostolische undnachapostolisclie P. durchaus kunstlos, alleMittel profaner Rhetorik verschmähend.Ohne irgend welche oratorische Zier ver-lief die P. in grösster Einfachheit. Aberselbst als mit dem 4. Jahrli. in der antikenPhilosophie und Redekunst geschulte Red-ner in der Ostkirche auftraten und den X 070 ;zu einer bedeutenden Höhe der Beredsam-keit erhoben, als an die Stelle der Kathedrader Ambon trat und die Prediger thatsäcli-lich sich nicht ganz frei hielten von demrednerischen Prunk und dem Streben, auchästhetischen Genuss zu gewähren, ver-urteilten sie doch in der Ueberzeugung,dass die christliche Wahrheit nicht desrhetorischen Schmuckes bedürfe, grund-sätzlich die Künsteleien der weltlichenRede. Schon die Recognit. I 8 hatten ge-sagt: fidemque eorum, quae dicimus, nonex argumentis arte quaesitis, sed . . . sen-sibus confirmare. Im Allgemeinen zeigtdie abendländische P. weit grössere Ein-fachheit, als die der Ostkirche, wo mandem erhabenen Inhalt eine entsprechendeForm geben zu müssen glaubte. Die Grund-sätze der Hauptführer in unserer Fragesind zu suchen bei Origenes Hom. 5 inLevit. § 7; Hom. 12 in Genes.; Comm. inep. ad Rom. (tom. X 677); Gregor. Naz.Orat. 12, 2. 32. 36, 2; Carm. 2, 1. 12.273 ff. 295 ff.; Chrysost. De sacerd. IV 1u. 7; Hom. 30 in Act.; Hieran. Prooem.in Comm. ad Gal. lib. III; Ep. ad Xepot.;Aug. De doctr. Christ. IV 11; Probst Lehreu. Gebet 201 f. und die schöne Stelle desLehrers des Caesarius von Arles, lalian.Pomerius De vita contempl. I 23 u. 24.
5) Innere und äussere Einrich-tung. Einheitlich geordnete Vorträge wa-ren nicht Sache der altchristlichen Pre-diger; sie liebten die zwanglose Rede.Selbst der synthetische Xoyoc war hiervonnicht ausgenommen. Treffend zeichnetThomassin Vet. et nov. disc. II, 1. III 83den Charakter der altern P.: apostolos etepiscopos et presbyteros qui prioribus hissaeculis concionabantur, sermones effu-disse extemporaneos, inordinatos, ex abun-dantia cordis et plenitudine intima cari-tatis. Erst mit der Entwicklung der P.-Kunst im 4. Jahrli. wandten die Rednerder Aufstellung des Themas und der Glie-derung des Stoffes grössere Aufmerksam-keit zu.
a) Das T li e m a. Von einem einheit-lichen Thema kann bei der altern Pre-digtweiso nicht die Rede sein; aber selbstim ausgebildeten Xovoi bleibt der Rednerselten bei einem einheitlichen Thema stehen.Zumal der biblische Text wird nicht von