Band 
Zweiter Band. I - Z.
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Predigt.

einheitlichem logischen Gesichtspunkte aus,sondern in analytischer Weise Vers fürVers erklärt mit entsprechender Nutzan-wendung (Bibelexegese in homiletischerEinkleidung). Dabei binden sich die Pre-diger überhaupt weder an den Text, nochan das Thema. Eigenartig sind in dieserHinsicht die Homilien des Ghrysostomus;zuerst pflegt er einige Verse erbaulich zuerklären, um dann den Text zu verlassenund in eine Art Abhandlung über ein dog-matisches oder Moralthema überzugehen,je nachdem der Text Anlass bietet (ge-mischte Homilie); so Ilom. 15 u. 17 inHebr. Solche freie Excurse sind ganz ge-wöhnlich, und Einheit der Materie wirdnur entfernt angestrebt. Einzelne Rednerkündigen zuweilen das Thema an, wieChrysost. Hom. 3 de Lazar. Dieser Pre-diger hat öfter schon einige Tage vorherText und Thema der nächsten Homilieden Zuhörern angekündigt, damit sie vor-bereitet zur P. kämen (Hom. 10 u. 11 inIoan.). Ankündigungen des Themas beiAu ff. Serm. 1. 81. 351. 352. 361. War derPrediger nur Presbyter, so bestimmte oftder Bischof das Thema {Orig. Hom. 5 inLevit.).

b) Disposition. Wurde kein einheit-liches Thema aufgestellt, so konnte voneiner logischen Gliederung und Anordnungder Theile im heutigen Sinne nicht dieRede sein und noch weniger von einer An-kündigung der Dispositionspunkte; überallmachte sich der Charakter der alten Ho-milie geltend im Gegensatz zur systema-tischen Ordnung, und selbst wenn diepatristische P. eine Eintheilung giebt,schweift sie auf andere Gebiete ab, ohneden Gegenstand genetisch zu entwickeln.Der freie Vortrag (X6yoj, sermo) lässt in-dess öfter eine gewisse logische Ordnungund thematische Gliederung erkennen undeinen innern Plan, wenn er auch äusser-licli nicht hervortritt. Besonders ist diesbei den Reden des Gregor von Nazianz,die einen Grundgedanken verfolgen, derFall (vgl. Orat. 2, § 7 und die Trauerredeauf Caesarius; Hilar. Arel. Serm. de vitaHonor.). Auch einzelne Reden des Am-brosius weisen Exordium, Expositio undConclusio auf und zeigen einen Anlaufzur synthetischen P. Ghrysostomus sagtHom. 16 in Ephes.: tt;c -'ap oiatpESEto;(Disposition) to -pöitov ÄvaTiflsp.« pipo; ....iu '. zi oo'/it' ävaydYiojAcv y.al irl tov Xotitövßhiv to v Xo-'ov (vgl. Dom. 8 de ieiun. etmiseric..; Aug. Serm. 352, §§ 2. 7 u. 8;Serm. 137, § 5 u. Serm. 164). Die Po-lemik des 4. Jahrli. bot dem Redner leichtInhalt und Gliederung der P.; Aehnlichesgilt von den Gelegenheitsreden.

c) Eingang. Hier wiederum muss in

formaler Hinsicht die P. auf der Höheihrer Entwicklung von der ältern unter-schieden werden; stets aber ist das Ex-ordium der Väterhomilie einfach, oft nureine Anknüpfung zwischen der letzten undheutigen P., indem der Gedankeninhaltjener kurz recapitulirt oder wieder auf-genommen wird. Nicht selten gehen dieVäter unmittelbar in die Sache ein; sorg-fältig sind manche Eingänge bei Gregor.Naz. gearbeitet, bei Ghrysostomus viele zuweitschweifig und breit (s. seine eigenenAeusserungen hierüber Hom. 2 u. 3 demutat. nom.), andere inhaltlich und for-mell von besonderer Schönheit; am ein-fachsten und kürzesten sind die Exordienbei Augustin. Am Eingang steht vielfacheine Begriissung (-poap^it) der Zu-hörer : dvTioi'oovTS? tco SiSovti rr ( v e i p i; v 7) v.sagt Chrysost. Hom. 3 in Col. Der Grusslautet verschieden: sipr^vr, itäsiv, pax vobis,worauf das Volk mit v.al p-sra xoö -vsüpa-xof aoo, et cum spiritu tuo, antwortete.Nach den Const. apost. VIII 3 sprach derBischof vor der I’.: die Gnade unseresHerrn Jesu Christi, die Liebe des Vatersund die Gemeinschaft des hl. Geistes seimit euch Allen, ltesp.: und mit deinemGeiste.

Wie manche Heiligenleben der patri-stisclien Zeit, so beginnen einzelne grie-chische Homilien mit dem Segensspruch:süXoyrjaov, zdrep, benedicas, pater, worausdie Sitte entstand, dass der predigendePresbyter den anwesenden Bischof umden Segen bat (iube, Domne, benedicere).Ghrysostomus beginnt dafür mit seiner be-kannten Devise: suXoyrjTo? 6 flsoc (Hom. 4ad pop. Antioch). Auch ,Lob und Preissei dir, o Herr“, wurde zum Beginn ge-sprochen, und in der africanischen Kirchebegann und schloss die P. mit ,pax vo-bis“; Resp. ,et cum spiritu tuo“. Dassder Prediger sich mit dem Kreuze be-zeichnete, wie liinterim IV, 3, 346 be-hauptet, ist wahrscheinlich, aber nichtgenau zu erweisen. Auf den Gruss folgteoft ein Gebet, das allerdings nicht im-mer laut gesprochen ward; jedenfalls warkein bestimmtes vorgeschrieben. Chrysost.Ilom. 28 de incompreli. (I 32) stellt alsRegelauf: rpoxspov öuyr, y.a't t6ts X6yo;; erberuft sich dabei auf Pauli Beispiel. AuchAug. De doctr. Christ. IV 68 stellt cs alsGrundsatz auf, dass der Redner für sichund die Zuhörer bete. Er selbst beginntz. B. In Ps. 91: attendite ad psalmum.Det nobis Dominus aperire mysteria, quaehic continentur. In Ps. 139: adiuvet (Do-minus) orationibus vestris, ut ea dicam,quae oportet me dicere et vos audire.Oder: donet mihi (Dominus) aliquid di-gnum de se dicere. Man sieht, es sind