Band 
Zweiter Band. I - Z.
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Predigt.

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bei ihm ganz kurze Yota, um Gottes Bei-stand und Erleuchtung zu erflehen; vgl.die schönen kurzen Gebete und EingängeSerm. 23. 71. 153. 169. Oft begegnet unsein Gebet in den Eingängen bei Origenesund er begründet diese Sitte in Lib. Iesunav. Hom. 8, § 1 und Hom. 20, § 4. Erund Andere wiederholen im Laufe derRede bei schwierigen Stellen das Gebet(Nebe Gesell, der P. I 197 ff.). Ein grös-seres dem Ambrosius zugeschriebenes Ge-bet bei Ferrarius De rit. concion. vet. I 8.Sehr oft bitten die Prediger im Eingangum Aufmerksamkeit.

d) Schluss. Die P., zumal die Ho-milie, pflegt oft ganz unvermittelt, wie siebegonnen, zu scliliessen. So vor Allen beiOrigenes. Gewöhnlich ist der Schluss sehrkurz, denn ,liabeat caput eius (Eingangder P.) rationem et finis modum. Sermoenim taediosus iram excitat* ( Ambros. Deoffic. I 22). Manche Redner fassen dieHauptgedanken in einer Recapitulation zu-sammen ( Chrysost. Hom. 3 in Oz.) oderlassen, was namentlich bei diesem Rednerzu beobachten ist, die P. in bestimmteParänesen ausgehen. Augustinus u. A.schliessen gerne mit einem Schriftwort,womit sie das Ganze besiegeln wollen; denunmittelbaren Schluss macht ein Gebetoder gewöhnlich eine Doxologie, oderBeides zusammen. Sehr oft lautet dieDoxologie: durch Jesum Christum, demGlorie und Herrschaft von Ewigkeit zuEwigkeit. Amen (aus I Petr. 5, 11). Soganz gewöhnlich bei Origenes, dessenSchlussdoxologie immer an Christus ge-richtet ist, was Basilius wie von Origenes,so von den vornicänischen Tätern über-haupt bezeugt (De spiritu sancto c. 29).Leo d. Gr. schliesst gerne mit: ,per Do-minum Iesum Christum, qui vivit et re-gnat cum patre et spiritu sancto in sae-cula saeculorum. Amen.“ Gregor. Naz.Orat. 32: die Gnade unseres Herrn JesuChristi sei mit euch Allen. Amen. Invielen Reden geht der Doxologie eine An-wünschung (Votum) von Heilsgütern oderdes ewigen Lebens vorher (Orig. Iiom. 32in lud.). Wenn Origenes u. A. am Schlusszum Gebete auffordern mit den Worten:lasset uns zum Gebete aufstehen, sobeginnt Augustinus seine Gebete oft mitder Formel: conversi ad Dominum, woraufein grösseres Gebet und eine Doxologiefolgt (Serm. 34, § 8; 67. 363). Formelund Gebet sind bei ihm stehend. Auchredet Optatus 1 . c. von einer gemina sa-lutatio und sagt: omnis tractatus in eccle-sia a nomine Domini incipitur et eiusdemDomini nomine terminatur.

e) Die Anrede ist den neutestament-lichen Briefen entlehnt. Die häufigste An-

rede bei Griechen und Römern war d8sX-< fo (, fratres (Röm. 12, 1; 15, 30), dfeXcpotp.oo (Jac. 1, 2). Aus <piXa3sXcp(a (Hehr.13, 1 u. Röm. 12, 10; Yulg.: caritas fra-ternitatis) entstanden die Anreden bei denabendländischen Tätern: fraternitas vestraund caritas vestra, dilectio vestra (eureLiebe, euer Liebden), sanctitas vestra undsancti (aus ayioi = Christen; Aug. Serm.169). Während ferner die Apostel (z. B.II Petr. 3, 1. 8. 14. 17; I Joh. 3, 2; 4, 1;Jud. 3 etc.) und nach ihnen die griechi-schen Täter den Positiv d-yau-qTot setzen,gebrauchen die Vulgata an den genanntenStellen und die lateinischen Täter denSuperlativ carissimi, dilectissimi mit undohne fratres (in IIss. gewöhnlich abgekürztFK und FD). Ter lull. De orat. c. 1 redetmit benedicti an.

6) Abfassung, Memoriren, Hach-s ehr eiben, Sprache. Die älteren klei-nen Ansprachen sind wol grösstentheilsnicht schriftlich abgefasst, sondern nachvorausgehender Meditation improvisirt:aÜTCia-/sSu/£siv, 6p.iX(ai cr^ESiaj&eijat, Xoyo i ayi-Sioi, iiomiliae extemporales, sermones re-pentini. Dies mit ein Grund der Kunst-losigkeit der ältern P. Man stellte an jedengeübten Prediger die Forderung, nöthigen-falls ohne Vorbereitung (!; au-cocr/söiou) zusprechen, und manche Prediger thaten diesoft, wie denn Origenes, Cyrill von Jeru-salem, Gregor von Nazianz, Chrysostomus,Augustinus, Gregor d. Gr. u. A. eine be-sondere Berühmtheit als Improvisatorenerlangten. Ton Origenes berichtet jedochFuseb. Hist. eccl. VI 36, er habe erst mit60 Jahren gewagt, dies zu thun. AuchPierius von Alexandrien extemporirte unddasselbe berichtet Rufin. II. e. II 9 vonmanchen Predigten des Gregor von Na-zianz und des Basilius, Saidas (i. v. ’lcoav-vy;?) von Chrysostomus, was die Ilomilienöfter selbst verrathen (vgl. die P. überdie Bettler und Sozom. H. e. VIII 18).Dasselbe gilt von Augustinus , welcher vielmeditirte und dann völlig frei sprach.Gesteht er doch selbst, dass er Gebetund Betrachtung als Vorbereitung miteinander verband; aber er schrieb seineReden nicht nieder, sondern sprach ausdem Stegreif. Zuweilen entschloss er sichauch erst während des Gottesdienstes,zu predigen (vgl. Serm. 352), oder ersah plötzlich von der verlesenen Peri-kope völlig ab und griff zu einem Thema,wie es der Augenblick ihm nahe legte(Ep. 29, 7 ad Alyp. und die bekannte Mit-theilung im Eingang zur Enarrat. in Ps.138, wo der Lector eine nicht befohleneLesung vortrug). Ja bisweilen schlugenAugustinus und andere Täter aufs Ge-rathewohl (ex abrupto) die Bibel auf und