Band 
Zweiter Band. I - Z.
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Predigt.

des Zeitmasses der P. bedient hätten (Au-gusti Handbuch II 265 f.

b) Der Ort. Das Locale für die gottes-dienstliche P. war immer die Kirche, undzwar sowol die Hauskirche und der Kata-kombenraum oder die Coemeterien, alsdie Basilika; katechetische Yorträge wur-den auch in den Baptisterien gehalten.Die Missions-P. war (und ist) an keinenRaum gebunden: der jüdische Tempelund die Synagogen, die Marktplätze undExedren mussten den Raum bieten. Mönchepredigten bisweilen von Bäumen und Säu-len herab. Was aber den Platz in derKirche für die Cultus-P. betrifft, so wurdesie immer von einer erhöhten Stelle ausgehalten und zwar war die legitime Stättein der alten Kirche die Kathedra oder derOpovot des Bischofs in der Apsis, dies dereigentliche Lehr- und P.-Stuhl, die xalleöpaxtöv Xo^iüv in der Epitome de gestis Petric. 145, ed. Cotel. 797. Während der P.wurde der Vorhang von dem sonst ver-hüllten bischöflichen Stuhle (Cathedravelata, Aug. Ep. 203; vgl. Past. Herrn.Yis. 1, c. 2 u. 3 c. 1) weggezogen. ImHirten des Hermas (Mand. 11) wird auf denEinen hingewiesen, der auf der Kathedrasass. Diese wurde geradezu zum Insigneder bischöflichen Würde und des ordent-lichen Magisteriums ( Chrysost. Hom. 3, § 4in Coloss.). Bisweilen ist für Kathedrader Ort, wo jene stand, gesetzt. So sagtAug. De civ. Dei 22, 8: in gradibus ex-edrcte, in qua de superiori loco loquebar,und in der Vita Ambros, c. 7: cui dicentide exedra. Dass daneben die Sitte bestand,auch vom Altäre aus zu reden, lehrenverschiedene Stellen. Chrysol. Serm. 173:sive cum dicimus de gradu isto (Altar-stufen) sive cum de sacerdotali sede (ca-thedra) pro temporis ratione tractamus. . . nec vos locorum mutatio tarn propin-qua et spatia . . . reddant desides (vgl.Aug. Expos, in Ps. 117: ideo altior locuspositus est episcopis . . . tanquam vobisex hoc loco doctores sumus). Doch dürftediese Stelle auf ein eigenes Bema imSchiffe der Kirche sich beziehen (s. unten).Dabei sass der Prediger stets auf derKathedra. So sieht Hermas a. a. 0. denLehrer und befehlen die Const. opost. II,c. 57, dass 6 xaflelc auTcöv (Trpsaßoreptuv) pre-dige, so dass sitzend zu lehren zurWürde des Lehramtes gehörte (Aug. Deserm. Dom. in monte I 1, § 2). Auchdie Presbyter predigten sitzend auf ihrenKathedren (den öpovoi Seo-repot). Quandoautem episcopus sermocinatur sedens, ceterilucrum habebunt ( Cypr. Ep. 58). Sitzendlehren Christus und die Apostel (Luc.2, 14; Matth. 5 u. 16; Joh. 8). Mit derYergrösserung der Basiliken war es nötliig,

| eine günstige P.-Stätte zu schaffen, umverstanden zu werden. Entweder tratder Redner an die Schranken (Cancelli),welche Chor und Schiff von einanderschieden, und sprach hier von der unter-sten Stufe, oder er sprach vom Ambonoder einem eigens hierzu hergerichteten P.-Stuhl (Bema) im Schiff der Kirche. Allediese Stätten werden seit dem 3. bez.4. Jahrh. genannt. An Paul von Samo-sata wurde es noch getadelt, dass er einebesondere Rednerbühne (ßrjp.a) sich hattemachen lassen ( Euseb. H. e. YII 30); aberspäter sprachen Augustin (Serm. 23, § 1;Tract. 15, § 1 in Ioann. und Ep. 29, 4)und Chrysostomus von dem Ambon aus(Socrat. VI 5 und Sozom. VIII 5 (ap.ß<ovtujv öcvapuxjTÜiv).

8) Besondere Riten werden aus deralten Zeit keine erwähnt, als dass derDiakon beim Beginn der P. Stillschweigenund Aufmerksamkeit gebot. Nach demPapstbuche hätte Evaristus verordnet, dassder predigende Bischof (Roms) von siebenDiakonen (wol die der Tituli) solle assistirtsein. Aber erst später wurde ein feier-licher Ritus eingeführt. So schreibt derOrdo Rom. YI bei Mabillon 73 vor: epi-scopus accepto odore incensi et evangeliodeosculato ad praedicationem per manuspresbyteri et archidiaconi ducendus estet interim dum sermonem facit ad populumsubdiaconus circumeundo fratribus evan-gelium apportet ab Omnibus ordinatimdeosculandum, ein Ritus, der auf Leo Izurückgeführt wird.

9) Arten der P. Wir stellen hiernur die Reden bei verschiedenen Anlässen(Casualreden oder Gelegenheitspredigten)zusammen, bei denen als dem Genus de-monstrativum angehörend auch eine grös-sere Kunst sich geltend macht.

a) Reden bei der Wahl und Con-secration des Bischofs oder an denJahrestagen (Dies anniversarii electionis,consecrationis). So Gregor von Naz. Orat.13 u. 17 bei der Consecration des Eulalius,bez. des Sasimorus. Gregor von Nyssa undChrysostomus predigten bei ihrer Conse-cration. Auf die Jahrestage der Consecra-tion gehen Leo Serm. 1—5 (De natali ipsius)und Aug. Serm. 339 u. 340 (al. 24 u. 25).b) Verwandt damit die Reden bei derE i n f ii h r u n g in das Amt (Inthronisation):sermonis inthronistici, X0701 EvllpoviaTixoi( Bheimcaldt Kirchl. Archäol. 35). c) Kirch-weih p r e d i g t e n (in dedicatione basilicae).Die erste die des Eusebius zu Tyrus (31o,Euseb. II. e. X 4); Ambros. Serm. 89 (imJ. 380); Gaudent. Serm. 17 (die dedicationisbasil. XL martyr.); Aug. Serm. 256; vgl.Append. 229—231 (dem Caesarius ge-hörig?); Faustus’ von Rhegium Rede zu