Predigt.
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tur‘. In Klöstern haben da und dortMönche die Schrift erklärt und gepredigt,was Hieron. Ep. 22 ad Ripar. tadelt; denn,monachus non docentis, sed plangentishabet officium“, und Ep. ad Heliod.: aliamonachorum est causa, alia clericorum.Clerici pascunt oves, ego (monachus) pa-scor.
5) Den Frauen war das Lehren nachI Kor. 14, 34. 35 und I Tim. 2, 11. 12,ebenso später durch die sog. vierte Sy-node von Carthago c. 99 und die Constit.apost. III 9 verboten; wol aber befasstensie sich mit dem Unterricht weiblicherKatechumenen.
III. Die Zuhörer, Stellung undBetragen. Nach alttestamentliclier Sitte(II Esdr. 8, 4—7) stand auch das christ-liche Volk beim Anhören des Evangeliumsund ebenso bei der P., die nur das fort-gesetzte Evangelium ist. Doch hat dieSitte wol auch hierin nach Zeit und Ortgewechselt. Dass in der orientalischenKirche die Zuhörer standen, lehren ver-schiedene Stellen bei Gregor von Nazianzund Chrysostomus. Letzterer macht Hom. 8in Hebr. den Einwurf: vielleicht sagt einervon den hier Stehenden (x<üv s<jt7]x6t(dv).Nach Euseb. Yit. Const. IV 33 stand so-gar der Kaiser wie das Yolk. Für Africaist Opiat. Milev. Adv. Parmen. IV, § 5Zeuge; nach ihm standen die Zuhörer.Ebenso nach Aug. Serm. 49 de divers.:• • . ego sedens loquor, vos stando laboratis.Doch giebt er Kranken und Schwächlichendie Erlaubniss, zu sitzen, und beruft sichdabei auf ,quaedam ecclesiae transmari-nae‘, wo nicht nur ,antistites sedentes lo-quuntur ad populum, sed ipsi etiam po-pulo sedilia subiacmt 1 (De rudib. catech.c. 13). Die überseeischen Kirchen sinddie italienische, vor allen die römische,und die gallische. Auch Hieron. Ep. 22ad Eustoch. c. 15 schreibt: cunctis resi-dentibus, patre disputante. Das Stehenwährend der P. war Hauptursache des Ge-brauchs der Stöcke (s. d. Art. Baculus). —Im Allgemeinen bekundete das christlicheVolk grossen Eifer und hohes Interessefür die P., insbesondere sehen wir diesY 1 Tu £ rossen Metropolen und seit dem4. Jahrh., wo die christliche Beredsam-keit rasch einen mächtigen Aufschwungnahm, so dass manche Redner sich be-klagten, weil die Zuhörer nur in die P.kamen und den übrigen Gottesdienst ge-rmg achteten [Chrysost. Hom. 3 de incomp.und Hom. 3 in II Thess.). Namentlichgalt dies von dem griechischen Volke.Dem entsprechend hatten Prediger wieDregor von Nazianz, Chrysostomus u. A.grossen Zudrang zu ihren Predigten. Aberauch Klagen über Lauigkeit im Anhören
der P. lesen wir nicht selten und dass dieZuhörer über die Länge der Predigtensich beschwerten. Ja selbst gegen dasVerlassen der Kirche, ehe die P. zuEnde war, mussten Massregeln ergriffenwerden. So verhängte schon der c. 24 dersog. vierten Synode von Carthago sogardie Excommunication über den, ,qui sa-cerdote (Bischof) verbum faciente in ec-clesia . . . egressus de auditorio fuerit“.Auch Caesar. Arelat. Serm. 12 beschwertsich, dass manche Gläubige zu früh dieKirche verliessen, ,qui lectis divinis lectio-nibus statim de ecclesia foras exeunt 1 ,und, wie sein Biograph Cyprian Vita s.Caesar, c. 12 erzählt, ,saepissime ostialectis evangeliis occludi iussit“. Eine an-dere Unart, die Chrysost. Hom. 3 in Oz.als schwere Krankheit schildert, wardas Plaudern und Besprechen welt-licher Angelegenheiten während der P.Wiederholt beklagt er sich über dieSchwatzhaftigkeit der Weiber und die Zü-gellosigkeit der Jugend (Hom. 9 in I Tim.und Hom. 24 in Act. § 4). Namentlichin den grossen Städten herrschte nichtselten grosse Unruhe während der P., sodass z. B. Augustin sein ,intendite, atten-dite, adeste animo, eia, fratres, adestotetoto animo!“ oft genug zurufen musste.Eine spezifische Unart jedoch hatte diealte Zeit der spätem voraus, dies war dasBeifallklatschen und Beifallrufen (applau-sus, acclamationes, y.p6xoc). Das lebhafteVolk brachte diese Unsitte aus den Thea-tern und Hörsälen, wo die Sieger undRhetoren oder Dichter, die ihre Erzeug-nisse vortrugen, beklatscht wurden, in dieKirche mit; derartige spontane Gefühls-äusserungen und Gesten waren dem Süd-länder besonders eigen. Man schwenkteauch wie im Amphitheater mit Tüchern(Oraria) oder dem Mantel (Chlamys; Hieron.Ep. 75), stampfte mit den Füssen. Paulvon Samosata soll den Anlass zu diesemBetragen gegeben haben (Euseb. Hist. eccl.VII 30 und der Tadel der dritten antio-chenischen Synode). Nicht selten gaben dieZuhörer kund, dass sie das Gesagte ver-standen haben, zeigten Missfallen, wennein beliebter Redner, wie Chrysostomus,schliessen wollte. Als Augustin die Trini-tätslehre an den drei Seelenkräften (Ver-stand, Wille, Gedächtniss) erklären wollteund, fürchtend, nicht verstanden zu sein,zögerte, rief das Volk: ,memoria, memo-ria!“ zum Zeichen, dass es das Gleichnissbegriffen habe. Aber auch Ehrennamen,wie ,Rechtgläubiger“, riefen die Zuhörereinzelnen Predigern zu ( Hieron . Ep. 61 adVigil. § 3). Die Väter hatten viel mitdiesem'Benehmen zu kämpfen ( Chrysost.Hom. 54 in Gen.; Aug. Serm. 178; Bing-