Band 
Zweiter Band. I - Z.
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Processionen.

z. B. bei der Rückkehr der verbanntenBischöfe Chrysostomus und Athanasius,bei dem Empfange des hl. Epiphanius inConstantinopel ( Sozom. Hist. eccl. YIII14).Dieselbe Ehrenbezeugung wurde nach Ghry-sost. Horn, de vocat. Haer.; Gregor. Turon.Hist. Franc. YIII 1; Anastas. Bibi. Invita Hadriani weltlichen Fürsten zu Theil.Nach lustinian. Novell. 67 fanden P. statt,wenn der Grundstein für eine neue Kircheoder ein neues Kloster gelegt werdensollte. Neben dieser Art von Lobes-,Dank- und Ehren-P. traten sehr früh undhäufig die Bitt-P. in Zeiten allgemeiner Nothund Drangsal auf, so zur Erflehung einerguten Witterung ( Chrysost. Hom. c. lud. ettheatr.) oder zur Zeit der Trockenheit umRegen ( Socrat. Hist. eccl. YII 22); ebensogaben Erdbeben ( Nicephor. Hist. eccl. XIV46), pestartige Krankheiten ( Gregor. Turon.De glor. confess. c. 76; De vit. s. Patr.

Huldigungsfesten der christlichen Fürsten(Sozom. Hist. eccl. YII 23). Der kaiser-liche Hof selbst aber nahm gerne Antheilan den öffentlichen P. und nach Nicephor.1. c. XIII 8 bestritt sogar die KaiserinEudoxia die Kosten der grossen Processionzu Constantinopel zur Zeit des hl. Chry-sostomus.

Bei den P. herrschte eine bestimmteOrdnung. Im Orient wie im Occidentwurde von einem Diakon oder Subdiakondas Kreuz vorangetragen (Socrat. Hist,eccl. VI 8; Nicephor. Hist. eccl. XIII 8;Gregor. Turon. De vit. Patr. I 7). Strenggeboten wurde diese Kirchensitte durchlustinian. Novell. 123, c. 32. Dem crxaupo-<popo? (bisweilen irrig Draconarius genannt)folgte ein anderer Diakon mit dem Evan-gelienbuch, daher Praefectus evangelio ge-nannt, wenn nicht der Bischof selbst dasBuch trug (Codin. De off. Magn. Aul. c. 4

Fig. 430. Aua dem Menologium des Basilius (26. Jan.; ed. Albaui II 137).

c. 7) und Kriegsgefahr (Gi’egor. M. Ep.XI 51; Gregor. Turon. Hist. Franc. III 29)Veranlassung zu Bitt-P. Vor dem Kriegegegen Eugenius liess Theodosius d. Gr.eine Bittprocession halten (Rufin. Hist,eccl. II 33). Diese Bitt-P., denen derCharakter einer Bussübung (eines Buss-ganges) nicht fehlen durfte, hiessen imBesondern Supplicationes, Rogationes oder,von dem griechischen Xixrj, Xtxai'vui, Litaniae.Hievon haben sich bis auf unsere Zeiterhalten die ständigen Bitt-P. am Mar-custage und an den drei Tagen vor ChristiHimmelfahrt, worüber jedoch die Artt.Litanei, Litania maior und Septiformisnachgesehen werden wollen. Wie diekirchlichen P. auch weltlichen Zweckendienten, ist oben durch das Beispiel beiRufinus angedeutet worden; ausserdemverbanden sich solche feierliche, religiöseAufzüge (processiones plena.riae et pompaesolemnes) mit den Dankes-, Sieges- und

I u. 10). Von Fahnenträgern (vexilliferi)berichtet Gregor. Turon. Hist. Franc. V 4.Auch Reliquien oder Bilder der Heiligenwurden mitgetragen, hie und da von denBischöfen selbst (Pelliccia 1. c.). Nach dendienstthuenden Diakonen kam das Volk,in Klassen abgetlieilt, und zwar in derlateinischen Kirche in folgender Ordnung:die Mönche, die Männer, dann die Frauenund weiblichen Ordensleute, zuletzt dieJugend (Gregor. M. Ep. XI 2). Der Klerus

selbst ging in einigen Kirchengemeinden

dem Volke voran, in anderen bildete erden Schluss; nach Augustin. De civ. DeiXXII 8 ging der Bischof mit den Geist-lichen in der Mitte. Von der Sitte, beiden P. paarweise zu gehen, berichtet zu-erst Bernardus Serm. 2 in purif. s. Ma-riae. Bei den Buss- und Bittgängen pflegteman mit nackten Füssen zu gehen (ba-gittar. De nudipedalibus veterum). Bis-weilen trugen die den P. Beiwohnenden