Band 
Zweiter Band. I - Z.
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Propheten.

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Rolle aus einem runden Behälter hervor.Es ist, wie die Rolle und das Costümzeigen, nicht Josua, sondern ein Prophetund zwar Isaias, welcher mehr wie dieandern den Erlöser als das Licht und dieSonne der übernatürlichen Welt bezeich-net : surge illuminare Ierusalem, quia ve-nit lumen tuum ... Non erit tibi ampliussol ad lucendum per diem . . . sed erittibi Dominus in lucem sempiternam (Is.60, 1. 2. 19; vgl. 9, 2. 3). Die grosseRolle erinnert an Is. 8, 1: et dixit Domi-nus: sume tibi librum grandem et scribe.Garrucci Yetri 8 sq. bezieht den hinwei-senden Gestus des P. auch auf die fol-gende Scene dieses Goldglases und erklärtdie Orante zwischen den beiden Oelbäu-men als die jungfräuliche Mutter des Er-lösers zwischen den beiden Testamenten(s. d. Art. Testamente, die beiden). Sicherist Isaias als der Prophet der jungfräu-

Fig. 412 . Fresco aus S. Priscilla.

liehen Geburt des Erlösers auch darge-stellt in einem 1851 entdeckten Gemäldedes Coemeterium s. Priscillae (de EossiImmag. scelte, tav. I; Kraus R. S. Taf. IV 1 ).Maria sitzt, das Haupt mit einem leichtenund hellen Schleier halb umhüllt, das Je-suskind auf den Armen haltend; vor ihrsteht, in der linken Hand eine Rolle, aufsie und den darüber schwebenden Sternmit der Rechten hinweisend, der ProphetIsaias mit dem Pallium bekleidet, welchesdie rechte Schulter und den rechten Armtpei lässt. Das Bild ist aus der aposto-lischen Zeit, spätestens aus dem 2. Jalirli.(«e Rossi Bull. 1865, 26. 27. 30. 66; 1880,JO sqq.; v. Lehner Die Marienverehrungin den ersten Jahrh. 286, Taf. I>). Eineähnliche, leider sehr zerstörte Composi-tion fand sich im Coemeterium s. Domi-tillae: die allerseligste Jungfrau sitzt aufoinem Lehnsessel, das mit einer Tunicaekleidete göttliche Kind, welches die

Rechte erhebt, auf dem Schosse haltend,vor einem Bauwerk, wol die Stadt Beth-lehem bedeutend; links hinter dieser Gruppesteht ein langhaariger, bärtiger Mann inTunica und Pallium, die rechte Hand inder Richtung jener Gruppe erhoben. Auchin ihm dürfen wir Isaias erkennen; mankönnte aber wegen der Andeutung vonBethlehem auch den P. Michaeas (et tuBethlehem terra Iuda, Mich. 5, 1; Matth.2, 6) denken. Das Gemälde stammt ausdem 3. Jahrh., hat aber, seit Bosio es ent-deckte, sehr gelitten ( Bosio 255; AringhiR. S. I 563; Schultze Archäol. Stud. n. 3;Rohault de Fleury La ste. vierge, pl. 80;Lehner a. a. O. 287, Taf. I 2 ). Die Ver-kündigung ist vielleicht auch in ähnlicherWeise dargestellt in einem sehr beschä-digten Gemälde des 4. Jahrh. im Coeme-terium s. Callisti (de Rossi R. S. III, tav.XXXVIII), vielleicht auchChristus zwischen einem P.und einem Apostel oderEvangelisten (de Rossi 1. c.

251—253).

3) Einzelfiguren vonP. Isaias und andere P.fanden sich, wie die erhal-tenen Inschriften zeigen, inden Gemälden eines christ-lichen Coemeteriums zuAlexandrien, wahrschein-lich aus der im 6. Jahrh.vorgenommenen Herstel-lung oder Uebermalung vonMalereien des 4. Jahrh. (deRossi Bull. 1865, 59. 60. Fig. 413 . Prophet64. 73). Einzelfiguren von aus s - Callist0 ( s -P. finden sich auch auf re™ 1 !* 1 * 14 ])! xxi-Sarkophagen (de Rossi Bull. V gi. Bosio r s’1866, 34; 1871, 124), wahr- 255 ).scheinlich auch auf einemRelief des 4. Jahrh. (de Rossi Bull. 1872,39 sq., tav. I). Die Entscheidung ist oftschwer, weil die Apostel auch häufigdurch Schriftrollen charakterisirt sind.In musivischer Darstellung des 6. Jahrh.findet man Jeremias und Isaias in S. Vi-tale zu Ravenna (Ciampini Vet. monum.II, tab. XX. XXI); die Namen sindbeigesetzt. Sie bilden hier die Gegen-bilder zu Moses, wie er die Schuhe aus-zieht und wie er Gott auf dem Sinaisich nähert. Diese vier Bilder stehen inden Bogenzwickeln unterhalb der vierEvangelisten über den Bogen, in welchendie Opfer Abels, Abrahams und Melchi-sedechs dargestellt sind. Jeremias undIsaias, sowie die Engel, die Evangelisten,Moses und Melchisedech tragen den Nim-bus, nicht aber Abel und Abraham. Mansieht daraus, dass auch die Heiligen desA. B. schon früh den Nimbus erhielten,