662
Propinare — Prothesis.
dass derselbe früher als Zeichen der gött-lichen Sendung angewendet wurde underst später als Attribut der Heiligkeit. Indem Mosaik der Kathedrale zu Capua ausdem Ende des 8. Jahrh. ( Giampini Yet.mon. II, tab. LIY) erscheinen wie Jere-mias und Isaias auch die andern Heiligenmit dem Nimbus ( Grimouard de St. LaurentGuide de l’art ehret. Y 69, note 2). Jo-hannes Diac. berichtet in seinem Chron.episc. s. eccl. Neap. von dem hl. BischofSeverus von Neapel (366—412) bezüglichseiner Ausschmückung der später nachihm benannten Kirche daselbst: Severus... in apside depinxit ex musivo Salva-torem cum XII apostolis sedentem et ha-bentem subtus quattuor prophetas distin-ctos pretiosis marmorum metallis. Esaiascum olivae corona nativitatem Christi etperpetuae virginis Dei genitricis Mariaedesignare voluit dicendo: FIAT PAX.Hieremias per uvarum olfertionem virtu-tem Christi et gloriam passionis praefigu-rat, cum dicitur: IN VIRTVTE TYA.Daniel spicas gerens Domini adnuntiat se-cundum adventum, in quo omnes boni etmali colliguntur ad iudicium, proptereadictum est: ET ABVNDANTIA. Ezechielproferens manibus rosas et lilia, fidelibusregnum coelorum denuntians, unde scri-ptum est: IN TYRRIBYS TYIS. Etenimin rosis sanguis martyrum, in liliis per-severantia confessionis exprimitur. DieseApsis ist in den letzten Jahren wiederoffengelegt worden (s. die Abbildung beide Rosst Bull. 1880, tav. XXI). Leider istjede Spur der alten Mosaiken verschwun-den, so dass sich nicht mehr constatirenlässt, ob diese vier Figuren als P. be-zeichnet waren, oder ob dies nur eineDeutung des Chronisten Johannes ist. Wiede Rossi 1. c. 146 bemerkt, deuten dieGegenstände, aus welchen die verschie-denen Kränze gewunden sind, auf die vierJahreszeiten, welche in dem ikonographi-schen System der Entstehungszeit jenerMosaiken ein Sinnbild des menschlichenLebens und der Auferstehung mit demden Heiligen verheissenen ewigen Lohnesind. Die ersten Worte der Inschrift FIATPAX passen speziell zu der Corona oli-vae, die ein Symbol des Friedens Chri-sti ist.
[Nicht unwichtig für die P.-Darstellun-gen sind die ehemaligen, jetzt zerstörtenMosaiken in der Kuppel der Kathedralezu Capua, welche Garrucci tav. CCLV,jetzt zuverlässiger de Rossi Bull. 1883,tav. IV—V bietet. K ] heüser.
PROPIXARE, Zutrinken, s. d. Art. Ac-clamationen I 14, n. IY.
PROPOLAE, s. d. Art. Wirthe.
riPOnTAON, 11P0PYAAIA, s. d. Art. Ba-silika I 122.
I1P02EYKTHP10N, oIvm ÜPOSEYKTH-P10I, s. d. Art. Basilika I 109 und Ora-torium II 545.
nPOSEYXH EQ0INH, Morgengebet, s.d. Art. Gebet I 550 f.
ÜPOSKAAIONTES, s. d. A. Busse I 182.
nP02d>QNH2I2 hiess die von dem Dia-kon während der liturgischen Handlungausgehende Exhortation zum Gebet, dasxrjpuiat Jjyry (Socrat . H. e. II 11). Ygl.Conc. Ancyr. c. 2; Hubert Pontif. 203;Bingham I 312, VI 236.
nP02<D0PA, buatoc, oblntio, sacrificium,die Eucharistie, s. d. Art. I 433.
I1P02TATH2, s. d. Art. Defensor I 348.
PROSTRATIO, s. d. Art. Busse I 179*
PROTECTOR DOMESTICUS, eine Dig-nität am spätrömischen Kaiserhof, derenCorrip. De laud. Iustin. minor. III 157;Procop. Hist. arc. c. 24 (ed. Bonn. p. 1367),Cod. Theodos. VI 24, Iustin. XII 17 ge-denken , und welche u. A. Gratian, derVater Valentinians, und Iovinian, derspätere Kaiser, einst bekleideten ( Ammian.Marc. XXI, 16, 20). Sie ist inschriftlichbezeugt bei Muratori Thesaur. 701, Orelli3537. Auf christlichen Steinen ist der P. d.mehrmals nachgewiesen, zweimal in Trierauf dem Epitaph des Fl. Gabso ( LerschIII, n. 60; Steiner n. 6; Le Blant n. 252),wie auf dem von mir in Bonner Jahrb.LXI 85 f. herausgegebenen Epitaph einesburgundischen Prinzen Hariulf, HathavaldsSohn, eines Gaudentius zu Rom (Bull. 1873,32), weiter auf dem Grabstein eines Mar-tinus in Rom (Eph. ep. IV, n. 911), einesSabinus in Aquileia (C. V. 8282) u. s. f.Die Beispiele hat Mommsen Eph. ep. 1884,V 121. 647 gesammelt, wo indessen p. 123,A. 1 die Inschrift des Clematius irrthüm-lich nach Trier, statt nach Köln gesetztwird.
Ein PROTECTOR DE NYMERO AR-MIGERORVM erscheint auf einer Inschriftdes Flavius Faudicilfws,) zu Iulia Concor-dia (Arch. Yenet. VII 288). kraus.
PROTHESIS (npoilsoic, credentia). Uri"ter P. versteht man in der orientalischenKirche zunächst den an das Bema desBischofs anstossenden Raum, in welchemdie Oblationen des Volkes in Empfanggenommen wurden; sodann aber auch dengegenüber dem Altar an der Wand derConcha angebrachten kleinen Tisch, autwelchem die Oblata bis zur Opferung re-