Band 
Zweiter Band. I - Z.
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Psalterium.

que utilia sunt ex omnibus (libris), con-tinet“ {Äug. Praef. in Ps.).

Die Kirchen des Orients bedientensich bei dem Gottesdienste des Psalte-riums nach der griechischen Yersion derSeptuaginta; in einigen Gegenden (Grie-chenland und Kleinasien bis Antiochien)nach der Recension Lucians; in anderen(Aegypten mit Alexandrien) nach der Re-cension des Hesychius, in Palästina nachjener des Origenes. So berichtet wenig-stens Hieronymus.

Auch die ersten Christen des 0 c c i-dents, namentlich in Rom, benütztenlängere Zeit die griechische Version, denndas Griechische wurde dort zur Genügeverstanden. Bald aber entstanden latei-nische Uebersetzungen der Bibel und so-mit auch des Psalteriums. Unter ihnengiebt Augustinus De doctr. Christ. II 15der sog. ltala den Vorzug, ,nam est ver-borum tenacior cum perspicuitate senten-tiae‘. Diese ltala, deren Verfasser unbe-kannt ist, entstand in Italien um die Mittedes 2. Jahrh. und kam mit dem Christen-thum nach Africa. Die ltala hatte dasA. Test, nach der Septuaginta, das N. Test,nach dem griechischen Original übersetzt.Dies war die Usitata oder Simplex Ter-tullians, die Vetus des Hieronymus undGregors d. Gr., kurz die Vulgata, die all-gemein verbreitete Bibelübersetzung in denersten Jahrhunderten der abendländischenKirchen. Nach Wiseman wäre diese Vul-gata in Nordafrica entstanden, wo die fastallein herrschende lateinische Sprache einelateinische Bibelübersetzung zuerst nöthiggemacht habe. Nach Gregor. M. Praef. inlob war die ltala noch im C. Jahrh. inder römischen Kirche in vorherrschendemGebrauche. Durch unglückliche Verbes-serungsversuche an der ltala in Verbin-dung mit neuen Uebersetzungen entstandaber eine verwirrende Textesvarietät (in-finita varietas latinorum interpretum, Au-gustin.). Hierüber schrieb der hl. Hiero-nymus Praef. in los.: ,apud Latinos tot(sunt) exemplaria, quot Codices, et unus-quisque pro suo arbitrio vel addidit, velsubtraxit, quod ei visum est.‘ Dies ver-anlasste den Papst Damasus, den hl. Hie-ronymus im J. 382 zu beauftragen, eineVerbesserung der lateinischenUebersetzungnach dem griechischen Original vorzuneh-men. In Folge dessen revidirte Hierony-mus den Text der ltala zuerst im N. Test,und dann in den Psalmen, in welchener nur in soweit verbesserte, als der Sinndarin verfehlt war, ,ne nimia novitatelectoris Studium terreremus 1 ( Hieron. Ep.ad Sunn. et Fretel.). Kirche und Volkwaren ja ganz an das P. der alten ltalagewohnt. Dieses verbesserte P. wurde zu-

nächst in Rom eingeführt und dort nochfestgehalten, nachdem in anderen Kirchenbereits das P. gallicanum angenommenworden war. Darum hiess diese ersteHieronymianische Recension des Psalte-riums das P. romanum. Diese letztere Ar-beit des Hieronymus wurde aber bald cor-rumpirt, namentlich dadurch, dass manLesarten der alten verunstalteten ltala inden Text wieder einschob. Hieronymusmachte sich nun während seines Aufent-haltes in Bethlehem an eine neue Ver-besserung des Psalteriums und der übri-gen Bücher des A. Test., indem er denText der alten Vulgata nach dem Grie-chischen mit solcher Strenge und Sorgfaltcorrigirte, dass seine Arbeit geradezu eineneue Uebersetzung genannt werden konnte,wie er dies in Ep. ad Sunn. et Fretel. § 2selbst zugesteht. Von dieser gelehrten Ge-sammtarbeit des Hieronymus wurde jedochnur das P. in den officiellen Gebrauch derKirche aufgenommen. Dasselbe fand baldnach seinem Erscheinen zuerst Eingangund allgemeine Verbreitung in Gallien undwurde deshalb das P. gallicanum genannt.Von Gallien aus verbreitete sich dieses P.über die Kirche derart, dass es nach undnach das P. romanum aus den Bibeln unddem Brevier verdrängte und in demselben,einige Aenderungen späterer Zeit abge-rechnet , sich bis auf den heutigen Tagerhalten hat. Nur in dem Missale roma-num sind die Psalmstellen grösstentheilsaus dem P. romanum genommen und da-rum vielfach abweichend von dem Wort-laute der Psalmen im Breviarium roma-num. Vgl. Haneberg Einl. ins A. Test.339 f. ,Bis auf Pius V bediente man sichin allen Kirchen Roms des P. romanum;gegenwärtig werden nur noch in der Pe-terskirche zu Rom die Psalmen im Offi-cium divinum nach dem P. romanum re-citirt; diesem ist auch der Invitatorial-psalm (Ps. 94 beim Beginn des täglichenOfficium matutinum) entnommen; in FestoEpiphaniae aber, wo dieser Psalm nicht,wie sonst, am Anfang des Officiums, son-dern erst in der dritten Nocturn steht,ist er dem P. gallicanum entnommen 1{Thalhofer a. a. 0. XVII). Hieronymusübersetzte übrigens neben den anderenprotokanonischen Büchern des A. Test,auch die Psalmen direct aus dem Hebräi-schen. Diese Uebersetzung, die man auchdas P. Hieronymianum nannte, war ge-nauer, fliessender und leichter verständlichals das P. gallicanum, aber dieses hatteim kirchlich-liturgischen Gebrauch bereitsso feste Stellung gewonnen, dass man esnicht wagte, es zu beseitigen und dieneueste Version des Hieronymus an seinenPJatz zu setzen. Die Arbeit des Letztem