Band 
Zweiter Band. I - Z.
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fand auch in Griechenland günstige Auf-nahme und wurde besonders durch KaiserTheodosius befördert ( Theodos. Ep. ad Da-mas.). Die griechischen Horologia (Psal-teria) beurkunden die von Hieronymus ein-geführte Psalmenordnung ( Binterim Denkw.IY, 1, 307).

P. und Psalter sind auch die Namenfür das Buch (Codex), in welchem diehandschriftlich bearbeiteten Psalmen zueinem Ganzen verbunden waren. Es liegtin der Natur der Sache, dass im christ-lichen Alterthum solche geschriebenenPsalterien selten waren. Ja selbst in spä-terer Zeit noch besass z. B. die Abtei Saint-Riquier damals, als sie mit Einschluss derChorknaben über 400 Mönche zählte, dochnur sieben geschriebene Psalterien. Dar-aus erklären sich auch die strengen Ver-ordnungen der Kirche, wodurch den Kle-rikern das Auswendiglernen der Psalmenzur Pflicht gemacht wurde. Der hl. Au-gustin sagt einmal, dass derjenige kaumden Namen eines Priesters verdiene, derden Psalter nicht auswendig wüsste. DasConc. Tolet. YII verbietet, Kleriker zuordiniren, welche die Psalmen nicht imGedächtniss hätten. Dieselbe Forderungstellt das Conc. Nicaen. II bezüglich derOrdination der Bischöfe, verlangt abernicht bloss das Auswendiglernen, sondernauch das richtige Yerständniss des Psal-ters. Der Gebrauch, ohne Bücher zu psal-liren, hat sich in der Primatialkirche vonLyon noch bis in das 18. Jahrh. erhalten.Hie Psalterien wurden wie die Evangelien-bücher mit der grössten Ehrfurcht be-handelt. Zu diesem Zwecke wurde auchdie kirchliche Kunst herbeigezogen. Diesezeigte sich im MA. schon durch die Prachtdes Einbandes der Psalterien. Aber auchdie Manuscripte weisen kunstvoll gehal-tene Verzierungen der Buchstaben (Ini-tialen) auf; diese selbst wurden nicht blossin verschiedenen Farben dargestellt, son-dern man bediente sich selbst vergoldeterBuchstaben. Wir erinnern hier an die/in ®\ n SP u lte im Chor von St. Gallen( 10 . bis 11 . Jahrh.), auf denen 13 kostbargezierte und in Goldbuchstaben geschrie-bene Psalterien ruhten. Auch die Minia-turmalerei wurde zum Schmuck der Psal-terien verwendet. Sorg (Gesch. d. christl.Malerei) erwähnt in dieser Beziehung ausdem 10 . Jahrh. einmal (S. 71) eines Psal-teriums mit Bildern, die zu den ausge-zeichneteren Denkmalen mittelalterlicherKunstfertigkeit gehören. Die Figur deslJavid, der als Jüngling bei der Herdesitzt und auf einer Lyra spielt, ist schonan sich sehr lobenswertli, der Kopf abervon grosser Schönheit und von ungemeinerhemheit in der Ausbildung der Züge. Auf

einem zweiten Bilde sieht man ihn imKampfe mit dem Löwen und Bären, ihmzur Seite die allegorische Figur der Stärke.

S. 77 wird der Mönch Adalbert von Te-gernsee angeführt, der sein Psalmenbuchsehr fleissig mit netten Bildern gezierthabe. Mittelbar nahm das P. Theil ander Ehre des Schmuckes, welche den Bi-beln, als Gesammtausgaben der hl. Urkun-den, erwiesen wurde. Nicht bloss die Päpstewaren hierfür eifrigst besorgt, sondern auchweltliche Herrscher, wie Constantin d. Gr.und Karl d. Gr., Hessen die hl. Schriftenmit kostbaren Miniaturen versehen; eineBibelübersetzung ( 6 . Jahrh.) der Abtei aufMonte Amiata, zur Zeit im Besitze derLaurentiana zu Florenz, ist mit Miniatu-ren geziert; ganz besonders berühmt aberist die im 10. Jahrh. mit goldenen Buch-staben geschriebene Bibel, welche unterAbt Gothelm im Kloster zu Benedictbeuernangefertigt wurde ( Sorg a. a. O. 62. 63.64. 77). KRÜLL.

THTATHS (von <Jdj<poc, Steinchen, und<pi)p.t, tpdt 7 );) ist gleichbedeutend mit tjup-po-X 0701 und 4nr|cporat(xTr)c, d. i. Einer, der mitSteinchen Taschenspielerei oder Wahrsa-gerei trieb und dessen Kunst fj oid tüüv4 <y)<P(ov p.avTixv( hiess. Die Thrieen, Nym-phen am Parnassus, sollen nach den Altendiese Art Weissagung erfunden haben,wobei die Steinchen in ein Gefäss gewor-fen, herausgeschüttet und dann gedeutetwurden. Ygl. Theodor. Ad II Thess. 2, 9u. Suidas i. v. <^ 90 X 0701 . Auch bei Atha-nasius Quaest. 125 ad Antioeh. ist voni}/r)cpdSsc (?) die Rede, welche mit demdie Menschen täuschenden Antichrist ver-glichen werden. Die abergläubische Thä-tigkeit der 4’ r l c P“ Tat ’ welche ihre Wahr-sagerkunst einer magischen Kraft zuschrie-ben, in der That aber nur durch Schnel-ligkeit und Geschicklichkeit im Werfenund Verschieben der Steine es auf dieTäuschung der äusseren Sinne der Zu-schauer abgesehen hatten, gehörte zu denCrimina grandia, welche, insoweit sie un-ter Christen vorkamen, durch die streng-sten Gesetze der Kirche und später auchdes christlichen Staates verpönt waren.Nach Bingham Orig. VII 259 hiessen diei^TjcpaTai auch &aup.atoitoioi; damit wurdensie in die Klasse derer eingereiht, welchescheinbare Wunder, ,Wunder der Lüge 1(II Thess. 2, 9) verrichteten; diese selbstwaren allerdings keine Miracula, aber dochMirabilia, welche mit Anwendung dämo-nischer Kräfte in Verbindung standen.Diese und ähnliche Vergehen wurden nachBasil. c. 65 gleich dem Menschenmordemit einer Kirchenstrafe auf die Dauer von20 Jahren durch alle Bussgrade hindurch

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