Pyxis.
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der Ausdruck Peristerium, •nrspiaTaptov, Co-lumbarium hinzudeuten (ygl. Ducange Gloss.lat. i. v. Columba), sondern es scheinen dasauch die Consuetudines Cluniacenses (ausdem 11. Jahrh.) II 30 bei Dächer Spicileg.I 679 deutlich zu beweisen, wo es heisst:,auream pyxidem de columba iugiter pen-dente super altare diaconus . . . abstrahit. 1Mit dem Gesagten stimmt auch der alteHochaltar der Kathedrale zu Arras, wodie P. in den Händen eines vor dem Altareschwebenden Engels stand, was nach Mo-leon Yoyages liturgiques (Paris 1718) 244u. 276 auch in Notre-Dame zu Paris undNotre-Dame zu Rouen der Fall war. Mit-unter hielt auch die Taube die P. imSchnabel ( Mothes u. Müller Lexikon s. v.P- und Viollet-le-Duc Dict. raisonne dumobil, s. v. Tabernacle). Ygl. Pellicia DeChrist, eccl. politia, ed. Braun II 1—67;Binterim Denkw. II, 2, 130—184; AugustiDenkw. XII 35—44; Corhlet Essai hist,et liturg. sur les Ciboires; Otte Kunst-Archäologie 177 ff.; Schmid Christi. Altar104 ff. Jeder dieser Yerfasser entwickeltaber seine eigene Ansicht und einer wider-spricht dem andern, da im christlichenAlterthum und Frühmittelalter der tit. fürdas Behältniss des Lebensbrodes nochnicht fixirt war.
Die P. (uu^'c, nu^t'ov, itu$op.sXov), das, seit-dem die Hostien (oblata) bei Austheilungder heil. Communion eingeführt wurden(Augusti Denkw. XII 37), zur allgemeinennnd dauernden Geltung gelangte Auf-bewahrungsgefäss des Himmelsbrodes, wareine runde cylindrische Büchse von Holz,P°in, besonders Elfenbein oder edlemMetall. Im christl. Alterthum war mit P.^ ol identisch die Capsa (s. d. A.). Alsjedoch im MA. das Wort Capsa vornehmlichals Bezeichnung für das Behältniss derunconsecrirten Hostien ( Otte a. a. 0. 187)angewendet ward, wurde Capsa statt P.selten noch gebraucht. Aus mystischen«■runden gab man seit dem 5. Jahrh. der• die Gestalt von Thürmen (Turris, Turri-cu um, .s. d. Art.). ,Corpus Domini ideo de-e F .) m turribus, quia monumentum Do-mmi (das hl. (Jrab) i n similitudinem tur-nis oret scissum in petra*. So eine Expos,revis liturg. Gallic. aus dem 6. Jahrh.ei ilartene Thesaur. anecdot. Y. 95. Undc on Melito von Sardes nennt Christuseinen Thurm (Spicileg. Solesm. III 174).j ie i ® 8 der P- mit zeltförmigem DeckelU y m ’ 80 "iag aus letztorm in der/-) 1 1 ,,. ( ^ a8 Tabernakel hervor ( Otte a. a.
~ uch Thoca oder Theotheca• P- gebraucht. So schickte der■ riarch Timotheus von Aloxandrien imEnniT 0 - 7. em Könige der Aethiopier diecnaristie ,in theca argentea* ( Holland.
Acta SS. Oct. X 711. Ygl. Innoc. I beiHardouin Conc. I 998). Die P. war mei-stens aus Elfenbein, nicht bloss wegen derFeinheit und Weisse des Stoffes, sondernauch wegen seiner Abstammung von einemfür besonders rein und keusch geltendenThiere. Eine besonders interessante cy-lindrisehe P. aus Elfenbein bewahrt dasBerliner Museum. Dieselbe stellt in classischschönen Formen Christum unter den zwölfAposteln und das Opfer Isaaks vor ( KrausAnfänge der christl. Kunst 122; KuglerKleine Schriften II 327; unsere Fig. 40,I 67). Wol die meisten der vielen nochübrigen Elfenbeinbüchsen dürften ur-sprünglich Pyxides (für die heilige Eucha-ristie) gewesen sein ( Gori Thes. diptych.IY 69, tab. XXIII u. XXIY; Hahn FünfElfenbeingefässe des frühesten Mittelalters1 ff.; Bock Das hl. Köln, Taf. I, n. 2).Nach dem Inventar von 1238 besass derDomschatz zu Trier zwei solcher Pyxides,deren eine zur Aufbewahrung von Mannadiente (Mittheilungen des hist. - archäol.Yereins v. Trier II 125). Wahrscheinlichwar auch eine P. die Capsa ad officiumsacerdotale ex ossibus fabricata, welcheder Erzbischof Lullus von Mainz aus Eng-land zum Geschenk erhielt ( Otte a. a. 0. 178).
Da die eucharistisclien Gefässe vor demCiborienaltar aufgehängt zu werden pfleg-ten, so ging der Name des Altarbaldachins,Ciborium (s. d. Art.), auf die Gefässe selbstüber, und hat sich der Ausdruck C'ibo-rium im kirchlichen Sprachgebrauchs fürdie noch jetzt übliche Art von Speise-gofässen, die nach dem Wegfalle der Altar-baldachine nicht mehr zum Aufhängen,sondern zum Aufstellen bestimmt waren,erhalten. In gothischer Zeit nahmen dieseGefässe die Gestalt metallener Deckelkelchean und dienten nicht bloss wie die (elfen-beinernen) Pyxides zur Aufbewahrungder Wegzehrung für Kranke, son-dern auch zur Austheilung der Eucha-ristie an die Communicanten in der Kirche.Da der letztem oft viele sind, so musstennatürlich die Ciborien viel grösser seinals die Pyxiden. Zum Zwecke der Com-munionaustheilung in der alten Kirchedienten die Ministerialpatenen. münz.
II. Eine eigene Klasse von Pyxiden sinddiejenigen, in welchen Reliquien be-wahrt wurden, wie das Ducange (CP. Christ.III 62) aus Leo Ost. (1. II, c. 53; 1. III,c. 30) und Petr. Diac. (1. IY, c. 73) dar-gethan hat. Dass der Gebrauch solcherPyxiden zum Theil weit hinaufreicht, lehrtGregors d. Gr. Schreiben an die KaiserinConstantina (in pyxide brandeum mittituratque ad sacratissima Corpora Sanctorumponitur, quod levatum in ecclesia quaeest dedicanda debita cum veneratione re-