Band 
Zweiter Band. I - Z.
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Quadragesima — Quattuor coronati.

conditur). Solche Pyxiden mögen baldvon Silber, wie das Behältniss zu Grado(Garrucci tav. CDXXXVI), bald von Elfen-bein gewesen sein. Was aus älterer Zeitvon solchen Scatoie und von Hostien-büchsen erhalten ist, hat Garrucci tav.CDXXXVI—CDXLVII zusammengestellt;es sind die Pyxiden von Grado, eine west-fälische (ed. Hahn a. a. 0. Taf. I 1 ), zwei

von Mailand, eine bayerische (Hahn II 5 ),die Pyxiden von Minden, Luxemburg,Werden, Rouen, Hotel Cluny in Paris,Pesaro, Bar-sur-Aube, Sens, Berlin (sieheoben I 402 f.), die der jetzt nach Peters-burg verkauften Sammlung Basilewskyin Paris, andere zu Rom, Brescia, Wer-den etc. (s. d. Art. Elfenbein I 403 f.)

KRAUS.

Ql

QUADRAGESIMA, s. d. Art. Feste I 489.

QUARTORECIMANER, s. d. Artt. FesteI 487 f., Ostern II 565 f.

QUASIMODOGENITI. Der erste Sonn-tag nach Ostern führte bekanntlich in deralten Kirche verschiedene Namen; er warden Griechen: xupiaxr] xatv-q, 8iaxai-vV)ai]j.oc, xupiaxrj Iv Xeuxoic, &vt(-Tzaaya, xopiaxf) t o 5 0 w p. a, den Latei-nern: Octava Paschae, Pascha clausum,Quinquayesima, Dominica neophytorum, D.in albis oder post albas. Später als diemeisten dieser Benennungen tritt, undzwar nur in der lateinischen Kirche, derName Dominica. Q. auf. Diese Bezeich-nung stammt von dem Anfangsworte derAntiphon des Mess-Introitus auf diesenSonntag ab. Die Antiphon lautet: ,quasimodo geniti infantes, alleluia; rationabilessine dolo lac concupiscite, alleluia, alle-luia, alleluia*, und ist mit Weglassung der,Alleluia* aus I Petr. 2, 2 nach der la-teinischen Uebersetzung genommen, mitAusnahme der minder guten Lesart ra-tionabiles für rationabile. Die Beziehungdes modo geniti auf die Neugetauften(Neophyti) ist klar. Der Sinn, der indem Sonntagsnamen Q. liegt, war auchfür die ältere Bezeichnung des weissenSonntages mit Octava infantium mass-gebend. August.. Serm. 260 (al. Serm. dediv. XI) schreibt demgemäss: ,vos, quibaptizati estis et hodie completis sacra-mentum octavarum vestrarum, ... in-fantes appellamini, quoniam regeneratiestis et ad vitam aeternam renati estis ...Reddendi estis populis, miscendi estis plebifidelium*. Ebenso Serm. 376:,Hodie octavaedicuntur infantium ... Miseentur fidelibushodie infantes nostris et tanquam de nidovolant.* Kurz zuvor nannte Augustin dieInfantes auch die Novi = modo geniti. Diemailändische Kirche hat statt des Mess-Introitus Q. etc. die Stelle aus Ps. 104 (105),43. Sehr spät, im 17. u. 18. Jahrh., fingman auch in einigen Diöcesen Frankreichsan, den römischen Introitus für die Messedes weissen Sonntags durch andere biblische

Perikopen zu ersetzen; dennoch aber hiel-ten die Gläubigen an dem alten Namen,Sonntag Q.‘ fest. krüll.

QUATTUOR CORONATI. Die Acten dergenannten Märtyrer sind in äusserst ver-stümmelter Redaction auf uns gelangtund haben demzufolge im Laufe der Zeitmehrfach eine abfällige Kritik erfahren.Ado nahm in sein Martyrologium (8. Nov.)nur einen Auszug auf, Petr, de Nat. (Catal.SS. X, 36) erweiterte denselben; erst imJ. 1480 wurden sie vollständig edirt vonMombritius (Yit. sanct. 1,160). Die Kirchen-historiker der folgenden Periode fällenüber die Acten ein gar strenges Urteil.Surius glaubte ihnen in den Vitae pro-batorum sanctorum keinen Platz gewährenzu sollen; indem Baron. (Annal. a. 303)sie mit kurzen Worten erwähnt, giebt erdem Wunsche nach Herstellung eineskritisch verbesserten Textes Ausdruck.Tillemont endlich (Mdm. IY 745) geht amweitesten. Ihm sind die Acten ein Pro-duct barbarischer Zeiten, das eher denNamen eines Romans denn treuer Bericht-erstattung verdient. Der philologischenKritik unserer Zeit war es Vorbehalten,hier die Wahrheit aufzufinden. Die ver-schiedenen Notizen in unseren Acten überrömische Topographie und Staatsverwal-tung, insonderheit das Steuersystem derspätem Kaiserzeit und antike Kunst,wandten ihnen die Aufmerksamkeit derclassischen Philologen zu. Wattenbach(Passio ss. Quattuor Coron., mit archäol.u. chronol. Bemerk, v. Otto Benndorf u.M. Büdinger, in den Untersuchungen zurRöm. Kaisergesch. III 323) besorgte eineneue Textesrecension und Edm. Meyerwidmete den Acten eine ausführliche Be-sprechung (Forschungen z. deutsch. Gesch.XVIII). Erst die neueste Abhandlungde Rossi’s (Bull. 1879, 45—91) über dieActen hat, wenn auch noch nicht alleSchwierigkeiten bewältigt, doch über dieHauptpunkte ungeahntes Licht verbreitet.Ihm sind die nachstehenden Ausführungenentlehnt.