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Zweiter Band. I - Z.
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Quattuor coronati.

kann aber unmöglich Erfindung einesmittelalterlichen Legenden-Schriftstellerssein; ganz im Gegentheil wurde der Ac-tuarius nachmals in den Philosophus (durchPetrus von Neapel) verwandelt (Bull.1879, 69). Für das hohe Alter der Actenspricht auch der im ersten Theil vor-kommende Ausdruck Praeconiae, welchemde Rossi ,eine typische und hervorragendeBedeutung“ zuerkennt. Im Tempel desAesculap wurden nämlich die angeblichenHeilungen des Gottes in Broncetafeln ver-ewigt und als Weihegeschenke im Tempelangebracht. Der Etymologie nach hängt,wie aus der Lex metalli Yipascensis hervor-geht, das Wort Praeconia mit der Spracheder römischen Bergwerksverwaltung zu-sammen, indem die Verpachtung der kaiser-lichen Bergwerke vermittelst einer Tabulaauctionaria publice proposita a praeconegeschah, welche Praeconia genannt wurde,eine Bezeichnung, die man auf die Tempel-tafeln übertrug, indem diese wie jenePraeconiae kurz und präcis die Veran-lassung zum Gelübde andeuteten.

3) Der Verfasser des römischen Theilesder Acten konnte bisher nicht ermitteltwerden; dagegen berechtigt das dem Be-ginn des 8. Jahrh. angehörende sogen,kleine römische Martyrologium (LämmerDe martyr. Born. 19), welches den vierrömischen Märtyrern, die der Pariser Co-dex noch als anonym bezeichnet, die Nameneiner dritten Gruppe von römischen Mär-tyrern: Severus, Severianus, Carpophorusund Victorinus zutheilt, zu dem Schluss,dass die Verschmelzung beider Theileder Acten schon im 7. Jahrh. vollzogenwurde.

4) In Dunkel gehüllt ist der Zusammen-hang beider Theile der Acten. Der vomRedacteur intendirte Zusammenhang ge-schichtlicher und chronologischer Aufein-anderfolge“ existirt nicht, da weder Dio-cletian noch Galerius zu der von denActen angegebenen Zeit (ann. 307) in Romsich nachweisbar aufhielten. Dagegen giebtder Pariser Codex, welcher statt ,quodfactum est eodem tempore . . . sed cumpost duos annos evenisset idem VI id. Nov.“die Lesart ,quod dum eodem tempore, sedpost duos annos evenisset id est VI id. Nov.“hat, zu verstehen, ,dass das Martyriumder vier römischen Soldaten zwar am näm-lichen Tage des Monats November, aberzwei Jahre nach demjenigen der panno-nischen Steinmetzen erfolgte. Gerade dieseCoincidenz des Tages inVerbindungmit der Anonymität der vier römischenMärtyrer wurde für den Papst MelchiadesVeranlassung, das Gedächtniss beider mit-einander zu begehen. In der That ver-zeichnet der Kalender des Dionysius Phi-

lokalus: V Idus Novembres Clementis,Semproniani, Claudii, Nicostrati in Comi-tatum, eine Stelle, die zum Theil corrum-pirt ist (V statt VI idus), aber wenigstenseinige Namen der Pannonier enthält. DieThatsache, dass ihr Gedächtniss in Rombegangen wurde, verdient um so grössereBeachtung, als die römische Kirche von sol-chen Blutzeugen, ,deren Gräber sich nichtin Rom befanden, nur bei Cyprian, Feli-citas und Perpetua“ den Todestag beging.Von grösster Bedeutung erscheinen ausser-dem die Worte ,in comitatum“. Im Sinnevon ,in sacro comitatu“ oder ,in comitatuprincipis“, als hätten die Märtyrer in Gegen-wart des Kaisers den Tod erlitten, könnensie deshalb nicht gedeutet werden, weilder Festkalender des Philokalus auf dieBegräbnissstätte, nicht den Ort desMartyriums verweist. Dagegen passen sievollkommen auf das Coemeterium ad duaslauros, in dessen Nähe die vier römischenanonymen Märtyrer beigesetzt worden,die kaiserliche Leibwache (equites singu-läres) ihre Grabstätte hatte und ,Valen-tinian III p-eaov Suo Satpvüiv, nach dem Be-richt des alexandrinischen Chronisten beimSpiel ermordet wurde“. Tertull. (Apolog.c. 35) erhebt, indem er von Aufrührern,unter denen sich aber kein Christ befinde,redet, die Frage: unde, qui inter duaslauros obsident, Caesarem? Das sind lauterThatsachen, ,welche klar beweisen , dassder Name Ad duas lauros von der Mittedes 2. bis zum 5. Jahrh. auf eine kaiser-liche Villa oder Residenz (comitatus) hin-wies“ (Bull. 1879, 76). Die fünf pannoni-schen Märtyrer wurden demnach zusammtden römischen ,am dritten Meilenstein derVia Labicana in comitatu ad duas lau-ros“ verehrt.

5) Neben der Coincidenz des Tages desMartyriums spricht für die den fünf Stein-metzen im Cultleben der römischen Kircheerwiesene Ehre die fast zur Gewissheit er-hobene Annahme, dass ihre Leiber dort-hin gebracht und mit denen der vierrömischen Cornicularii beigesetzt wurden.Cod. 95 der Bibliothek des Domcapitelsin Verona enthält am Ende des römischenTheiles der Acten den dunklen Satz: ,sedpost annos cum venissent, id est, sextonov. etc. . . . iussit beatus Melciades.“Nach de Rossi bilden die Worte ,cum ve-nissent“ den letzten Rest eines verlorenenSatzes, der über die Ankunft der Leiberdes hl. Claudius und seiner Genossen inRom meldet“ (Bull. 1879, 79). Dafür sprichtauch der Bericht des Ado (Martyr. ed.Georgii 568) und der Liber pontif. (inLeone IV § XLI), nach welchem Leo IVdie Leiber der Q. C. ,mit den fünf pan-nonischen Märtyrern und den vier Brü-