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Zweiter Band. I - Z.
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Reception — Rechte und Linke.

RECEPTION der Büssenden, s. d. Art.Busse I 179 f.

RECEPTORIUM, s. Salutatorium.

RECHTE und LINKE. Insofern es sichum die Erforschung des göttlichen Willensdurch Auspicien handelt, war den Altendie Frage nach der Himmelsgegend undob die Zeichen von Rechts oder von Linkskamen, von der höchsten Wichtigkeit. Esherrschte jedoch bei den verschiedenenVölkern eine verschiedene Regel. Bei denRömern galt die linke Seite als die glück-liche und Auspicia sinistra als Prospera.Bei den Griechen war es umgekehrt, undihre Auffassung drang seit der Kaiserzeitauch bei den Römern vielfach um so mehrdurch, als neben dem altrömischen Ritus,wonach der Augur nach Süden schaute,also den Osten mit dem günstigen Zeichenlinks hatte, andere Riten mit andererRichtung aufkamen ( Marquardt Hdb. derR.-Alterth. IV 356).

Neben der religiösen Seite hatte dieFrage nach Rechts und Links auch imbürgerlichen Lehen ihre Bedeutung. Dassda die rechte als die Ehrenseite galt, er-giebt sich für die Juden u. A. aus Ps.109, 1 (sede a dextris meis); für die Rö-mer hat es Lipsius Elect. II 2 nachge-wiesen, und dass die ersten Christen dieseAuffassung theilten, beweisen uns derPastor Hermae in der dritten Vision, Cy-rill von Alexandrien (Glaphyr. lib. I, deIosepho et fil.) u. A. In Betreff desEhrenplatzes bei der Tafel galt jedocheine andere Auffassung. So lange dieTriklinien noch in Brauch waren, war derLectus medius den geehrtesten Gästen an-gewiesen, dann folgte der Lectus summusoder sinister, während der zur Rechtender Lectus imus war. Auch bei der spä-tem Form der Polster als Sigma war derSitz auf der äussersten Linken der Locussummus, der gegenüberliegende der Locussecundus ( Marquardt Privatalterth. I 309).

Betrachten wir die Monumente, so er-scheint in der Regel auch hier die vorneh-mere oder die geehrtere Person auf derrechten Seite, also auf den christlichenKunstwerken bei der historischen Darstel-lung des Sündenfalls und der Verurteilungzur Arbeit Adam als das Haupt rechts,während in den Imagines clypeatae und aufden Bildern der Glasschalen der Gatte seinerGattin den Ehrenplatz einzuräumen pflegt.In gleicher Weise nimmt auf den meistenDarstellungen der beiden Apostelfürstender hl. Petrus die vornehmere Seite ein.Ausgenommen jedoch ist davon jene ganzeKlasse von Bildern, deren Original wirin einer der ältesten Basiliken als Schmuck

der Apsis zu denken haben, sowie dieDarstellung der Apostelfürsten auf denBleisiegeln der Päpste, indem dort regel-mässig der hl. Paulus die Ehrenseite ein-nimmt. (Von den ungefähr 60 Bildern derbeiden Apostelfürsten auf den Glasschalenzeigen gegen 50 den hl. Petrus rechts;für die Ausnahme lässt sich meist diebesondere Veranlassung aus der Compo-sition selber erkennen; manchmal ist auchdie Unaufmerksamkeit des Malers die Ur-sache der Verwechslung, wie sich solchesauch auf anderen Darstellungen unzweifel-haft nachweisen lässt.)

Es ist bekannt, wieviel von den christ-lichen Archäologen über die Ursache dieserErscheinung gestritten- worden ist. Eswäre zu lang, die verschiedenen, bis zumKomischen sich verirrenden Gründe, wiesie Mamachi (Antiq. lib. IV 434) zusam-mengestellt hat, hier anzuführen. Sie be-friedigen so wenig wie die ErklärungGarrucci’s (Vetri 103). In Folge zweierneuer Abhandlungen, welche Grimouardde S. Laurent veröffentlichte, machte deRossi (Bull. 1868, 43) auf eine Paralleleaufmerksam, die in gleicher Weise dieGelehrten der profanen Archäologie be-schäftigt hat. Im capitolinischen Tempelnämlich, in der Versammlung der Götter,und ebenso auf fast allen antiken Dar-stellungen des Iuppiter zwischen Iuno undMinerva nimmt die königliche Gemahlinden niedern Platz ein, Minerva proximosIovi occupavit honores ( Ilorat. Öd. I 12.19), obschon Iuno doch unzweifelhaft alsdie grössere Göttin galt.

Daher legt de Rossi auf die ganze Frage,warum Petrus links stehe, kein zu hohesGewicht. Seiner Erklärung jedoch (Bull.1864, 86) können wir bei aller Achtungvor dem Urteile des grossen Archäologennicht beistimmen; denn gerade jene Bilderder Glasschalen, welche auf die von ihmherangezogene freundschaftliche Bespre-chung der ältern Apostel mit dem jüngernPaulus hinweisen könnten, stellen denPetrus regelmässig auf die Ehrenseite(vergl. Garrucci Vetri, besonders tav.

2. *. 8. y£Y 1. 3. +. 5).

Mit Grimouard de S. Laurent glaubenauch wir die Apostelbilder aus der nach-constantinischen Zeit insofern als geson-derte Gruppe betrachten zu müssen, alswir die Darstellung in der Apsis mitsammtder ganzen zahlreichen Klasse der Nach-bildungen besonders und getrennt ins Augefassen. Dass auf diesen Apsisbildern, dieohne Frage tief durchdacht, unter denAugen und nach Anleitung der Kirche,in langjähriger Arbeit, von den tüchtigstenKünstlern ihrer Zeit ausgeführt, und dannin den Sculpturen der Sarkophage, auf