Band 
Zweiter Band. I - Z.
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Ringe.

schauungen, theils einem angesichts dersocialen Lage der Kirche leicht verständ-lichen Uebereifer, wie er sich namentlichbei montanistisch angehauchten Schrift-stellern (Tertullian) zeigt. Die wesentlichenhier einschlägigen Punkte sind durch-schnittlich bereits unter andern Rubrikendieser R.-E. zur Erörterung gekommen;sie seien hier nur summarisch zusammen-gestellt. Rigoristisch dachten die altenChristen vielfach 1) in Betreff des Schmucksder Gräber (s. d. Artt. Grab I 630, LoculusII 338 und Todtenbestattung). 2) Betreffsder Bekränzung des eigenen Hauptes (s. d.Art. Corona, Kranz I 333). 3) Betr. desKriegsdienstes. 4) Betr. des Putzes. 5) Betr.der Schauspiele (s. d. Art.). 6) Betr. desZinsnehmens -(s. d. Art.). 7) Betr. derWiederverehelichung (s. d. Art. Ehe 1388).Für alle diese Dinge muss auf die ein-gehende Darstellung Hefele’s (Beitr. zurKirchen.-Gesell, u. s. w. I 16—60) ver-wiesen werden. Betr. des Heeresdienstesist das Wesentliche im Art. Christenver-folgungen I 215 f. und Märtyrer II 366beigebracht worden. Vgl, noch Le Blant !Le Detachement de la patrie. Mem., lu |dans la seance publ, annuelle des cinqAcademies, 25 oct. 1872, Par. 1872. Auch 1über den Reichthum hatten die alten |Christen zuweilen sehr strenge Ansichten; |man vgl. Le Blant La Richesse et le Chris- \tianisme ä Tage des Persec., Rev. Archeol. J1880, avril, 320 f.; Garrucci Civ, Catt. 1881,Quad. 733, 37. Einen in mancher Hinsicht [über das Ziel hinausschiessenden Aufsatzüber R. und Laxismus der alten Christen \in Bezug auf Pudicitia brachte Renan Rev.d. deux Mondes 1881, 15 fevr., 808.

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RIXGE. Sowol bei Griechen als bei Rö-mern war das Tragen von Fingerringenals Schmuck oder als Petschaft etwas sehr ;Gewöhnliches. Bei jenen galt es als Ab-zeichen jedes freien Mannes, und standbesonders der Siegelring (Vfpcqi'c) inhohem Ansehen: untersagte doch schonSolon die Fälschung des Siegels unterTodesstrafe. In Rom trug man Ursprung- jlieh nach dem Beispiel der alten Etrusker ihöchst einfache eiserne Siegelringe, eine;Sitte, die sich als Erinnerung an alte Zei-ten noch lange in einigen grossen Ge-schlechtern erhielt. Der goldene Ring jwar Anfangs das Abzeichen der Senatorenund der ihnen an Rang gleichstehenden,hohen Beamten, dann ging er auch aufdie Ritter über (im annuli aurei) und.wurde nach der Auflösung der alten Ord-nung in Folge der Bürgerkriege auch vonAndern und besonders auch von vielen,Freigelassenen usurpirt. Der Versuch, die 1früheren Vorschriften wieder zur Geltung

zu bringen, misslang, so dass seit Hadriander Goldreif kein Unterscheidungsmerkmalder Stände bildete: Iustinian bestätigteallen Freien und Freigelassenen das Recht,einen solchen zu tragen.

Von diesem ehemaligen Insigne desRitterstandes abgesehen (das wahrschein-lich in ganz einfachem schwerem Goldreifbestand, ähnlich dem heutigen Trauring),durften bei Griechen wie bei Römern beideGeschlechter R. aus andern Stoffen (Bronce,Elfenbein) und solche, die mit Edelsteinenund Gemmen geschmückt waren, anlegen.In der alexandrinischen wie in der rö-mischen Kaiserzeit ist in dieser Hinsichtoffenbar ein sehr grosser Luxus getriebenworden: Zeuge dafür sind die zahllosenGrabfunde, in denen die R. eine fast im-mer wiederkehrende Kategorie bilden (vgl.Guhl und Koner Leben d. Gr. u. Röm. 2204 f. 600 f.; Kirchmann De annulis übersing., Lugd. Batav. 1672; Krause Pyrgoteles169—196; R. Rochette Mem. de l’Acad. XIII651; Marquardt Privataltorth. 1 II 291 f.;Quintil. XI, 3, 142; Mart. V 11, XI 59;Plin. X. li. XXX 1; Casali De fibul., in-signibus et annulis veterum; Barraud Desbagues ä toutes les epoques, Bull, mo-num. XXX 627. 641 [1864]). Die Kunst-thätigkeit wandte sich vorzugsweise derPolitur des Reifes ( Orbiculum , JtueXoc, juisXt'f),sowie den figürlichen Darstellungen desRingsteines (Gemma, ifrjcpoc), weniger dermeist sehr einfachen Fassung (pala oderfunda, auch lectulum, aysvöovrj) zu. Einegrosse Anzahl der in den Katakomben ge-fundenen R. sind ganz einfache Reife ausMetall, Knochen oder Elfenbein ohne allenSchmuck (Bosio passim; Boldetti 504. 506;de Rosst R. S. III 583); sie dienten wolzunächst Kindern und Armen; andere sindvon Bronce (Bosio, Boldetti oft; de RossiBull. 1874, 77 f.), aus Silber oder Gold(nicht alle christlich; Bull. 1870, 63. 71 f.),einige aus Krystall (Bull. 1875, 140).Später kommen, besonders in der ger-manischen Zeit, auch statt der Edelsteinein goldene Zellen eingelassene Glasflüsse,die das Email ersetzen sollen, vor; so indem Funde von Bäkod bei Kalocsä 1860(Bock Lit. Gew. II 209).

Die Christen haben nun, wie man sieht,diesen allgemeinen Gebrauch der R. auchihrerseits angenommen. Zahlreiche Aetisse-rungen der Kirchenväter bestätigen dies undbeklagen auch den Missbrauch, welchenChristen nach Art der Heiden aus Eitelkeitund Prunksucht mit Ringen und kostbarenSteinen treiben. Clemens Alex. sa|*t v f J al '~über.' aXXa xal rov SaxiuXiov oux apilpipcpopiri'Eov toI; ävopasr -yuvaixeibv ^ap touto -eil os "ov pixpov 6axvoXov, xal toüto eE» to'jcj-yarov xaihevar saxai "(ap out<o{ susp'fqj ü