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Zweiter Band. I - Z.
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Rotulus panis — Rotunden.

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denthum gebräuchlichen und zu AnfangMai gefeierten Rosalia, des Rosenfesfces,aufmerksam gemacht werden. De RossiR. S. III 476 u. 504 hat diesen Gegen-stand eingehender behandelt. Der Aus-druck pouaaXia hat sich bis ins 13. Jahrh.in der niedern Gräcität erhalten; dasGlossar des Cijrül hat dafür poSiapZc. Bal-samon in seinen Scholien zum Conc. Trull.bemerkt, dass bis zu seiner Zeit (13. Jahrh.)sich schlechte, der Trunksucht dienendeGewohnheiten aus heidnischer Zeit erhal-ten hatten, darunter xd Xs-pjAsva pouaa'Xia,welche man nach Ostern vor den Städtenfeierte. Mazochi (Calend. ecel. Nap. 51. 52)weist die Inghirlandata der Neapolitaner(am Feste des hl. Ianuarius) als ein Fort-leben des po8tap.6c nach. Interessant ist dievon Avellino (Opuscoli III 265) publicirteheidnische Inschrift: III IDVS MAI RO-SARIA AMPLE AFRE. Morcelli (Calend.Const. II 97) erklärt den am Feste undGrabe des hl. Johannes Evang. in Ephe-sus üblichen poStap.os als eine Art Manna,einen Rosenbalsam, der vom Grabe ge-pflückt wurde.

Aber auch im Abendlande lebte dieRosatio in gewisser Weise fort. Mein ver-ewigter Freund Lütolf äusserte sich dar-über in einer Zuschrift an mich: es magmit dieser beliebten heidnischen Sitte Zu-sammenhängen , dass auch Christen ihreFriedhöfe Rosengärten nannten, was zumTheil bis an unsere Zeit heran der Fallgewesen ist. Denn wahrscheinlich war esfrüher namentlich der Rosenstrauch, deran solchen Orten gepflanzt wurde. Bei-spiele aus der Schweiz s. Argovia Y 154 ff.;Liitolf Sagen aus den fünf Orten 254 f.;aus Deutschland: Pfannenschmid Das Weih-wasser 62 if. Es konnten damit auch dieVorhöfe christlicher Kirchen bezeichnetwerden ( Simrock Deutsche Myth. 2 526).Bei der alten Stiftskirche zu Solothurnlag der Rosengarten, ein viereckiger offe-ner Raum, entlang dem südlichen Seiten-schiff. Hier versammelten sich früher anSt. Johanni zu Sungichten (Joh.-Bapt.)Räthe und Bürger zur Aemterbesetzungnnd Burgrechtsaufnahme. S. Neujahrsbl.des Kunstver. von Solothurn: das alteSt. Ursenmiinster, von P. V. Winistörfer,1855, 21 u. Plan. Ygl. d. Art. Johannis-feuer. kraus.

ROTULUS PANIS, mittelalterliche Be-zeichnung der eucharistischen Hostien we-gen ihrer kreisrunden Gestalt ( Caesar.

Dialog. III, quaest. 169). Vgl. über dieSache I 172. Ueber andere mittelalter-liche Bedeutungen des Rotulus s. Du-cange i. v.

ROTUNDEN, Rundbauten. Ueberdieselben ist das Wesentliche unter demArt. Centralbauten I 196 beigebracht wor-den. Doch muss betr. der Entstehung desKuppelbaues jetzt auf de Rossi R. S. III472 f. hingewiesen werden, wo das Ma-terial zur Beurteilung dieser Frage nieder-gelegt ist. In Rom zeigen die Mausoleender Helena und der Constantia, beide ausconstantinischer Zeit, früheste Beispieledieses Baues’, älter noch ist das schöneMausoleum, die Memoria der hhl. Tibur-tius, Yalerianus und Maximus in Prae-textat, und die Cella trichora (Crypta qua-drata) des hl. Ianuarius ebenda, welchede Rossi in die zweite Hälfte des 2. Jahrh.setzt, in eine Periode, welche nicht weitvon der antoninischen Zeit abliegt, wo derschöne Sarkophag im Lateranmuseum mitdem gekuppelten Niobidengrab entstandenist. Ueber das interessante Martyrion,welches Gregor. Naz. beschreibt, s. BockChristi. Kunstbl. 1869, Mai, und de RossiR. S. III 459. Dass die Bauformen undder Name des Pantheon auf solche Me-morien altchristlicher Zeit übergingen,lehrt die unter d. Art. Pantheon II 581mitgetheilte Inschrift aus Tolentino: dassein Zusammenhang zwischen dieser Bau-form und dem Trichoron von S. Soterebesteht, hat de Rossi R. S. III 473 schonlang vor Dehio (Die christl. Baukunst desAbendlandes, Stuttgart 1884, I 78) aus-gesprochen.

Kuppelbauten erscheinen auf alt-christlichen Bildwerken — so auf eini-gen Glasgefässen, welche das Grab desLazarus zeigen ( Garrucci Vetri 2 , tav.VIII 5 ) —, besonders in Darstellungendes hl. Grabes in Jerusalem, welches in-mitten der constantinischen Basilika inGestalt eines überkuppelten runden Mau-soleums überbaut war, und zwar seit Con-stantins Zeiten. Man glaubte eine Abbil-dung dieser Memoria auf einem Elfenbeinin München zu erkennen ( Messmer Mittlieil.der k. k. Centralcomm. 1862, 87, April;1867, LVIII; Sepp Jerusalem und dashl. Land I 383; Tobler Theod. lib. delocis sanctis 179).

Für die Statistik der altchristlichen R.bringt Dehio a. a. 0. beachtenswertheNachträge. kraus.