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Säulen und Pfeiler — Salbung.
morem Rom. eccles. fiat 1 . Im Gesang un-erfahrene Geistliche durften Karl d. Gr.gar nicht unter die Augen kommen (vgl.Antony Archäol.-liturg. Lehrt), des gregor.Kirchenges. 32 ff.; Schulte Disput, de Ca-rol. M. in litt. stud. meritis). In Folgedieser Bemühungen Karls entstanden dieSängerschulen von Orleans, Sens,Lyon, Toul, Cambray, Dijon undParis. In Deutschland entwickelten sichdie Sänger schulen von Fulda (Rha-banus Maurus), Mainz, Trier, Hers-feld, Korvey und Reichenau. Ganzbesonders aber that sich schon in derZeit der Karolinger die Sänger schulevon St. Gallen, die Nebenbuhlerin vonMetz, hervor. Ihr Ruhm reichte nachdem bekannten Ekkehard IY ,von Meerzu Meer 1 , und wirklich stieg das Ansehendieser Pflegstätte des gregorianischen Kir-chengesangs so sein - , dass ein grosserTheil Europa’s, namentlich Deutschland,den Kirchengesang nach dem Muster vonSt. Gallen einzurichten begann und vondaher Gesangslehrer an auswärtige Sing-schulen berufen wurden. Wie sehr St. Gal-len den Choralgesang schätzte, bezeugendie 13 Singpulte im Chor, die mit 13 ver-zierten und in Goldbuchstaben geschrie-benen Psalterien versehen waren. Wei-teres über St. Gallen s. Schubiger DieSängerschule St. Gallens vom 8. bis 12.Jahrh., Eins. u. New-York 1858. In derZeit nach Karl d. Gr. wurde die Pflegedes gregorianischen Gesangs fleissig fort-gesetzt, wenn auch in einzelnen abend-ländischen Kirchen mit Modificationen undunter unleugbarer Hinneigung zur am-brosianischen Singweise, bis mit dem Endedes 10. Jahrh. die von altchristlicher, nochantikisirender Kunst abhängig gewesenePeriode des Kirchengesangs schloss undmit dem 11. Jahrh. in Folge der Verbin-dung der Harmonie mit Melodie undRhythmus eine neue Periode anbrach. ,DieDisposition des altchristlichen gregoriani-schen Gesangs blieb, aber entsprechenddem Charakter der Zeit wurde nun Stimmegegen Stimme, Chor gegen Chor gestellt,Motiv über Motiv gebaut* ( Ambros Gesell,der Musik II 144). ,Die harmonischenCombinationen des flandrischen MönchesHucbald bezeichnen die ersten musika-lisch-harmonischen Entwicklungsversucheder Musik, den ersten Anfang der sym-phonischen Tonkunst. Diaplionie, Sym-phonie und Organum waren die Bezeich-nungen dieser ganz neuen Musikgattung.Die Melodie wurde mit Quarten (oderQuinten) und Octaven begleitet . . . Diewirkliche Polyphonie, jetzt Contrapunktgenannt, ging erst von den Niederländernaus, und Guil. Dufay (aus dem Ilenne-
gau gebürtig, Sänger der päpstlichen Ca-pelle) ist als der erste bekannte Reprä-sentant derselben zu betrachten und konnteendlich ... als Haupt einer eigenen Schuleder Niederländer zwischen 1380 und1450 auftreten* (vgl. die Abhandlung Mu-sicae princeps in der litterar. Beil, zurAugsb. Postztg. 1875, Nr. 68). In Romselbst, besonders bei der päpstlichen Ca-pelle, blieb in den ersten Zeiten der neuenPeriode des Kirchengesangs der einstim-mige Gesang immer noch in Uebung, ,bisdas Neue als gut und würdig erprobt war*.Ygl. d. Art. Musik II 451. krüll.
SÄULEN und PFEILER, ihre Verwen-dung in der altchristlichen Architektur,s. d. Art. Basilika I 124.
SALARIUM, das Salzfass, ein kirch-liches Geräthe, welches für das MA. wolbezeugt ist (s. Ducange i. v.), für das ichim Alterthum indess keinen Beleg kenne.Da der von Isidor. Hispal. De offic. eccl.III 20, Rliaban. Maur. Instit. der. c. 27,Steph. Durand. Rit. eccl. catli. I 19 be-stätigte Gebrauch des Salzes bei der Taufeohne Zweifel aber ins christliche Alter-thum hinaufreicht, dürfte dieses auch be-reits Salarien besessen haben.
SALBUNG. Die Salbung mit Oel undihre Symbolik, wonach sie die Weihe einerPerson oder Sache an die Gottheit unddie Mittheilung übernatürlicher Stärkungund Segnung bedeutet, war im Zeitalterder ersten Christen so sehr Bestandtlieildes allgemeinen Bewusstseins bei Judenund Heiden, dass die Aufnahme derselbenin die Gebräuche der Christen, soweit dieseauf menschlicher Autorität beruht, nichtsowol aus speciellen jüdischen oder heid-nischen Observanzen, als vielmehr ausjener allgemeinen Anschauung der Mensch-heit zu erklären ist. Darum fand auchder Heiland darin einen Berührungspunkt,als er, selber der Gesalbte per eminentiam,seine Jünger anwies, die Kranken mitOel zu salben (Marc. 6, 13), und diesesElement zur Materie saeramentaler Gnademachte. Unter Verweisung auf die ein-schlägigen Artikel geben wir hier eineUebersicht der Salbungen, welche währendder ersten Jahrhunderte in Uebung waren.
I. Salbungen von Personen —1) der Katecliunienen.
a) Vor der Taufe. Das älteste Ri-tual , die apostolischen Constitu-tionen, befiehlt dem Bischof, die Kate-chumenen vor der Taufe sinnbildlich inder vorgeschriebenen Form* zu salben(III, 16), wobei das Salböl Theilnahmeam hl. Geist bedeute (VII 22). Die S.selbst fand wie noch heute ,der Ordnung