Band 
Zweiter Band. I - Z.
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Salbung. 711

gemäss 1 nach Abbetung des Glaubens-bekenntnisses und vor der Interrogatio defide statt (VII 41. 42, wo das Weihefor-mular steht). Dasselbe bestätigt der heiligeCyrill von Jerusalem (Cat. myst. II 3) mit !dem Beifügen, dass die Salbung mit ,ex-orcisirtem Oele‘ am ganzen Körper ,vomScheitel bis zur Fusssohle 1 geschehe, wo-durch der Gesalbte mit dem ,wahren Oel-baum Jesus Chriatus 1 in Gemeinschafttrete (vgl. Pseudo-Dionys. Areop. De hie-rarch. eccl. 2; Chrysost. Hom. 6 in ep.ad Coloss.). Bei Frauen geschah die S.des Körpers selbstverständlich durch dieDiakonissin ( Const. apost. III 15). ImAbendland erwähnt Augustin (Tractat. 44zu Joh. 9, 6) diese Salbung, von welcherc. 8 der römischen Synode von 402 vor-schreibt, es genüge, das exorcisirte Oeleinmal und zwar beim dritten Scrutiniumam Tage vor der Taufe anzuwenden, wäh-rend einige orientalische Kirchen (Kopten,Nestorianer, Maroniten) zwei Salbungenvor der Taufe hatten und noch haben(Assemani C. lit.). Ebenso wurde im Abend-land der Täufling nur an Brust undSchultern gesalbt (Ordo 6 ad faciend. Ca-tech. bei Martine De ant. eccl. ritib. I1. 7), worüber besonders die fränkischenBischöfe des 8. Jahrh. Theodulf von Or-leans (De ord. bapt. 10), Leülrad von Lyon(De sacr. bapt. 2), Jesse von Amiens (Ep.de bapt., alle bei Martine ) zahlreiche alle-gorische Ausdeutungen gaben. Aus derrömischen Kirche ist diese S. schon durchdas Gelasianische Sacramentar bezeugt,auch Isidor von Sevilla erwähnt sie aus-drücklich (De off. eccl. II 20), ebenso vor-her schon Caesarius von Arles für Gallien(Serm. 22) mit formeller Unterscheidungdes Oleum benedictionis vom Chrisam.

b) Die S. der Getauften mitChris am auf den Scheitel ist sehrschwierig nachzuweiseu, weil die meisten(nach Hugo Menard alle) Stellen der vor-nicänischen Väter über die S. mit Chrisamsich auf das Sacrament der Firmung be-ziehen. Zwar scheint Tertullian an zweiStellen unsere S. von der Firmung zuunterscheiden. De bapt. 7: exinde egresside lavacro perungimur benedicta unctionede pristina disciplina; 8: dehinc manusimponitur per benedictionem advocans etinvitans Spiritum Sanctum, und De re-surr. 8: caro abluitur, ut anima emacu-letur; caro ungitur, ut anima consecretur;caro Signatur, ut et anima muniatur; caromanus impositiono adumbratur, ut etanima spiritu illuminetur; caro corporeet sanguine Christi vescitur, ut et animade Deo saginotur. Aber der Beweis istmclit zwingend. Das allein sichere Er-ennungszeichen, dass die Salbung auf

den Scheitel geschah, während der Firm-ling stets auf die Stirne gesalbt wurde,ist eben meist nicht beigefügt. Nach demLiber pontifiealis soll Papst Silvester dieseSalbung eingeführt haben; unwidersprech-lich bezeugt wird sie erst durch Papst Inno-cene I (Epist. ad Decent.) und das Gela-sianische Sacramentar; vom 5. Jahrh. abwerden die Zeugnisse sehr zahlreich (vgl.Ambrosiaster De Sacram. III 1; Caesariusvon Arles Serm. 22; Venantius FortunatusCarm. V 4:

Vincens Ambrosios suavi spiramine oclores

vertice perfuso chrismatis efflat odor;

: Isidor von Sevilla De off. eccl. II 25 u. A.),und Gregor d. Gr. (Ep. VII 5) erzähltjUns, dass das Haupt des Gesalbten mit; einem Schleier bedeckt wurde, welcherChrismale oder Birrum liiess.

Der Orient kennt diese S. nicht undscheint sie auch nie gehabt zu haben.Nur im Ritus der altern koptischen Kirche1 soll sie Vorkommen ( Tatham Apost. const.copt. 39; Bunsen Analecta Antenicaen.II 467). Dieses Fehlen unserer S. in dereinen Hälfte der alten Kirche macht dieVermuthung Hugo Menard’s (Noten zumGreg. Sacram. n. 334) wahrscheinlich, dassdiese Unction auch in der lateinischenKirche ursprünglich nicht stattfand, wenn,was die Regel war, der Bischof selbst Taufej und unmittelbar nachher die Firmung spen-dete. Erst als die Priester tauften unddie Firmung oft auf lange verschobenwerden musste, sei auch die Chrismationdes Priesters als Sinn und Vorbild desspäter zu empfangenden Sacramentes ein-geführt worden, womit auch die Orationbei der S. übereinstimmt. Im Orient je-doch bedarf es des einstweiligen Surro-gates nicht, weil der Priester sofort nachder Taufe auch die Firmung spendet.

Hierher gehört noch der nicht glücklichi stilisirte und darum in der verschiedenstenWeise erklärte und controvertirte C. 2der ersten Synode von Orange vom J. 441,i welchen eine gleichzeitige Synode von Arlesc. 27 wiederholte: nullum ministrorum,

| qui baptizandi recepit officium, sine chris-I mate usque debere progredi, quia inter! nos placuit semel (,in baptismate 1 setztMercator richtig bei) chrismari. De eoautem, qui in baptismate quacunque ne-cessitate faciente, non chrismatus fuerit,in confirmatione sacerdos commonebitur.Nam inter quoslibet chrismatis ipsius nonnisi una benedictio est: non ut praeiudi-cans quidquam. sed ut non necessaria1 habeatur repetita chrismatio. Indessendürfte die Dunkelheit schwinden, wollte! man beachten, dass der Kanon sich aufHäretiker bezieht, die katholisch werden