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712 Salbung.
wollen, und nur von der Chrismation nachder Taufe, nicht von der Firmung han-delt. Unter dieser doppelten durch Textund Zusammenhang nahegelegten Voraus-setzung heisst er: die S. mit Chrisam(nach der Taufe) darf nur einmal ertheiltwerden. Unterblieb sie, so muss der Bi-schof vor der Firmung in Kenntniss ge-setzt werden (damit sie nachgeholt wird).(Wurde aber der Chrisam mit der Taufevom häretischen Minister gespendet,) soist die Wiederholung der S. nicht noth-wendig, da die Benediction des Chrisamsinter quoslibet (bei Katholiken und Häre-tikern) die gleiche ist; übrigens würdediese Wiederholung auch nichts präjudi-ciren (da es sich nicht um Iteration einesiniterabeln Sacraments handelt). So giebtder Kanon einen guten Sinn und wirbrauchen die Väter weder mit der römi-schen ,Praxis“, noch mit ihren Nachfolgern |in Gallien (Caesarius, Theodulf, Leidrad, \Jesse a. a. 0.) noch gar mit der katholi-schen Lehre von der Materie der Firmungin Widerspruch zu bringen.
Der Chrisam dieser S. war jedenfallsderselbe, womit der Bischof firmte, ur-sprünglich vielleicht einfaches Olivenöl,später die Mischung des Firmungsele-mentes.
2) S. der Firmlinge. ,Sofort nachder Taufe,“ befehlen die Const. apost.(III 16), ,salbe der Bischof die Getauftenmit duftendem Oel“, welches (c. 17) ,imBekenntniss festigt“ und ,das Siegel desgeschlossenen Bundes ist“ (VII 22, dieWeihe desselben VII 44). Cyrill. Hieros.widmet dem Chrisam, dem ,dvrn:o-ov deshl. Geistes“, eine besondere Katechese(Myst. III). Nach ihm ist diese S. ,ChristiCharisma und eine Kraft des hl. Geistes“,welcher ,die Seele heiligt, während derLeib gesalbt wird“. Die S. selbst geschiehtan Stirne, Ohren, Nase und Brust zum,geistigen Amulet des Körpers und zumHeil der Seele“. Vgl. Conc. Laodic. c. 48;Basil. De Spiritu Sancto 27; Pseudo-Dionys.De hierarch. eccl. 4 (TiXsioTix-lj -/piW);Vita S. Athanasii, bei Photius Biblioth.n. 258, und vor Allen Oriyenes Ilom. 9 inLevit. Unter den Lateinern Tertull. anden früher citirten Stellen, dazu Adv.Marc. I 14; Cypr. Ep. 70; Optat. Milev.Adv. Farmen. VII; Aug. De trinit. XV 26; jContra lit. Petil. tl 104 (sacramentum jchrismatis) u. a. a. 0.; Innocenz I Ad De-1cent.; Gregor von Tours Hist. Franc. II 31,Taufe Chlodwigs); Isidor von Sevilla Dediv. off. II 26; zweite Synode von Sevilla _i(an. 619, c. 7); die Dichter Prudentius jund Venantius Fortunatus und viele An-dere, welche Alle die S. ausdrücklich er- jwähnen. I
| Im Abendland wurde jederzeit nur dieI Stirne gesalbt, im Orient herrschte ver-j schiedene Praxis. Ausser den von Cyrillgenannten Theilen salbte man in einzelnenKirchen auch die Augen, Hände und Füsse,Mund, Arme und Kniee oder auch denganzen Körper (vgl. Goar Euchol. undAssemani Cod. lit.). Eigentlicher Ministerder S. war auch im Orient der Bischof,wenn dieselbe auch frühzeitig den Priesternüberlassen wurde. In der lateinischenKirche steht sie dem Bischof nach demWortlaut des Gesetzes ausschliesslich zu(Conc. Tolet. an. 400, c. 20; Carihag. an.390, c. 3; Vason. I an. 442, c. 3 u. s. w.),doch gestattete schon Gregor d. Gr. (Ep.IV 26) eine Ausnahme (s. d. Art. Fir-mung I 511).
3) S. der Bischöfe und Priesterbei der Ordination. Gegen protestan-tische Autoren ist unzweifelhaft festzu-halten, dass diese S., im Zeitalter Gregorsd. Gr. bezeugt, sicher noch viel alternUrsprungs ist. In Gallien wurden ehedemauch die Diakonen an den Händen ge-salbt, wie die Anfrage des Bischofs lio-dulf von Bourges an Papst Nikolaus Idarthut. Die Form des mit der S. ver-bundenen Gebetes zeigt, dass die Cere-monie einer gleichen bei der Ordinationder Priester nachgebildet ist ( Menarda. a. 0. n. 748).
Die S. der Priester bestand in der S.der Hände in Kreuzesform; in einigengallischen Kirchen wurde auch das Hauptgesalbt. Die Antwort Nikolaus I an Bi-schof Rodulf verneint bloss die S. derDiakonen, was schon die Form der Frageandeutet: sciscitaris utrum solis presby-j teris (darüber also kein Zweifel!) an etdiaconibus debeant, cum ordinantur, manus: chrismatis liquore perungi. Darauf derPapst: quod in sancta hac romana ecclesianeutiquam agitur, wie Binterim (Denkw.I 487) richtig vermuthet, da die LesartNeutris den Papst mit der bezeugtenkirchlichen Praxis in Widerspruch brächte(vgl. Amalarius von Metz |f 837] De eccl.off. II 13; Theodulf von Orleans [f 8211Cap. ad Presbyt. I). Ueberdies ist die S.der Presbyter nicht bloss im Gregoriani-schen Sacramentar, sondern auch in derAuslegung jenes Papstes zum ersten Buchder Könige und zwar wiederholt erwähnt(Expos. IV 5 zu I Reg. 10, 1: quod ins. ecclesia nunc etiam materialiter exhi-betur, quia, qui in culmine ponitur, sacra-menta suscipit unctionis; ebenso V 3 zuI Reg. 16, 1 und 16, 12).
Darum kann auch a fortiori die vondenselben Quellen überlieferte S. der Bi-schöfe nicht beanstandet werden, wennauch die Praxis in Bezug auf die Materie